Was ist eine Streuobstwiese?

Unter “Streuobstwiese” verstehen wir Anpflanzungen

  • mit Hoch- und Halbstämmen auf stark und mittelstark wachsenden Unterlagen,
  • die – bedingt durch größere Pflanzabstände – extensiver bewirtschaftet werden,
  • bei denen auf Pestizid-, Fungizideinsatz und Kupferspritzmittel verzichtet werden.
  • Bei Bedarf schonende zusätzliche Beweidung, Verzicht auf Massentier- und Dauerbeweidung.

Möglichkeit der Doppelnutzung einer Anbaufläche auf Streuobstwiesen

Das Charakteristische einer Streuobstwiese ist die Kombination von Obstbäumen mit Dauergrünland als Bodennutzung. Der Bodenaufwuchs kann als Viehfutter dienen: entweder direkt durch Abweidung oder wenn er gemäht und danach zu Heu verarbeitet wird.

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Streuobstwiesen sind ökologisch wertvolles Habitat

Die extensiv genutzte Streuobstwiese entwickelt eine reichhaltige und reich strukturierte Vegetation, und als Folge davon stellt sich eine reichhaltige Tierwelt ein mit Insekten, Vögeln und Kleinsäugern. In einer Studie ist nachgewiesen worden, dass bis zu 5000 Pflanzen- und Tierarten in einer Streuobstwiese vorkommen können, mehr als in jedem anderen Biotop. Außerdem führen Streuobstwiesen zu einer Belebung des Landschaftsbildes, hemmen Bodenerosion infolge Windeinwirkung und helfen Regenwasser zurückzuhalten.

Trotz der extensiven Bewirtschaftung mit geringem Arbeitsaufwand sind die Erträge beträchtlich. Durch die naturnahen Kreisläufe und Nachhaltigkeit stellen Streuobstwiesen ein Paradebeispiel angewandter Permakultur dar und bieten in unserer ausgeräumten Landschaft dringend benötigten Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten wie Frauenmantel, Stare und dem seltenen Gartenrotschwanz.

Streuobstwiesen sind beliebter Landschaftsraum

Die große Beliebtheit bei der Bevölkerung sowie der hohe Stellenwert für Natur und Umwelt erklärt den allgemein anerkannten Nutzen für das Gemeinwohl und rechtfertigt eine gemeinnützige Bewertung der Aktivitäten zur Erhaltung und Förderung von Streuobstwiesen.