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Vergrößerte Pflanzabstände bei mittelstark wachsenden Apfelbäumen mit Öschberg-Schnitt auf Streuobstwiesen

 

Mittelstark wachsende Apfel-Unterlagen benötigen beim Erziehungsschnitt nach Öschberg mehr Platz als in den Fachmedien angegeben

 

Die Unterlagen MM 106 und M 7 sind mittelstark wachsend und im Gegensatz zu M9 und M 27 kräftig genug, um sich gegen Grasbewuchs durchsetzen zu können. D.h., sie benötigen keine dauerhafte Entfernung der Grassode um den Stamm herum und sind deshalb auch für Streuobstwiesen geeignet.

Im Gegensatz zu den stark wachsenden Unterlagen (Sämling, A 2, M 111) sind die großen Vorteile von Apfelbäumen mit mittelstark wachsenden Unterlagen,

  • die Pflege- und Erntemaßnahmen wesentlich erleichternde maximale Höhe von 4 Metern
  • und das schnellere Einsetzen des Fruchtertrags.

Auch haben die  MM 106- und M 7 – Unterlagen genügend Wuchskraft, um bei einem Öschbergschnitt unter guten Wuchs- und Schnittbedingungen die Leitäste dick genug wachsen zu lassen.  Die Leitäste sind dann so stabil, dass sie bei Vollertrag annähernd ihre schräge Position beibehalten können.

Häufig kommen aber nach Öschberg geschnittene Apfelbäume mit MM 106- und M7 – Unterlagen schon  früh in den Ertrag, wenn die Leitäste noch nicht die genügende Stabilität aufweisen. Die Folge ist, dass sie herab sinken, und somit geht der Baum dann erheblich mehr in dire Breite als geplant.

Von den Baumschulen werden Halbstämme, die ja nach vorherrschender Meinung nach der Methode von Öschberg geschnitten werden sollten, mit den mittelstark wachsenden Unterlagen MM 106 oder M7 verkauft. Recherchiert man jetzt im Internet über die notwendigen Pflanzabstände bei diesen Unterlagen, findet man Angaben, die sich aber alle auf Buschbäume und nicht auf Öschbergschnitte beziehen.

Beispiel eines Jungbaumes mit einer MM 106- oder M 7-Unterlage und einem Erziehungsschnitt nach Öschberg

Hinweis: hier können Sie sich über die Grundlagen der Kronenerziehung nach Öschberg informieren.

Höhe und Platzbedarf bei Buschbäumen mit MM 106 – oder M 7- Unterlagen

  • Maximale Höhe: ca. 400 cm,
  • maximale Breite ca. 350 cm,
  • Pflanzabstand 300 – 400 cm,
  • angegebener Platzbedarf 16 – 25 qm pro Baum

Höhe und Platzbedarf bei Öschberg-Halbstämmen mit MM 106 – oder M 7- Unterlagen

  • Maximale Höhe des Mitteltriebs: ca. 400 cm, maximale Höhe der Leitäste bei 45 Grad: 350 cm,
  • maximale Breite der Leitäste bei 45 Grad: 175 cm, Baumbreite bei 45 Grad = 2 x 175 cm + überstehende Seitenäste = 400 cm
  • Breite beim Herabsinken der Leitäste durch Fruchbehang: bis maximal waagerechte Stellung der Leitäste = 2 x 350 cm = 700 cm, bei diesem Beispiel wär ein Platzbedarf von mindestens 7 x 7 m = 49 qm notwendig,
  • Empfohlener Platzbedarf: anstatt 25 qm bei Buschbäumen mindestens 36 qm beim Öschbergschnitt.

Praxistipp für das Pflanzen von mittelstark wachsenden Apfelbäumen, deren Krone Sie nach der Schnitttechnik von Öschberg aufbauen wollen

Wenn Sie eine Öschberg-Krone haben wollen, dann sollten Sie beim Pflanzen der Apfelbäume mit MM106- oder M 7- Unterlage unbedingt 600 cm Pflanzabstand einhalten, auch wenn die Entscheidung schwer fällt.

Außerdem sollten Sie dafür sorgen, dass die Leitäste so dick werden, dass sie kaum noch mehr nach unten absinken und der Baum dadurch in die Breite geht. Sollten Sie bemerken, dass sich die Leitäste trotz aller Erziehungsmaßnahmen beim Fruchtbehang nicht nur an den Spitzen, sondern in ihrer ganzen Länge herunterbiegen, und man will keine Früchte entfernen, so  lassen sich die Leitäste durch spezielles verstärktes Fixierband am Mitteltrieb in Position halten. Das Fixierband können Sie am Baum belassen, bis die Leitäste die notwendige Dicke aufweisen.

Die Gefahr einer Kronenverbreiterung durch den Öschbergschnitt betrifft eigentlich alle Apfelbäume, nicht nur diejenigen mit MM 106- und M 7- Unterlage! Also rechnen Sie beim Öschbergschnitt ruhig einige Meter Pflanzabstand hinzu, da Sie ein langsames Absinken der Leitäste über die Jahre nur mit großem Aufwand verhindern können!

Hier erfahren Sie mehr über die (theoretischen) Pflanzabstände bei Apfelbäumen mit verschiedenen Unterlagen.

 

 

Wühlmausschutz durch Drahtzylinder mit 100 cm Durchmesser

Ursprünglich hat der nach der Methode von Jan Bade gesetzte verzinkte Drahtzylinder einen Durchmesser von 50 cm  (die praktische Anleitung zur Pflanzung in einen Drahtzylinder nach Jan Bade erhalten Sie hier), wir haben jetzt auf der neu angelegten Streuobstwiese in Burscheid-Kämersheide den Wühlmausschutz durch Drahtzylinder mit 100 cm Durchmesser noch verbessert.

Mehr Platz für die Wurzeln

Die wachsenden Wurzeln können sich innerhalb des geschützten Drahtbereiches besser ausbreiten. Nach einigen Jahren ist auch der verzinkte Drahtkorb verwittert. Wenn dann die Wühlmäuse an die Wurzeln im inneren Bereich kommen, sind sie schon so dick, dass sie für die Nager weniger interessant sind.

Wühlmausschutz durch Drahtzylinder mit 100 cm Durchmesser: 150 cm Maschendrahthöhe werden benötigt

Damit der Boden um den Baumstamm auch von oben vor Wühlmäusen geschützt ist, muss der Draht oberhalb des Bodens bis zum Stamm hin eingeknickt werden. Dazu wird ein Drahtgeflecht mit einer Höhe von mindestens 150 cm benötigt. Diese Abmessungen sind selten zu bekommen. Wenden Sie sich bei solch einer Pflanzung am besten an den darauf spezialisierten Garten- und Landschaftsbau Plückebaum in Remscheid. Untenstehend können Sie in zwei Videos sehen, wie der Wühlmausschutz durch Drahtzylinder mit 100 cm Durchmesser angebracht wird.

 

 

Individuelle Baumpflege alter Apfelsorten

Apfelbaumpflege und Apfelbaumschnitt können ziemlich kompliziert sein; nicht nur allgemeine Grundlagen gilt es zu lernen, sondern es gibt darüber hinaus auch noch die sortenspezifische individuelle Baumpflege alter Apfelsorten. Wie man Kronen von Jungbäumen verschiedenster Sorten fachgerecht aufzubaut, in welchem Wuchsstadium man wie schneidet, geschieht teilweise nach unertschiedlichen Richtlinien.

Über allgemeine Pflegemaßnahmen hinaus gibt es auch die individuelle Baumpflege alter Apfelsorten

Wenn man dann aber nach einiger Zeit etwas mehr Erfahrung gesammelt hat, so stellt man fest, dass jede Sorte ihr eigenes Wuchsverhalten hat und zu einer sortenspezifischen Kronenform neigt. Die eine Sorte wächst schnell, die andere langsamer. Dann gibt es Sorten, die haben überwiegend kurzes Fruchtholz, andere eher längeres.


Felco 2: für mich die beste Baumschere

Wenn Sie auf der Streuobstwiese Apfelbäume verschiedener Sorten beschneiden wollen, so können Sie mit Ihrem Smartphone die sortenspezifischen Praxistipps direkt vor Ort abrufen und anwenden.

Rolf Meyer

Mostapfelernte am Bensberger Kardinal-Schulte Haus

Der Bergische Streuobstwiesenverein organisierte für Schulkinder eine Mostapfelernte am Bensberger Kardinal-Schulte Haus. Ca. 100 Kinder der kath. Grundschule Bensberg nahmen am Di. 26.9.17 ab 9.30 Uhr auf dem Gelände des Kardinal Schulte Hauses an der Ernteaktion teil.

Der Kölner Stadtanzeiger berichtete darüber:

Die Vereinsmitgliedlieder Michael Müller und Hartmut Brückner mit den Kindern bei der Ernteaktion

Bergschafe für die Beweidung von Streuobstwiesen

Bergschafe eignen sich besonders gut für das Klima im Bergischen Land

Bergschafe stammen ursprünglich aus dem Alpenraum. Sie sind aufgrund ihres dichten Fells besonders unempfindlich gegen Wettereinflüsse wie Nässe und Kälte. Dadurch eignen sie sich besonders für die Beweidung von Bergischen Streuobstwiesen.

Beweidung des Bergischen Streuobst-Sortengarten in Remscheid durch Braune Bergschafe

Braunes-BerschafRolf Meyer, Mitglied des Bergischen Streuobstwiesenvereins und zuständig für den Sortengarten, hat mit dem Remscheider Züchter von Braunen Bergschafen, Klaus Louis Hanne, eine Kooperation vereinbart:

10 Mutterschafe und 20 Lämmer werden auf der ca. 2 Hektar großen Fläche weiden.

Die Schafe werden satt, die Wühlmäuse in Schach gehalten, und es braucht kaum noch gemäht zu werden. Eine klassische “win-win-Situation”.

Hier geht es zu einem youtube-Infofilm über Braune Bergschafe: