Klima

Das Wetter im Bergischen Land

Hohe Niederschlagsmengen: Der sogenannte “Bergische Steigungsregen”

Feuchte atlantische Luftmassen treffen mit den westlichen Luftströmungen im Bergischen Land erstmals auf ein Hindernis und werden gestaut. Die Folge sind Steigungsregen, die im Raum Remscheid und Wuppertal und in den unmittelbar sich östlich anschließenden Orten des Oberbergischen Kreises (Radevormwald, Hückeswagen) auf bis zu 1500 mm jährlich ansteigen können.

Niederschlagsmengen NRW

 

Die dunkelblauen Gebiete (Bergisches Land)
markieren Regionen mit bis zu 1500 mm
Niederschlag pro Jahr.
(vgl.Klimaatlas-nrw.de)

Temperaturdifferenzen zwischen der Kölner Bucht und dem östlichen bergigen Hinterland

Im Durchschnitt

  • liegt die mittlere Jahrestemperatur im Bergischen Land bei 7 bis 10 °C
  • und die Anzahl der Tage mit einer Temperatur mehr als 10 °C (Vegetationszeit) liegt zwischen 150 und 180 Tagen.

Allerdings gibt es hier Unterschiede von 3 bis 4 °C zwischen den wärmeren Gebieten in den kleinen westlich gelegenen Arealen des Bergischen Landes, die schon zur Kölner Bucht gehören (Teile von Köln, von Leverkusen und vom Rhein-Sieg-Kreis) und den kühlen Höhenzügen und steilen Tälern um Remscheid, Wuppertal und dem Oberbergischen Kreis.

Wuchsbedingungen für Pflanzen im Bergischen Land

In der Vegetationszeit beträgt die mittlere Temperatur 13 bis 16 °C. Für die natürliche Vegetation sind mit diesen Klimamerkmalen sehr günstige Wuchsbedingungen gegeben. Man spricht nicht umsonst vom “Bergischen Regenwald”: auf nicht genutzten Flächen wächst innerhalb kurzer Zeit waldähnliche Vegetation aus, überall sprießt es, wenn man es nur lässt. Nicht von ungefähr gehören beispielsweise die Bergischen Städte Remscheid und Wuppertal zu den waldreichsten Großstädten in Deutschland.
Einen guten Eindruck von den günstigen Wachstumsbedingungen dieser Gegend vermittelt eine sommerliche Autofahrt: Die Straßen in den engen Bergischen Tälern sind dermaßen mit Bäumen überkront, dass es dort auch im Sommer ratsam erscheint, das Fahrzeuglicht einzuschalten.

Auswirkungen des Klimas auf den Streuobstanbau im Bergischen Land

  • Schnelles Wachstum der Jungbäume aufgrund der allgemein günstigen Wuchsbedingungen.
  • In den höher gelegenen Regionen wachsen am besten dem Wetter angepasste Sorten von Äpfeln und Pflaumen. Birnenanbau lohnt sich in den Höhenlagen kaum.
  • Die kühlen Nächte in den Bergregionen können zu einer Qualitätssteigerung und längeren Haltbarkeit des dort angebauten Streuobstes führen (Vgl. hierzu auch Friedrich/Neumann/Vogel, „Physiologie der Obstgehölze“, Akademie-Verlag, Berlin 1978).
  • In den tiefer gelegenen Regionen (Kreis Mettmann, Solingen-Ohligs, Leichlingen, Leverkusen, südlicher Rheinisch-Bergischer Kreis, Kölner Raum) gedeihen auch empfindlichere Apfelsorten, Birnensorten und empfindliche Pflaumensorten (Renekloden).