Steuerung der Erntemenge: das Ergebnis

Zur Erinnerung: Der Versuch – wir lassen die Blümchen blühen

2019 habe ich versucht, durch eine Förderung der Konkurrenzblüher die Befruchtungsrate bei den Apfelbäumen zu vermindern, so dass eine spätere, sehr arbeitsaufwändige manuelle Fruchtvereinzelung  nicht mehr nötig sein sollte.

Das Ergebnis

Anfang bis Mitte der Apfelblüte haben wir die Obstwiesen nicht gemäht, so dass unser sehr starker Löwenzahnbewuchs aufblühen konnte. Das hatte zur Folge, dass sich genau dort die Bienen tummelten. Entsprechend weniger Insektenflug gab es in der Höhe der Apfelblüten.

  • Die Fruchtansätze an den früh (zur Löwenzahnblüte) blühenden Apfelbäumen fielen geringer aus.
  • Während bei den späten Apfelsorten (Rheinischer Bohnapfel, Boskoop, Zuccalmagliorenette, Zabergäurenette, Adersleber Kalvill usw.) mehr Blüten befruchtet wurden.

Bei den zur gleichen Zeit wie beim Löwenzahn blühenden Apfelbäumen wurden nur 2-3 Blüten pro Büschel befruchtet.

Welche Faktoren wären in der Lage gewesen, das Ergebnis zu verfälschen?

  • Zu wenig Befruchtung durch kalten Witterung? Für die Bienen war das Klima ausreichend.
  • Es gibt zu wenig Bienen in der Nähe der Obstwiesen? In unmittelbarer Nähe standen mehrere Bienenstöcke. Bienen flogen genug herum, was man beobachten konnte. Sie besuchten Jedoch kaum die Apfel-, sondern hauptsächlich die Löwenzahnblüten.
  • Zu wenig Blüten durch Alternanz? Im Jahr davor wurden die Früchte auf den Bäumen manuell vereinzelt. Eine allgemeine Alternanz konnte dementsprechend kaum keine Rolle spielen.

Schlussfolgerung

Die Förderung von Konkurrenzblühern scheint eine Möglichkeit der Befruchtungssteuerung darzustellen. Ob sie allerdings auch praktikabel ist, darf bezweifelt werden. Es gibt zu viele zusätzliche, die Erntemenge bestimmende Faktoren, die sich kaum steuern lassen.

In meinem Fall waren es in diesem Jahr die extrem trocken-heiße Witterung, der Läuse- sowie der Apfelwicklerbefall und die Wespenplage, die dann insgesamt für einen fast kompletten Ernteausfall bei den frühen Apfelsorten sorgten.

Wobei die Ernte bei den späten Sorten durchaus zufriedenstellend ausfällt. Diese Bäume hatten ja auch nicht nur 2 oder drei, sondern 5 befruchtete Blüten. Deshalb konnten sie die verschiedenen schädlichen äußeren Einflüsse besser verkraften.

Zukünftig werde ich – wie in den Jahren vorher – durch ein rechtzeitiges Mähen der Wiese eine übermäßige Löwenzahnblüte während der Apfelblütezeit verhindern. Dann werde ich abwarten, was so alles mit den vielen kleinen Äpfeln passiert. Und sollten nach einiger Zeit immer noch zu viele Äpfel am Baum groß werden, werde ich sie wohl oder übel manuell vereinzeln.