H. J. Bannier’s Liste der Apfel-Pflückreife-Wochen

Streuobstwiesen mit abgestimmten Reifezeiten

Plant man beispielsweise die Anpflanzung einer Streuobstwiese für die Herstellung von Apfelsaft, so ist es erforderlich, dass man sich für Sortengruppen entscheidet, die zu gleicher Zeit reif werden. Damit ist gewährleistet, dass zu einem Erntezeitpunkt auch alle Äpfel den optimalen Reifegrad aufweisen.

Auf die Angabe der Reifezeiten in der Fachliteratur ist kein Verlass

Reifezeiten können sehr unterschiedlich ausfallen, es kommt hierbei auf viele Faktoren an:

  • Anbaugebiet,
  • klimatische Bedingungen im betreffenden Jahr,
  • Veredlungsunterlage (man kann davon ausgehen, dass auf Büschen oder Spindeln gezogenes Obst schneller reif wird als das Hochstämmen wachsenden).

Die uns zur Verfügung stehende Fachliteratur sammelt Informationen über Streuobstsorten, die aus verschiedenen Jahren  und aus verschiedenen Anbaugebieten stammen. Solche Angaben über Reifezeiten bleiben immer im Ungefähren: “Sommerapfel”, “Herbstapfel”, “Winterapfel”…..

Die Feststellung der relativen Pflüchreifezeiten

Das geht nur an einem Ort, in einem Jahr und mit Bäumen, die alle eine ähnliche Unterlage aufweisen. Derartige Veröffentlichungen gibt es kaum.

Die sortenspezifische Pflückreife

Jede Apfelsorte hat eine sortenspezifische Pflückreife. Diese kann – je nach Wetterverlauf – von Jahr zu Jahr variieren (in der Regel innerhalb einer Varianzbreite von 2 Wochen, in Jahren mit extrem heißer oder extrem kühler Witterung auch noch stärker).

Was jedoch in der Regel nicht (oder nur gering) variiert, ist die Reihenfolge der Reifezeiten der verschiedenen Sorten untereinander. Deshalb wurde hier der Versuch unternommen, eine Reihenfolge der Erntereife von 200 verschiedenen Apfelsorten vorzunehmen. Als Reifezeitraum wurde i.d.R. ein Zeitraum von 2 Wochen definiert.

Während die Reihenfolge der Reife der verschiedenen Sorte untereinander auch in verschiedenen Regionen Deutschlands und an den unterschiedlichsten Standorten (z.B. Südhang, Nordhang) in etwa gleich bzw. ähnlich bleibt, können die konkret genannten Erntetermine einer Sorte je nach Standort stark variieren.

Faktoren wie Standort und Wurzelunterlage beeinflussen den Reifezeitpunkt

Sie können sich in Weinbaulagen (oder Südhanglagen) zeitlich nach vorne verschieben, in Höhenlagen (bzw. kühlen Lagen oder Nordhanglagen) auch nach hinten. Auch die Bodenverhältnisse eines Standorts (Sandboden = wärmer/früher, schwerer Lehmboden = kühler/später) können die Erntetermine der Sorten jeweils etwas beeinflussen.

Die vorgestellten Erntetermine beziehen sich auf hochstämmige Obstbäume bzw. Bäume/Büsche auf mindestens mittelstarken Wurzelunterlagen. Auf den heute im Erwerbsobstbau üblichen schwachen Unterlagen (M9) reifen die Sorten in der Regel abweichend 1-2 Wochen eher.

Feststellung der Reifezeitpunkte in Ihrer lokalen Umgebung

  1. Wählen Sie eine Sorte, die bei Ihnen gerade reif ist. Dies ist dann Ihre Referenzsorte
  2. Vergleichen Sie den “lokalen” Pflückreifezeitpunkt mit den Angaben zu dieser Sorte in der Liste.
  3. Bei einem veränderten Pflückreifezeitpunkt Ihrer Referenzsorte um plus X oder minus X Tage/Wochen bezieht sich diese Differenz auch auf alle anderen Sorten, die bei Ihnen wachsen.

Autor: Hans Joachim Bannier
Copyright: Hans-Joachim Bannier / Rolf Meyer

Die Liste der Reifezeiten von Apfelsorten

Autor: Hans Joachim Bannier
Copyright: Hans-Joachim Bannier / Bergischer Streuobstwiesenverein e.V.