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Mostapfelernte am Bensberger Kardinal-Schulte Haus

Der Bergische Streuobstwiesenverein organisierte für Schulkinder eine Mostapfelernte am Bensberger Kardinal-Schulte Haus. Ca. 100 Kinder der kath. Grundschule Bensberg nahmen am Di. 26.9.17 ab 9.30 Uhr auf dem Gelände des Kardinal Schulte Hauses an der Ernteaktion teil.

Der Kölner Stadtanzeiger berichtete darüber:

Die Vereinsmitgliedlieder Michael Müller und Hartmut Brückner mit den Kindern bei der Ernteaktion

Wozu Obstbäume schneiden?

 

 

Ein Beitrag von Hartmut Brückner, dem Vorsitzenden des Bergischen Streuobstwiesenverein e.V.

Obstbäume sind auf Wurzel- oder Stammunterlagen veredelt (gepfropft oder okuliert). Daher entwickeln sie gern einen eigenwilligen Kronentrieb. Selten treiben sie von sich aus allseitig gleichmäßig und flachkegelig nach oben. Es erfordert in der Jungbaumphase immer eine erzieherische Nachhilfe durch Schnitt, Spreizen oder Hochbinden von Mitteltrieb und Ästen.

Unterlassung von Obstbaumerziehung führt zu folgenden Fehlentwicklungen:

  • Durchwachsen des Mitteltriebs. Der Baum wird turmhoch und spindelig.
    Mitteltrieb treibt durch und kippt nach einer Seite ab, überbaut die tieferliegenden Leitäste, die wegen Lichtmangel verkümmern.
  • Der Mitteltrieb gabelt sich ein- oder mehrmals. Das führt zu einer gewaltigen Überbauung. die die Bildung niedrigerer leichter beerntbarer Leitäste aufgrund von Lichtmangel verhindert.
  • Zu viele Leitäste:  drei bis vier reichen aus. Der Baum wird zu dicht, Leitäste werden nicht kräftig genug, und beim Ernten paßt später keine Leiter in den Baum.
  • Ziel der Obstbaumerziehung bei Hoch- und Halbstämmen ist es, eine gleichmäßige, statisch ausgewogene, unter 120 bis 140° flachwinklige Krone im Rahmen der etwa 10-jährigen Erziehungszeit heranzubilden. Hierbei gilt die Regel, so früh wie möglich eingreifen und korrigieren, umso einfacher kann das Ergebnis erreicht werden.

Die Jungbaumerziehung kann nur erfolgreich sein, wenn der Jungbaum von der Baumschule her folgende Voraussetzungen mitbringt:

  • Gerader Mitteltrieb, der bis 1,5-fach stärker als die Leitäste ist.
  • 3 bis 4 Leitäste , – die radial um den Mitteltrieb gleichmäßig angewachsen sind,
    – die gleiche Durchmesser, gleiche Abgangswinkel und Länge haben,
    – die flache Abgangswinkel (ca.45°) haben und
    – die keinen Schlitzast haben (Qualitätsmangel!).

Einen solchen Obstbaum bei der Baumschule auszusuchen, ist für einen Normalkunden schwierig. Die dafür objektive Beratung seitens der Baumschulen ist nicht immer optimal, meist hat der Kunde bei der Baumschule nur eine begrenzte Auswahl von Bäumen im Verkaufseinschlag vor sich und wird nicht in die Baumschulquartiere gelassen, um sich besser gewachsene Bäume auszusuchen.

Beschaffung von Jungbäumen
Bei der Beschaffung von geeigneten Jungbäumen bin ich gerne behilflich, einige Sorten können auch direkt von mir bezogen werden:

Hartmut Brückner, Email: brueckner.h@gmx.de, Telefon: 0175 / 2210 232

Erntespillwinde erleichtert Streuobsternte am Hang

Schwierige Bedingungen durch Hangneigung

Ein Beitrag von Julian Rüsing

Die Obsternte im Bergischen Land gestaltet sich auf vielen Wiesen schwierig, vor allem auf denen mit starker Neigung, und dies lässt sich durch den Einsatz einer Erntespillwinde erleichtern..

Die bis zu 30 kg schweren Apfelsäcke müssen mühsam mit Schubkarre oder Minidumper den Hang hochgefahren werden, was nach kurzer Zeit zu Ermüdung der Helfer führt. Am Beispiel der Streuobstwiese Bergisch Gladbach-Steinacker wird dies deutlich: Auf 100 m Länge gibt es einen Höhenunterschied von ca. 30 m.

Die selbst gebaute Erntespillwinde

Durch ein Video im Internet bin ich auf die Idee gekommen eine Erntespillwinde, wie sie im Weinbau Verwendung findet, als Hilfe anzuschaffen. Bei der Recherche nach verschiedenen Modellen und deren Preisen wurde schnell klar, die Winde selber zu konstruieren und zu bauen.

Nach diversen Rechnungen wurden die ersten Teile angefertigt oder bestellt. Herzstück der Winde ist ein 13 PS starker Benzinmotor, der an ein Kegelradgetriebe montiert ist. So können Lasten bis 400 kg ohne Unterbrechung den Hang bei einer Geschwindigkeit von 30 m/min hoch gezogen werden.

Keine Zeit-, aber eine Kraftersparnis

Den ersten Ernteeinsatz im November 2016 hat die Winde  bestanden, wobei sich herausstellte, dass die Winde keine  große Zeitersparnis bringt, jedoch eine Kraftersparnis. Nun sind einige Verbesserung wie eine optimierte Seilführung und ein anderer Transportschlitten vorzunehmen.

erntespill

 

Birnen, Kirschen, Pflaumen, Äpfel: die offizielle Vorschlagsliste alter Obstsorten in NRW

Obstsortenliste

1995 gründete sich der so genannte „Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz in NRW“. Mitglieder sind Naturschutz- und Fachverbände, Baumschulverbände, Obstwiesenvereine sowie Fachbehörden einschließlich dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MKULNV).

Aufgaben und Ziele des Koordinierungsausschusses

Die Hauptaufgaben des Korrdinierungsausschusses liegen

  • in der Abstimmung ihrer Aktivitäten für Obstwiesen
  • und im gemeinsamen Einsatz für die Erhaltung von Obstwiesen in Nordrhein-Westfalen.
  • Ein wichtiges Ziel ist die gezielte Förderung von alten und die Begründung neuer Obstwiesen nach den früher üblichen Anbaumethoden.

Empfehlungsliste für hochstämmige Streuobstwiesen unter Mitwirkung von Hartmut Brückner

Der Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz empfiehlt folgende Obstsorten für hochstämmige Streuobstwiesen. Die Empfehlungen basieren auf Praxiserfahrungen im Streuobst, und Hartmut Brückner, Vorsitzender des Bergischen Streuobstwiesenvereins, hat an ihrer Erstellung mitgewirkt. Im Einzelfall können auch durchaus andere, robuste Sorten auf Hochstamm gepflanzt werden. Die Erfahrungswerte sind auch auf Halbstämme für Streuobst übertragbar.

Download der Sortenliste

nrw-sortenliste

 

Apfelfest des Bergischen Streuobstwiesenvereins

“Große Vielfalt an Bergischen Bäumen

Beim Apfelfest in Overath konnten Gartenbesitzer die Sorten der Früchte bestimmen lassen. Die häufigste Sorte im Rheinisch-Bergischen Kreis ist der Rheinischer Winterrambur. Der Pomologe Hartmut Brückner präsentierte 140 Apfelsorten.

Overath: Pomologe Hartmut Brückner wirft einen kritischen Blick auf den, zugegebenermaßen etwas mickrig ausfallenden, unregelmäßig geformten Apfel aus dem heimischen Garten. Er wiegt ihn noch kurz in der Hand und nickt dann entschieden mit dem Kopf: „Ein Rheinischer Winterrambur, keine Frage.“

Die häufigste Streuobstsorte im Rheinisch-Bergischen Kreis, erklärt er, wenn auch ein bisschen klein. „Den Baum sollten Sie mal schneiden“, rät der Pomologe augenzwinkernd. Der Bergische Streuobstverein hat dem Lieblingsobst der Deutschen ein Fest gewidmet, bei dem man nicht nur die heimischen Äpfel bestimmen lassen kann.

Die Apfelsorten-Ausstellung zeichnete sich durch eine hohe Vielfalt aus: 140 Apfelsorten hat der Pomologe binnen einer Woche aus ganz Deutschland und der Schweiz zusammengetragen. So viele Äpfel auf einem Fleck finde man selten, erklärt er.  Neben den gängigen Streuobst- und Hausbaumsorten sind auch Raritäten wie spezielle Allergikeräpfel zu finden, die auf dem Markt nicht frei erhältlich sind.

Nicht nur Ratsuchende finden durch Obstbau- und Obstsortenberatungen Hilfe, sondern auch Feinschmecker kommen auf ihre Kosten: Neben dem Verkauf von Tafeläpfeln aus dem Streuobstbau kann man auch frisch gepressten Apfelsaft erwerben.

Unterdurchschnittliche Ernte

Die Ernte fällt dieses Jahr jedoch unterdurchschnittlich aus. „Zuerst sah es nach einer reichhaltigen Ernte aus“, erklärt Brückner. Durch die frühere Blütezeit verschob sich der Reifepunkt jedoch um zwei Wochen nach vorn, die Folge: Alle Äpfel fielen frühzeitig vom Baum. Und Fallobst macht mehr Arbeit, denn die faulen Äpfel müssen nachträglich aussortiert werden.

Für den Pomologen, der als Einmannbetrieb nur von ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt wird, bedeutet das einen hohen Arbeitsaufwand. Auch in der Menge des selbst gemachten Apfelsafts macht sich die ungünstige Erntesituation bemerkbar: Statt der üblichen 16 Tonnen presste Brückner dieses Jahr nur zehn.

Für angehende Apfelbaumbesitzer gibt es einen Obstbaumverkauf. Dieser liegt dem Pomologen besonders am Herzen: „Ich lege Wert darauf, dass ich die Bäume selber aussuche“, erklärt er. Eine gleichmäßig gewachsene Krone erspare Arbeit bei der Erziehung.

Neben den Äpfeln präsentieren sich Pilze und Bienen als weitere Hauptdarsteller des Fests. Die Imkerei sei für den Obstanbau unverzichtbar, erklärt Brückner und daher sei es umso wichtiger, die örtlichen Imkereien zu unterstützen. Pilzexperte Willi Menrath klärt über Pilzarten, ihre ökologische Bedeutung und darüber auf, wie nachhaltiges Sammeln funktioniert. Das Apfelfest in Overath ist damit ein ökologischer Rundumschlag.”

Bericht des Kölner Stadtanzeiger vom 14.10.2014, zitiert aus dem Internet:
http://www.ksta.de/overath/landwirtschaft-in-rhein-berg-grosse-vielfalt-an-bergischen-baeumen,15189236,28733250.html