Archiv der Kategorie: Allgemeines

Sonnenbrandschäden auf Äpfeln

Schädigung durch Sonnenbrand auf Äpfeln

Sonnenbrand auf Äpfeln, Foto von Hans Joachim Bannier

Schädigungen durch extreme Sonneneinwirkung bei Äpfeln

Von Hans Joachim Bannier

Die heißen Tage in der letzten Obstsaison haben uns extreme Sonnenbrandschäden auf den Früchten beschert, d.h. die auf der Sonnenseite der Bäume hängenden Früchte heizen durch die Sonneneinstrahlung so stark auf, dass die Oberfläche mehr als 55°C. heiß wird und die Zellen zu “schmelzen” beginnen, so wie das auf dem beigefügten Foto zu sehen ist.

Sonnenbrandschäden auf Obst als neues Phänomen

Das Phänomen der Sonnenbrandschäden ist in der Geschichte des Obstanbaus völlig neu. Vergleichbar massive Schäden sind in der obstbaulichen Literatur der letzten 200 Jahre niemals beschrieben worden (und so akribisch, wie die alten Obstbaubücher alle biologischen und physikalischen Probleme des Obstbaus akribisch beschrieben haben, hätte man auch Sonnenbrandschäden als obstbauliches Problem nicht unerwähnt gelassen!). Einzelne heiße Tage über 30°C hat es im 19. Jh. in Deutschland auch schon gegeben, ohne dass das die heute sichtbaren Schäden zur Folge hatte. Und auch heute gibt es einzelne heiße Tage, die keine Schäden an Äpfeln verursachen, während an anderen Tagen plötzlich starke Schäden zu beobachten sind. Das lässt vermuten, dass neben der Temperatur auch noch andere Faktoren – wie die (durch diverse Abgas-Emissionen) zum Teil “löchrige” Ozonschicht der Erde – die Sonnenbrandschäden begünstigen.

Hitzeschäden beim Obst sind kein singuläres Ereignis mehr

Die ersten starken Sonnenbrandschäden auf Äpfeln habe ich an einem Wochenende im Juli 2006 beobachtet; seither ist es durchschnittlich fast jedes zweite Jahr, in dem wir solche Schäden beobachten können. Besonders schlimm war es in der letzten Augustwoche 2015, aber auch im Jahr 2019 hatten wir wieder massive Schäden.

Das Aufbringen von Kaolin-Gesteinsmehl ist nur ein symptomatischer, kein ursächlicher Ansatz

In den großen Obsthöfen in Deutschland wird inzwischen regelmäßig Kaolin auf die Früchte gespritzt, ein helles Gesteinsmehl, das die Sonneneinstrahlung reflektiert und somit die Oberfläche der Früchte nicht so heiß werden lässt.

Die Ursache: der Klimawandel

Will man nicht nur Symptome kurieren, sondern die Ursachen dieser Veränderungen angehen, sind wir mitten in Fragen des Klimawandels und damit mitten in der Politik, aber auch mitten in der Frage, wie wir eigentlich leben und wie viele Ressourcen wir – besonders in den Industrienationen – eigentlich meinen verbrauchen zu können.

Wir Menschen sind Verdrängungskünstler: Solange wir die Folgen unserer Handlungen nicht direkt wahrnehmen oder am eigenen Leib zu spüren bekommen, verdrängen wir sie.

Neben vielen anderen Ursachen ist z.B. auch der Flugverkehr mit seinen Abgasen am menschengemachten Klimawandel beteiligt – nach Berechnungen von Wissenschaftlern mit etwa 3%. Könnten wir täglich sehen, wieviele Flugzeuge am Tag über unsere Köpfe hinwegfliegen (z.B. wenn sich die Kondensstreifen nicht auflösen würden), würden wir vielleicht erschrecken.

Wie genau der Flugverkehr – mit seinen in großer Höhe in die Atmosphäre verbrachten Kerosinabgasen – sich auf Klimawandel und Ozonschicht auswirkt, können Wissenschaftler heute nur anhand von Rechenmodellen vermuten. Genau wissen tun wir das nicht – ein weltumspannender Großversuch sozusagen (nicht der einzige im Zeitalter der Industrialisierung) mit offenem Ausgang.

Der Flugverkehr ist auch nur ein Beispiel von vielen, die sowohl für Versäumnisse in der Politik stehen (warum wird Autobenzin besteuert und Flugbenzin nicht?) als auch die menschliche Verdrängungskunst, was die Diskrepanz zwischen ‘Wissen’ und ‘Handeln’ betrifft.

Mit den Sonnenbrandschäden an Äpfeln (und auch anderen Kulturpflanzen) bekommen wir die Veränderungen des Weltklimas heute jedenfalls direkt in den Garten…

Copyright: Hans Joachim Bannier/Rolf Meyer

Gründe für die niedrige Apfelernte 2019

Von Hans Joachim Bannier,
redaktionelle Bearbeitung: Rolf Meyer

In diesem Jahr schauten wir leider auf eine sehr schwache Apfelernte. Aufgrund des starken Ertrags 2018 sowie der gleichzeitigen Trockenheit 2018 hatten viele Bäume im letzten Jahr nicht die nötige Kraft, um schon Blütenknospen für 2019 zu bilden.

So war ohnehin eine schwächere Ernte zu erwarten. Dass die diesjährige Ernte aber bei höchstens 20% liegen wird, lag zudem am Wetter während der Blütezeit: Extrem schwankend, zwischen einzelnen sonnig-warmen Stunden und dann wieder kalten und regnerischen Tagen wechselnd. Zunächst schienen die Blüten befruchtet zu sein, dann jedoch fielen die Fruchtansätze einige Tage nach der Blüte ab. Ob es am Ende die kalten Temperaturen waren oder die noch immer vom Vorjahr zu trockenen Böden, bleibt unklar.

Copyright: H.J Bannier / Rolf Meyer

Fachbeiträge von Hans Joachim Bannier

Der Bergische Streuobstwiesenverein (BSOWV) veröffentlicht ab sofort pomologische Fachbeiträge von Hans Joachim Bannier.

H. J. Bannier ist der bekannteste deutsche Pomologe und einer der profundesten Kenner alter Apfelsorten. Er hat einen Sortengarten in Bielefeld mit mehr als 350 Obstsorten und verkauft in seinem Hofladen Tafeläpfel, Apfelsaft und weitere Obsterzeugnisse. Dort veröffentlicht er auch sehr interessante praktische Tipps zum Anbau  verschiedener Apfelsorten und zu weiteren pomologischen Themen.

Wir konnten uns das Internet-Copyright für diese Fachinformationen sichern. Nach redaktioneller Bearbeitung durch Rolf Meyer werden hieraus Fachbeiträge verfasst und zwar:

  • praktische Tipps zum Aufbau und Erhalt von Streuobstwiesen. Diese Artikel werden im BSOWV-Streuobstblog erscheinen,
  • außerdem Informationen zu einzelnen Apfelsorten, Diese Hinweise werden seine Kurzdarstellungen in der Rubrik “Banniers 200 Apfelsorten” weiter ergänzen.

Rolf Meyer

Astscheren werden im Obstbaumpflege-Kurs benötigt

29.11.: Obstbaumpflege-Kurs in Overath

Am Freitag, den 29.11.2019 beginnt der Obstbaumpflege-Kurs, des vom Vorsitzenden des Bergischen Streuobstwiesenverein e.V., Hartmut Brückner, geleitet wird.

29.11.2019 um 18 Uhr in der Volkshochschule Overath-Untereschbach, Schulstr.15, Raum 11 – Theorie mit Beamer-Vortrag.
30.11.2019 um 9 Uhr in meiner Baumschule gegenüber Haus 10, Straße Schmitzbüchel, Overath, später geht es auf die Obstwiese Löhe – Praxis der Obstbaumpflege.

Teilnahmegebühren: 25,10 Euro

Für Mitglieder des Bergischen Streuobstwiesenverein ist die Teilnahme kostenlos

Anmeldungen bei der VHS Overath

180 kg Erntemenge 2019 im Apfelsortengarten Remscheid

Die Streuobstbäume im Sortengarten sind noch sehr jung. Nur bei einigen wenigen von ihnen ist überhaupt mit einer Ernte zu rechnen. In der letzten, sehr guten Saison (2018) waren es immerhin schon ca. 700 kg Steruobst-Äpfel, die geerntet werden konnten.

In diesem Jahr konnten nur 180 kg Streuobst-Äpfel geerntet werden. Das reichte gerade einmal für den Eigenbedarf. Die Gründe für die im Vergleich zu 2018 viel geringere Ernte:

  • die Durchführung des Versuchs im Frühjahr 2019, durch Förderung von Konkurrenzblühern die Befruchtungsrate an den Obstbäumen zu verringern (dadurch soll das manuelle Vereinzeln von Blüten und jungen Früchten an den Bäumen vermieden werden: siehe auch den Beitrag hierzu).
  • Der Versuch war erfolgreich, allerdings führte der überaus trockene Sommer und der immense an Läusen und Apfelwicklern zu einer weiteren starken und nicht beabsichtigten Verringerung der Erntemenge.

Trockenes Klima führte zu kleinen Äpfeln mit großem Geschmack

Ein Großteil der Ernte wurde wurde in Körben auf die Ladefläche eines PIck-ups geladen, zur mobilen Mosterei Rapp nach Mettmann gefahren und dort zu Apfelsaft gepresst. Es reichte für 35 Dreiliter-Bags. Nicht sehr viel, dafür ist aber die Qualität des Saftes bemerkenswert. Der Grund hierfür: die Äpfel waren relativ klein, wiesen aber trockenheitsbedingt eine erhöhte Konzentration an Geschmacksstoffen auf.

von ihnen tragen schon. stehen schon am Anfang Rolf Meyer, Betreiber des BSOWV Sortengartens in Remscheid, konnte in diesem Jahr nur 200 kg Äpfel ernten. Im Vergleich dazu: im letzten Jahr waren es ca. 800 kg.

Streuobst-Ernte 2019 in Overath, Kürten und Bergisch Gladbach

Hartmut Brückner, der Vorsitzende des Bergischen Streuobstwiesenverein e.V. informiert:

“Die Mostobsternte 2019 haben wir glücklich zu Ende gebracht. Hier nun ein paar Daten:

21.09.2019:  Birnenernte in Kürten-Herschertal

950 kg Mostbirnen haben wir zu dritt am Tag zuvor auf der Herrschertal-Wiese geerntet, und ich habe sie dann in zwei Großkisten und in einer Bütt zur Brennerei Brauweiler nach Meckenheim-Adendorf gebracht. Es handelte sich um folgende Birnensorten: Köstliche von Charneu, Pastorenbirne, Tongern und Gellerts Butterbirne. Der Birnenbrand soll im Februar 2020 fertig werden. Ich hoffe, dass er schmeckt. Es ist das 1. Mal, dass ich mich auf diese Weise an die Verwertung von Birnen heranwage.

25.09.2019: Apfelernte auf den Obstwiesen beim Kardinal-Schulte-Haus in Bensberg

2.893 kg Mostäpfel fahre ich mit Transit und Anhänger zur Bad Hönninger Fruchtsaftkelterei zum Pressen, Pasteurisieren und Abfüllen in 0,7-Liter-Flaschen. Das ist das Ergebnis des Einsatzes vom 21. bis 24.9.2019 auf den Obstwiesen beim Kardinal-Schulte-Haus in Bensberg, in Moitzfeld und Löhe. Geerntet haben wir mit insgesamt 5 Personen Gravensteiner, Jakob Lebel, Croncels, Kaiser Wilhelm, Boskoop, Graue Französische Renette, Gelber Bellefleur, Riesenboiken, Kardinal Bea, Berlepsch und Braeburn.

01.10.2019: Apfelernte in Moitzfeld und Kürten-Herrschertal

2.335 kg Mostäpfel nach Bad Hönningen. Geschüttelt und aufgelesen haben wir wechselnd zu viert am 25. bis 28.9.2019 auf den Obstwiesen in Moitzfeld und Kürten-Herrschertal. Folgende Apfelsorten waren dabei: Kaiser Wilhelm, Goldparmäne, Schneiderapfel, Boskoop und Rheinischer Bohnapfel.

14.10.2019: Apfelernte in Löhe, Rösrath-Eigen und Bensberg

2.648 kg Mostäpfel nach Bad Hönningen. Zusammengetragen haben wir folgende Apfelsorten mit wechselnder Beteiligung zu dritt: Golden Delicious, Kaiser Wilhelm, Ontario, Rheinicher Bohnapfel, Kardinal Bea, Riesenboiken, Westfälischer Gülderling, Schöner aus Herrenhut, Roter Herbstkalvill, Berner Rosenapfel, Herrenapfel, Roter Münsterländer Borsdorfer und Lanes Prinz Albert auf den Obstwiesen beim Kardinal-Schulte-Haus, in Löhe und Rösrath-Eigen.

Zusammengekommen waren für die Flaschenabfüllung in diesem Jahr 7.876 kg, in 2018 waren es 25.960 kg. Der Überschuss vom letzten Jahr hilft, beim Beliefern der Verkaufsstellen über die Runden zu kommen. Ich rechne mit einem Ausverkauf im Sommer.

Ich danke allen Helfern für ihren Ernteeinsatz!

Hartmut Brückner, Vorsitzender des Bergischen Streuobstwiesenverein e.V.

BSOWV-Obstausstellung 2019: 150 Apfel- und 21 Birnensorten

Der Bergische Streuobstwiesenverein hat in diesem Jahr wieder trotz mäßigen Behangs an den Bäumen eine umfangreiche Obstsortenausstellung zusammengestellt. Sie wird gezeigt

  • beim Leichlinger Obstmarkt in der Balker Aue in Leichlingen vom 3. bis 6.10.2019
  • wie auch bei den Herbsttagen bei der Manufaktum-Zentrale, Hiberniastr., Waltrup am 19. und 20.10.2019.

Verantwortlich dafür ist der Vereinsvorsitzende Hartmut Brückner.

Hier können Sie Liste der ausgestellten Sorten herunterladen, inclusive einiger nützlicher sortenspezifischer Tipps: Streuobstaustellung BSOWV 2019

Gesucht wird noch ein Standort im Raum Köln und angrenzendem Bergischen Land für eine Dauerausstellung dazwischen und danach.

Steuerung der Erntemenge durch Konkurrenzblüher: das Ergebnis

Zur Erinnerung: Der Versuch – wir lassen die Blümchen blühen

2019 habe ich versucht, durch eine Förderung der Konkurrenzblüher die Befruchtungsrate bei den Apfelbäumen zu vermindern, so dass eine spätere, sehr arbeitsaufwändige manuelle Fruchtvereinzelung  nicht mehr nötig sein sollte.

Das Ergebnis

Anfang bis Mitte der Apfelblüte haben wir die Obstwiesen nicht gemäht, so dass unser sehr starker Löwenzahnbewuchs aufblühen konnte. Das hatte zur Folge, dass sich genau dort die Bienen tummelten. Entsprechend weniger Insektenflug gab es in der Höhe der Apfelblüten.

  • Die Fruchtansätze an den früh (zur Löwenzahnblüte) blühenden Apfelbäumen fielen geringer aus.
  • Während bei den späten Apfelsorten (Rheinischer Bohnapfel, Boskoop, Zuccalmagliorenette, Zabergäurenette, Adersleber Kalvill usw.) mehr Blüten befruchtet wurden.

Bei den zur gleichen Zeit wie beim Löwenzahn blühenden Apfelbäumen wurden nur 2-3 Blüten pro Büschel befruchtet.

Welche Faktoren wären in der Lage gewesen, das Ergebnis zu verfälschen?

  • Zu wenig Befruchtung durch kalten Witterung? Für die Bienen war das Klima ausreichend.
  • Es gibt zu wenig Bienen in der Nähe der Obstwiesen? In unmittelbarer Nähe standen mehrere Bienenstöcke. Bienen flogen genug herum, was man beobachten konnte. Sie besuchten Jedoch kaum die Apfel-, sondern hauptsächlich die Löwenzahnblüten.
  • Zu wenig Blüten durch Alternanz? Im Jahr davor wurden die Früchte auf den Bäumen manuell vereinzelt. Eine allgemeine Alternanz konnte dementsprechend kaum keine Rolle spielen.

Schlussfolgerung

Die Förderung von Konkurrenzblühern scheint eine Möglichkeit der Befruchtungssteuerung darzustellen. Ob sie allerdings auch praktikabel ist, darf bezweifelt werden. Es gibt zu viele zusätzliche, die Erntemenge bestimmende Faktoren, die sich kaum steuern lassen.

In meinem Fall waren es in diesem Jahr die extrem trocken-heiße Witterung, der Läuse- sowie der Apfelwicklerbefall und die Wespenplage, die dann insgesamt für einen fast kompletten Ernteausfall bei den frühen Apfelsorten sorgten.

Wobei die Ernte bei den späten Sorten durchaus zufriedenstellend ausfällt. Diese Bäume hatten ja auch nicht nur 2 oder drei, sondern 5 befruchtete Blüten. Deshalb konnten sie die verschiedenen schädlichen äußeren Einflüsse besser verkraften.

Zukünftig werde ich – wie in den Jahren vorher – durch ein rechtzeitiges Mähen der Wiese eine übermäßige Löwenzahnblüte während der Apfelblütezeit verhindern. Dann werde ich abwarten, was so alles mit den vielen kleinen Äpfeln passiert. Und sollten nach einiger Zeit immer noch zu viele Äpfel am Baum groß werden, werde ich sie wohl oder übel manuell vereinzeln.

 

 

 

 

Mostapfelernte am Bensberger Kardinal-Schulte Haus

Der Bergische Streuobstwiesenverein organisierte für Schulkinder eine Mostapfelernte am Bensberger Kardinal-Schulte Haus. Ca. 100 Kinder der kath. Grundschule Bensberg nahmen am Di. 26.9.17 ab 9.30 Uhr auf dem Gelände des Kardinal Schulte Hauses an der Ernteaktion teil.

Der Kölner Stadtanzeiger berichtete darüber:

Die Vereinsmitgliedlieder Michael Müller und Hartmut Brückner mit den Kindern bei der Ernteaktion

Schüleraktion: Saftherstellung auf der Streuobstwiese

Am 6. Oktober 2016 besuchte eine Grundschulklasse aus Herkenrath die Obstwiese des Bergischen Streuobstwiesenvereins in Bergisch Gladbach – Löhe. Die Kinder sammelten Äpfel ein, pressten sie in einer speziellen Saftpresse und verkosteten den frischen Apfelsaft vor Ort. Geleitet wurde die Aktion von den Vereinsmitgliedern Hartmut Brückner und Karl Kritzler.

Hier einige Bilder von der Ernte- und Saftpressaktion:

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Die geernteten Äpfel werden gewaschen.

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Die größeren Äpfel werden durchgeschnitten.

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Bald ist der Behälter voll.

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Es ist so weit. Wir können die Äpfel zerkleinern.

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Jetzt sind die Äpfel zerschreddert.

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Erst mit den Händen die Apfelstücke etwas herunter drücken.

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Dann wird kräftig mit dem Hebel gepresst, damit der Saft heraus fließt.

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Da fließt der frische Apfelsaft.

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Geschafft! Karl und Hartmut freuen sich darüber,
dass der Saft den jungen Besuchern so gut schmeckt.

 

 

Täler im Bergischen Land: keine guten Lagen für Streuobstwiesen

Das raueste Klima im Bergischen ist nicht etwa auf den Höhenzügen zu finden, sondern in den engen und feuchten Tälern, in denen sich bei klarem Wetter durch Verdunstung schnell Frost bildet und nicht entweichen kann. Im Herbst gefährlich für die späten Sorten wie Bohnapfel und Boskoop, im Frühjahr der größte Feind der Apfelblüte.

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Kalter Frühherbst im Eschbachtal zwischen Remscheid und Wermelskirchen

Apfelfest des Bergischen Streuobstwiesenvereins

“Große Vielfalt an Bergischen Bäumen

Beim Apfelfest in Overath konnten Gartenbesitzer die Sorten der Früchte bestimmen lassen. Die häufigste Sorte im Rheinisch-Bergischen Kreis ist der Rheinischer Winterrambur. Der Pomologe Hartmut Brückner präsentierte 140 Apfelsorten.

Overath: Pomologe Hartmut Brückner wirft einen kritischen Blick auf den, zugegebenermaßen etwas mickrig ausfallenden, unregelmäßig geformten Apfel aus dem heimischen Garten. Er wiegt ihn noch kurz in der Hand und nickt dann entschieden mit dem Kopf: „Ein Rheinischer Winterrambur, keine Frage.“

Die häufigste Streuobstsorte im Rheinisch-Bergischen Kreis, erklärt er, wenn auch ein bisschen klein. „Den Baum sollten Sie mal schneiden“, rät der Pomologe augenzwinkernd. Der Bergische Streuobstverein hat dem Lieblingsobst der Deutschen ein Fest gewidmet, bei dem man nicht nur die heimischen Äpfel bestimmen lassen kann.

Die Apfelsorten-Ausstellung zeichnete sich durch eine hohe Vielfalt aus: 140 Apfelsorten hat der Pomologe binnen einer Woche aus ganz Deutschland und der Schweiz zusammengetragen. So viele Äpfel auf einem Fleck finde man selten, erklärt er.  Neben den gängigen Streuobst- und Hausbaumsorten sind auch Raritäten wie spezielle Allergikeräpfel zu finden, die auf dem Markt nicht frei erhältlich sind.

Nicht nur Ratsuchende finden durch Obstbau- und Obstsortenberatungen Hilfe, sondern auch Feinschmecker kommen auf ihre Kosten: Neben dem Verkauf von Tafeläpfeln aus dem Streuobstbau kann man auch frisch gepressten Apfelsaft erwerben.

Unterdurchschnittliche Ernte

Die Ernte fällt dieses Jahr jedoch unterdurchschnittlich aus. „Zuerst sah es nach einer reichhaltigen Ernte aus“, erklärt Brückner. Durch die frühere Blütezeit verschob sich der Reifepunkt jedoch um zwei Wochen nach vorn, die Folge: Alle Äpfel fielen frühzeitig vom Baum. Und Fallobst macht mehr Arbeit, denn die faulen Äpfel müssen nachträglich aussortiert werden.

Für den Pomologen, der als Einmannbetrieb nur von ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt wird, bedeutet das einen hohen Arbeitsaufwand. Auch in der Menge des selbst gemachten Apfelsafts macht sich die ungünstige Erntesituation bemerkbar: Statt der üblichen 16 Tonnen presste Brückner dieses Jahr nur zehn.

Für angehende Apfelbaumbesitzer gibt es einen Obstbaumverkauf. Dieser liegt dem Pomologen besonders am Herzen: „Ich lege Wert darauf, dass ich die Bäume selber aussuche“, erklärt er. Eine gleichmäßig gewachsene Krone erspare Arbeit bei der Erziehung.

Neben den Äpfeln präsentieren sich Pilze und Bienen als weitere Hauptdarsteller des Fests. Die Imkerei sei für den Obstanbau unverzichtbar, erklärt Brückner und daher sei es umso wichtiger, die örtlichen Imkereien zu unterstützen. Pilzexperte Willi Menrath klärt über Pilzarten, ihre ökologische Bedeutung und darüber auf, wie nachhaltiges Sammeln funktioniert. Das Apfelfest in Overath ist damit ein ökologischer Rundumschlag.”

Bericht des Kölner Stadtanzeiger vom 14.10.2014, zitiert aus dem Internet:
http://www.ksta.de/overath/landwirtschaft-in-rhein-berg-grosse-vielfalt-an-bergischen-baeumen,15189236,28733250.html

Erinnerung an die Klimakapriolen 2010

2010: Was für ein Jahr der Klimakatastrophen! Die extremen Wetterlagen im Bergischen Land, besonders aber in der Umgebung von Remscheid (bekannt auch als “Klein-Sibirien”) haben die jungen Obstbäume damals sehr gestresst: erst ein außergewöhnlich strenger Winter, dann trockene kalte Winde und kein Niederschlag im Frühling, danach eine Hitzeperiode ohne Niederschlag im Frühsommer und jetzt gießt es jeden 2. Tag wie aus Kübeln.

Fast alle jungen Bäume haben mit Krankheiten und Schädlingsbefall reagiert. Die angepassten, alten Sorten haben es überlebt, bei den neueren gab es Totalausfälle, so bei folgenden Sorten Lapins selbstbefruchtende Süßkirsche, Apfel Rubinola und Apfel Pinova.

 

 

 

 

 

 

Manche Apfelbäume sind von Raupen
fast kahl gefressen worden.
Auf diesem Bild zeigt sich
der Raupenfraß im frühen Stadium.

 

 

 

 

 

Welche Erkrankung ist das? Die Blätter des Birnenzweiges werden innerhalb
weniger Tage schwarz.

 

 

 

Ein junger Kirschbaum:
Blätter und Zweige vertrocknen.
Die Selbstbefruchtersorte
“Lapins Süßkirsche”,
eine relativ neue Züchtung,
hat es nicht überlebt,
die älteren Sorten schon.