Birnensorte Winternelis, Bildquelle Lauche 1883

 

Beschreibung
Winternelis liebt wärmere, offenere Lagen sowie nährstoffreiche und genügend feuchte Böden. Örtlich – in luftfeuchten Lagen – ist die Sorte anfällig für Schorf. Früh einsetzender, später dann hoher und regelmäßiger Ertrag. Früchte hängen windfest am Baum, Ernte so spät wie möglich.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (M – E)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
November – Januar

Lagerfähigkeit
2 – 3 Monate, nach Ernte möglichst Freilager bis Frosteinbruch, danach Naturlager

Verwendung
Tafelbirne, Kompott

Wuchsstärke/Anbaueignung
Schwacher Wuchs / Garten, Spalier, (Streuobstwiese)

Geschmack, Aroma
Saftig, halbschmelzend bis schmelzend, reichlich Zucker und Gewürz, angenehm herbsäuerlich. Sehr gut.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Die Sorte “Winternelis” ist eine geschmacklich hervorragende Winter-Tafelbirnensorte mit höheren Standortansprüchen. In Mittelgebirgslagen gute Anbaumöglichkeit als Wandspalier.

Birnensorte Winterdechantsbirne, Bildquelle Löschnig

 

Beschreibung
Der Anbau der Winterdechantsbirne ist nur an sehr warmen und freie Standorten (hohe Schorfanfälligkeit) sowie in warmen, birnengerechten Böden lohnenswert. Äußerst frostanfällig. Früh einsetzender, hoher und regelmäßiger Ertrag; Ausdünnen, um größere und bessere Früchte zu erhalten. Früchte sind am Baum windfest, Ernte so spät wie möglich.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
sehr hoch

Ansprüche an die Höhenlage
Bevorzugt tiefe Anbaulagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (E) – November (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Dezember (E) – März

Lagerfähigkeit
3 – 5 Monate

Verwendung
Tafelbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mittelstarker Wuchs / Garten, Spalier

Geschmack, Aroma
Saftig, süßweinig, fein muskatartig, aber nur an geeigneten Standorten. An ungeeigneten Standorten hat sie kaum die Qualität einer Kochbirne.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Die Winterdechantsbirne ist an geeigneten Standorten eine der edelsten Winter-Tafelbirnen. Sie stellt an Anbaulage und Boden hohe Ansprüche. Überlegenswert ist ein Spalieranbau.

Birnensorte Winterlonchen, Bildquelle Krümml, Groh

 

Beschreibung
Die Sorte “Winterlonchen” bevorzugt wärmeren, tiefgründigen und genügend feuchten Lehmboden bis in mittlere Höhenlagen. An geeigneten Standorten nur mäßig anfällig für Schorf. Früher einsetzender Ertrag, später dann hoch und regelmäßig. Früchte hängen auch baumreif noch fest am Baum.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
(S)

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (E)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
November (M) – Dezember (E)

Lagerfähigkeit
2 Monate

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einkochen, hartreif als Saft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mittelstarker bis starker Wuchs / Garten, (Streuobstwiese) erfordert Handpflücke, da die Früchte fest am Baum hängen.

Geschmack, Aroma
An geeigneten Standorten Saftig, schmelzend bis halbschmelzend, süß bis kräftig süß, wwenig säuerlich, ohne ausgeprägtes Aroma.

Quellen
Petzold

Resümee
Winterlonchen ist eine geschmacklich gute, späte Tafelbirnensorte mit höheren Standortansprüchen.

Birnensorte Vereinsdechantsbirne, Bildquelle Lauche 1883

Birnensorte Vereinsdechantbirne, Bildquelle wikipedia (Rasbak)

 

Beschreibung
Bevorzugt wärmere, birnengerechte Böden, in Mittelgebirgslagen Anbau am Wandspalier. Gute Widerstandsfähigkeit gegen Schorf. Ertrag erst spät einsetzend, später dann mittelhoch mit Alternanzneigung. Früchte sind windfest. Ernte so spät wie möglich, nur dann werden die volle Fruchtgröße und der beste Geschmack erreicht.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (M) – November (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
November

Lagerfähigkeit
1 Monat, kaum welkend

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mittelstarker Wuchs / Garten, Spalier, Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Feinzellig, dicht, vollschmelzend, überfließend von Saft, kräftig süß, kaum säuerlich, delikat gewürzt, großer Wohlgeschmack.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Die Vereinsdechantsbirne gilt geschmacklich als die edelste November-Tafelbirne. Sie ist schorfunempfindlich, hat aber höhere Wärmeansprüche. Nachteilig sind der spät einsetzende und alternierende Ertrag. Die Sorte ist auch in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.

Birnensorte Williams Christ, Bildquelle Lauche 1883

Birnensorte Williams Christ, Bildquelle wikipedia (atamari)

Beschreibung
Die bekannte Sorte “Williams Christ” benötigt warme, nährstoffreiche und durchlässige Böden. Anfällig für Schorf ,Obstmade und Druckstellen nach der Ernte. Kommt früh zu hohem und regelmäßigen Ertrag. Nicht windfest bis zur Baumreife. Geerntet werden soll schon 10 Tage vor der Baumreife, wenn die Früchte eine gelbe Farbe annehmen. Zu früh gepflückte Früchte bleiben hart, zu spät gepflückte werden schnell mehlig.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
August (E) – September (M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September

Lagerfähigkeit
10 – 14 Tage, im Kühllager 2 – 3 Monate

Verwendung
Tafelbirne, Einlochen, Obstbrand

Wuchsstärke/Anbaueignung
Erst mittelstarker, später schwacher Wuchs / Garten, Spalier, für die Streuobstwiese zu schorfanfällig

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, weich, schmelzend, harmonisch süßsäuerlich mit ausgeprägtem muskatartigen Aroma. Spitzenqualitäten werden nur auf schwach wachsenden Unterlagen erreicht.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Sehr wertvolle, aber empfindliche September-Tafelbirnensorte mit höheren Standortansprüchen. Geeignet für Hausgärten mit Südlage und für Wandspaliere. In der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten, wegen starker Schorfanfälligkeit aber trotzdem weniger für den Streuobstanbau geeignet.

Birnensorte Tongern, Bildquelle Lauche 1883

 

Beschreibung
Breit anbaufähig für warme, offene Birnenstandorte. Verträgt keine nassen und kalten Böden. In Mittelgebirgslagen bis 400 m als Wandspalier. Früh einsetzender, hoher und regelmäßiger Ertrag. Windfest bis zur Baumreife. Ernte besser früh (E9) als spät, sonst wird sie von innen her schnell teigig.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E) – Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober – November

Lagerfähigkeit
1 Monat

Verwendung
Tafelbirne, Kompott

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs erst mittelstark, später schwach / Garten (nicht als Hochstamm geeignet), Spalier

Geschmack, Aroma
Halbschmelzend, sehr saftig, weinsäuerlich, mäßg süß, würziges Aroma.

Quellen
Petzold, Hartmann/Ruess

Resümee
Schorfunempfindliche Herbst-Tafelbirne mit sehr gutem Geschmack, sicheren Erträgen, aber höheren Standortansprüchen.

Birnensorte Triumpf von Vienne, Bildquelle Petzold 1980

 

Beschreibung
Triumph von Vienne bevorzugt warme, windgeschützte Standorte, kann aber auch in günstigen Höhenlagen bis zu 600 Metern gut gedeihen. Auf leichten Böden ist eine hohe und gleichmäßige Nährstoff- und Wasserversorgung erforderlich, um optimale Erträge zu gewährleisten. Sie zeigt eine geringe Anfälligkeit für Schorf, allerdings kann es in ungünstigen Lagen in manchen Jahren zu Schäden durch Holz- und Blütenfrost kommen. Der Ertrag setzt früh ein und ist hoch, jedoch neigt die Sorte zur Alternanz. Da die Früchte nicht windfest sind, sollten sie bereits kurz vor der Baumreife geerntet werden.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
(S), Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (A – M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M) – Oktober (A)

Lagerfähigkeit
2 3 Wochen im Freilager mit laufenden Reifekontrollen, nicht einkellern. Haltbarkeit im Kühllager 2 – 3 Monate

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Anfangs mittelstarker, später schwacher Wuchs / Garten, Spalier, (Streuobstwiese)

Geschmack, Aroma
Saftg, schmelzend, süß und schwach weinsäuerlich, würziges Aroma.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Großfrüchtige, wohlschmeckende und relativ robuste Septemberbirne für den Hausgarten mit höheren Standortansprüchen.

Birnensorte Sievenicher Mostbirne, Bildquelle Schaal

 

Beschreibung
Die Sievenischer Mostbirne zeichnet sich durch ihre außergewöhnliche Robustheit aus und ist unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen, weshalb sie auch in raueren Lagen gut gedeiht. Der Ertrag setzt früh ein und bleibt später hoch. Ein besonderes Merkmal dieser Sorte ist ihr plötzlicher Fruchtfall: Sobald die Früchte reif sind, fallen sie schlagartig innerhalb weniger Tage vom Baum. Da sie anschließend schnell teigig werden, müssen sie innerhalb von zehn Tagen verarbeitet werden, um ihre Qualität zu bewahren. Die Sorte ergibt einen hervorragenden Most und eignet sich gut für den Verschnitt mit Apfelsaft.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Kann auch für den Anbau in Gebirgslagen (über 400 m) empfohlen werden

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M) – Oktober (A)

Lagerfähigkeit
10 Tage

Verwendung
Ergibt hervorragenden Most. Saft, auch sehr gut geeignet als Verschnitt mit Apfelsaft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Starker Wuchs mit weite ausgebreiteter Krone / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, festes Fruchtfleisch, harmonisch süß-säuerlich mit sehr herber Note. Zuckergehalt etwas höher als bei der Schweizer Wasserbirne.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Die Sievenicher Mostbirne ist eine wertvolle und robuste Wirtschaftsbirne mit geringen Standortansprüchen, erfordert jedoch eine schnelle Ernte und zügige Verarbeitung nach der Reife. Diese Sorte ist auch in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.

Birnensorte Sixs Butterbirne, Bildquelle Lauche 1883

 

Beschreibung
Bevorzugt wärmere, geschützte Lagen. Als Hochstamm auf der Streuobstwiese unempfindlicher. An ungeeigneten Standorten schorfanfällig. Ertrag früh eintretend, später dann reich und regelmäßig tragend. Ernte vor der eigentlichen Baumreife, da die Sorte nicht windfest ist. Die Früchte sind nach der Ernte ziemlich druckempfindlich und werden vollreif bald teigig.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (300 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (A – E)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (E) – Dezember

Lagerfähigkeit
Im Freilager bis Frosteinbruch (Dezember)

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einlochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mittelstarker Wuchs / Garten, Spalier

Geschmack, Aroma
Saftig, butterhaft vollschmelzend, schwach süßsäuerlich, wohlschmeckend mit sortentypischem, aber schwachen Aroma. Eine mehr zu trinkende als zu kauende Birne.

Quellen
Petzold

Resümee
Bei der Six Butterbirne handelt es sich um eine wohlschmeckende Frühwinter-Tafelbirne mit höheren Standortansprüchen. Als Spalier kann diese Sorte auch gut in höheren Lagen angebaut werden.

Birnensorte Rote Bergamotte, Bildquelle Lauche 1883

 

Beschreibung
Die Rote Bergamotte ist eine sehr alte, robuste und selten gewordene Birnensorte, die schon 1588 erste Erwähnung fand. Verträgt auch trockenere Böden und ist widerstandsfähig gegenüber Erkrankungen. Früh einsetzender, regelmäßiger Ertrag. Früchte rundlich, relativ klein und voll ausgereift von rötlich-brauner Farbe. Fruchtfleisch häufig rötlich durchzogen.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Kann auch für den Anbau in Gebirgslagen (über 400 m) empfohlen werden

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M) – Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
November

Lagerfähigkeit
2 Monate

Verwendung
(Tafelbirne), Einkochen, hartreif als Saft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Starker Wuchs / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Weich, Schmelzend, saftig, weinsäuerlich und leicht herb mit geringem, muskatartigen Aroma.

Quellen
Koord

Resümee
Die Birnensorte “Rote Bergamotte” ist aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit und der genügsamen Standortansprüche eine empfehlenswerte Streuobstsorte, die sich in guten Jahren geschmacklich auch als Tafelbirne eignet.Sie ist in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.

Birnensorte Schweizer Wasserbirne, Bildquelle Zschoccke

 

Beschreibung
Baum sehr robust, und breit anbaufähig bis in Gebirgslagen. Für alle, auch steinige Böden geeignet. Äußerst widerstandsfähig gegenüber Krankheiten (außer Birnenverfall). Reine Wirtschaftsbirne, bildet sehr große, landschaftprägende Kronen. Kommt spät in den Ertrag, dann aber hohe und regelmäßige Ernten.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Kann auch für den Anbau in Gebirgslagen (bis in 800 m) empfohlen werden

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E) – Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober

Lagerfähigkeit
1 Monat

Verwendung
Saft, Most, Einkochen, Obstbrand, kann auch als Tafelbirne genossen werden. Gutes Dörrobst.

Wuchsstärke/Anbaueignung
Sehr starker Wuche / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Knackig, saftreich, süßherb bis wässrig, dabei wenig Gerbstoffe und geringer Zuckergehalt. Eingeschränkt und in guten Jahren durchaus auch als Tafelfrucht genießbar..

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Sehr empfehlenswerte robuste Mostbirnensorte mit hoher Saftausbeute, auch für raue Standorte. In der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.

Birnensorte Regentin, Bildquelle Nach der Arbeit

 

Beschreibung
Regentin eignet sich nur für wärmere sowie auch gut durchlüftete Lagen (Schorfanfälligkeit). Die Luft sollte trocken, der Boden nährstoffreich und feucht sein. Bei unzureichend freiem Standort kann auch ein regengeschützter Spalieranbau empfohlen werden. Diese Sorte verlangt eine intensive Bodenpflege. Ertrag sehr früh einsetzend, danach hoch und regelmäßig, bei zu reichem Behand sollte ausgedünnt werden. Früchte nicht windfest, fallen besonders bei trockenem Boden vorzeitig. Die Ernte sollte trotzdem erst so spät wie möglich erfolgen,

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
ab Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
November – Januar

Lagerfähigkeit
3 – 4 Monate, auf Fäulnis und Welke prüfen

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs schwach / Garten, sehr gut für Spalier geeignet

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, schmelzend oder halbschmelzend, süßweinig würzig.

Quellen
Petzold, Kessler

Resümee
Die Sorte “Regentin” hat höhere Standortansprüche und gilt bei guten Anbaubedingungen als eine der geschmacklich edelsten Winterbirnensorten für den Anbau im Garten und am Spalier. Nachteilig ist die geringe Windfestigkeit.

Birnensorte Robert de Neufville, Bildquelle Petzold 1980

 

Beschreibung
Die Sorte Robert de Neufville ist eine selten gewordene Tafelbirne mit Ursprung in Geisenheim. Sie ist breit anbaufähig und gedeiht an Standorten mit klassischen Birnenböden – also nährstoffreich, ausreichend feucht und nicht zu kalt. Dank ihrer geringen Anfälligkeit für Schorf, Blüten- und Holzfrostgilt sie als robuste Sorte. Ihr Ertrag setzt sehr früh ein und bleibt später hoch und regelmäßig. Die Früchte sind bis kurz vor der Baumreife windfest, weshalb die Ernte auch in diesem Zeitraum erfolgen sollte.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
(Hf), (Bf)

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Auguste (E) – September (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September

Lagerfähigkeit
1 – 2 Wochen

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Schwacher Wuchs / Garten, Spalier

Geschmack, Aroma
Mittelfest bis weich, sehr saftig, schmelzend, zerfließend, süß und kaum säuerlich, schwaches muskatartiges Gewürz.

Quellen
Petzold

Resümee
Robert de Neufville ist eine empfehlenswerte wohlschmeckende September-Tafelbirne für den Anbau im Garten und am Wandspalier. Sie gilt als widerstandsfähig gegenüber Schorf sowie Holz- und Blütenfrost und stellt hinsichtlich der Wärme keine erhöhten Ansprüche an den Standort.

Birnensorte Pitmaston, Bildquelle Lucas, Oberdieck

 

Beschreibung
Örtlich nur gering anfällig für Schorf. Breit anbaufähig an wärmeren, geschützten und vorzugsweise gut durchlüfteten Standorten. Auf leichtem, sandigen Boden ist regelmäßige Zufuhr von Nährstoffen und Wasser notwendig. Ertrag mittelfrüh einsetzend, später hoch und regelmäßig. Windfest bis zur Baumreife, dann fallend.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
(S), Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen. Anbau am Spalier auch für Höhen zwischen 350 und 450 m empfehlenswert.

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E) – Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Okober

Lagerfähigkeit
3 – 4 Wochen, Freilager verzögert die Reife

Verwendung
Tafelbirne, hervorragend auch für Kompott und zum Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs anfangs mittel bis stark / Streuobstwiese, Garten, Spalier

Geschmack, Aroma
Sehr Saftig, sehr zart, schmelzend, harmonisch edelweinsäuerlich, schwach süß, feinwürzig.

Quellen
Petzold, Hartmann/Ruess

Resümee
Pitmaston ist eine weinsäuerlich schmeckende Herbst-Tafelbirne mit höheren Standortansprüchen. Sie ist auch für den Anbau auf der Streuobstwiese geeignet und wird in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten aufgeführt.

Birnensorte Präsident Drouard, Bildquelle Nach der Arbeit

 

Beschreibung
Die Sorte “Präsident Drouard” bevorzugt warme Standorte und nährstoffreiche Böden. In geschützten Lagen kann sie als Wandspalier auch in mittleren Höhenlagen erfolgreich kultiviert werden. An luftfeuchten Standorten besteht eine erhöhte Anfälligkeit für Schorf, weshalb trockene, gut durchlüftete Standorte empfehlenswert sind. Der Ertrag setzt früh ein und bleibt später hoch und regelmäßig. Die Früchte sind bis zur Baumreife windfest, fallen danach jedoch stark. Daher muss die Ernte genau mit dem Einsetzen der Baumreife erfolgen, weder zu früh noch zu spät, um die bestmögliche Fruchtqualität zu gewährleisten. Besondere Vorsicht ist bei der Lagerung geboten: Die Schale bräunt sofort bei Temperaturwechseln, etwa vom kühlen Lager in beheizte Wohnräume. Zudem sind die Früchte in der Genussreife äußerst druckempfindlich, weshalb eine behutsame Handhabung angeraten wird.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau allgemein bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E) – Oktober (M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Dezember – Februar (A)

Lagerfähigkeit
4 Monate. Nach der Entnahme aus dem Lager soll die Birne nicht nachreifen, sondern sofort verbraucht werden.

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs anfangs mittel bis stark, im Ertragsstadium nur noch schwach / Garten, sehr geeignet für Spalieranbau

Geschmack, Aroma
Saftig bis hochsaftig, schwach säuerlichsüß, schwach aromatisch.

Quellen
Petzold, Hartmann/Ruess

Resümee
Präsident Drouard ist eine empfehlenswerte Wintertafelbirne mit höheren Standortansprüchen, empfehlenswert für den Hausgarten und den Spalieranbau.

Birnensorte Pastorenbirne, Bildquelle wikipedia (manfred sause)

 

Beschreibung
Die Pastorenbirne bevorzugt warme, genügend feuchte Böden in tieferen Anbaulagen. Die Sorte gilt als relativ schorfanfällig. Ertrag mittelfrüh einsetzend, danach sehr hoch, gilt als Massenträger. Ernte kurz vor der Baumreife, bis dahin windfest. Baumreife Früchte stark fallend. Nur in warmen Lagen bzw. Jahren erreichen die Früchte auch Tafelbirnenqualität.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, (B)f

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
bevorzugt tiefe Anbaulagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Dezember – Februar

Lagerfähigkeit
3 – 4 Monate, eignet sich für Kellerlagerung besser als für Kühllagerung

Verwendung
Tafelbirne (von wärmeren Standorten), Kompott, Einkochen, Dörrobst, hartreif für Saft.

Wuchsstärke/Anbaueignung
Starker Wuchs / Streuobstwiese, Garten, Spalier

Geschmack, Aroma
An guten Standorten/in guten Jahren saftig, halbschmelzend, schwach süß mit feiner, aber kräftiger Säure. Schwach, aber sortentypisch aromatisch.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Die Pastorenbirne ist eine Wintersorte, die hauptsächlich für den Streuobstanbau genutzt wird und wärmere Böden in tiefen Anbaulagen bevorzugt. Sie ist in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.

Birnensorte Petersbirne, Bildquelle (Krümml, Groh

 

Beschreibung
Die Sorte ist widerstandfähig gegenüber Frost und Krankheiten. Sehr breit anbaufähig auf allen nicht zu trockenen und zu armen Böden. Ertrag mittelfrüh einsetzend, ab dem, 6. – 7. Standjahr. Die kleinen, aromatischen Früchte sind windfest, Ernte nicht zu früh, erst bei voller Baumreife, wodurch die Fruchtqualität erhöht wird. Folgernde Ernte ist möglich.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau auch in Gebirgslagen (über 350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Juli (E) – August (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
August

Lagerfähigkeit
2 – 3 Wochen

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einkochen, gute Dörrfrucht, Obstbrand, hartreif als Saft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Starker Wuchs / Garten. Für Streuobstwiese weniger geeignet, da die Früchte auf Hochstämmen zu klein bleiben.

Geschmack, Aroma
Saftig, halbschmelzend, süß, schwach säuerlich, mit kräftig zimtartig gewürzt.

Quellen
Petzold, Hartmann/Ruess

Resümee
Die Bedeutung der frühen Tafelbirnensorte “Petersbirne” liegt in ihrer Widerstandsfähigkeit, den geringen Standortansprüchen, den hohen, sicheren Erträgen und der relativ langen Genussfähigkeit der zwar kleinen, aber sehr aromatischen Früchte.

Birnensorte Oberösterreicher Weinbirne, Bildquelle wikipedia (Wamito)

 

Beschreibung
Ertragreiche Sorte. Passt sich gut an verschiedene Standorte an und kommt auch mit schlechten Böden zurecht, diese sollten allerdings weder zu nass noch zu trocken sein. Stark feuerbrandgefährdet. Ertrag mittelfrüh einsetzend, später dann hoch, wenn er nicht durch Spätfröste gefährdet wird.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau auch in Gebirgslagen (bis 900 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
November (A)

Lagerfähigkeit
6 Wochen

Verwendung
(Tafelbirne), Most, Birnenbrand, hartreif für Saft als Beimischung zu Apfelsaft, Dörrobst

Wuchsstärke/Anbaueignung
Kräftiges Wachstum / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Halbschmelzend, süßsäuerlich, hoher Zucker- und Gerbstoffgehalt.

Quellen
Petzold, Hartmann/Ruess

Resümee
Die Oberösterreicher Weinbirne ist eine gehaltvolle Mostbirne für den Streuobstwiesenbau,deren Erträge aber in kühleren Lagen aufgrund der großen Frostanfälligkeit stark variieren können.

Birnensorte Olivier de Serres, Bildquelle Nach der Arbeit

 

Beschreibung
Die plattrunde Birnensorte “Olivier de Serres” ist äußerst anspruchsvoll und eignet sich nur für die wärmsten, geschützten und freistehenden Standorte, idealerweise in Weinanbaugebieten. Sie benötigt nährstoffreiche, warme und ausreichend feuchte Böden. Auch sandige Böden sind möglich, sofern eine gleichmäßige Versorgung mit Nährstoffen und Wasser gewährleistet ist. Unter optimalen Bedingungen zeigt die Sorte nur eine geringe Anfälligkeit für Schorf. Der Ertrag setzt früh ein und bleibt später hoch und regelmäßig. Die Früchte hängen windfest am Baum und sollten sehr spät geerntet werden, um ihr volles Aroma und die bestmögliche Qualität zu erreichen.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
sehr hoch

Ansprüche an die Höhenlage
verträgt keine Höhenlagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (E) – November (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Januar – März (A)

Lagerfähigkeit
2 – 3 Monate. Neigt auf dem Lager zum Schrumpfen, im gelochten Folienbeutel nicht welkend

Verwendung
Tafelbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs schwach bis mittelstark / Garten (nur für niedrige Stammformen), Spalieranbau

Geschmack, Aroma
Saftig, halbschmelzend bis schmelzend, süß, weinsäuerlich mit etwas herbem, feinen Gewürz. Sehr guter Geschmack.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Olivier de Serres ist eine eine edle, hochwürzige Wintertafelbirne mit sehr hohen Standortansprüchen. Anbau nur in Weinlagen und als Wandspalier empfehlenswert.

Birnensorte Neue Poiteau, Bildquelle Lauche 1883

Birnensorte Neue Poiteau, Bildquelle Nach der Arbeit

 

Beschreibung
Die Sorte ist breit anbaufähig auf genügend feuchten, nährstoffreichen Böden, von tiefen bis hin zu gebirgigen Lagen. Auch bevorzugt in Grenzlagen des Birnenanbaus, auch hier noch wird eine gute Fruchtqualität erzielt. An luftfeuchten Standorten allerdings starke Neigung zu Schorfbefall. Früher Ertragsbeginn, danach sehr hoch und regelmäßig, gilt als Massenträger, ein Ausdünnen der Früchte kann ratsam sein. Früchte sind windfest. Eine möglichst späte Ernte kommt der Fruchtqualität zugute.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau auch in Gebirgslagen (über 350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E) – Oktober (M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober – November

Lagerfähigkeit
6 Wochen, bei Birnen aus Höhenlagen 2 Monate

Verwendung
(Tafelbirne), Kompott, Einkochen, gute Dörrfrucht, hartreif als Saft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Starker Wuchs / Garten, Spalier, Streuobstweise

Geschmack, Aroma
Saftig bis sehr saftig, Geschmack variiert je nach Standort und Jahreswitterung von zartsäuerlich, süß und schwach aromatisch bis fad, leer und wässrig. Insgesamt gesehen geschmacklich an der Grenze zur Wirtschaftsbirne.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Die neue Poiteau ist eine breit anbaubare, aber schorfgefährdete Wirtschaftsbirne für den Streuobstanbau, die an wärmeren Standorten auch als Tafelbirne gelten kann. Ist in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.

Birnensorte Nordhäuser Winterforelle, Bildquelle wikipedia (Bahnmoeller)

 

Beschreibung
Die Nordhäuser Winterforelle benötigt warme, humose, nährstoffreiche und ausreichend feuchte Böden sowie offene, warme Lagen, die Schorfbefall nicht begünstigen. Trockene und kalte Böden, windige Standorte sowie Höhenlagen sind für den Anbau ungeeignet. Der Ertrag setzt früh bis mittelfrüh ein und bleibt später mittelhoch und regelmäßig. Die Ernte sollte möglichst spät erfolgen, allerdings können späte Nebeltage und -nächte im Oktober zu einem plötzlichen, schockartigen Fruchtfall führen. Daher sollte beim ersten Anzeichen dafür sofort geerntet werden, um Verluste zu vermeiden.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
verträgt keine Höhenlagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
ab Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Januar – März

Lagerfähigkeit
4 – 5 Monate, im Kühllager 6 – 7 Monate

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einkochen, hartreif für Saft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mittelstarker Wuchs / für kleinwüchsige Baumformen, die eine schnelle Ernte garantieren

Geschmack, Aroma
Saftig, halbschmelzend (an nicht geeignete Standorten hart), mäßig süß, kaum säuerlich, als Winterbirne nach Lagerung aber wohlschmeckend.

Quellen
Petzold, Hartmann/Ruess

Resümee
Die Nordhäuser Winterforelle ist eine der am längsten lagerbaren, wohlschmeckenden Winter-Tafelbirnen. Sie stellt höhere Anforderungen an den Standort und sollte wegen der Anfälligkeit für plötzlichen Fruchtfall nur auf Bäumen mit kleinen Kronen gespflanzt werden.

Birnensorte Metzer Bratbirne, Bildquelle Löschnig

 

Beschreibung
Die Metzer Bratbirne wurde erstmals 1936 erwähnt. Diese Mostbirnensorte eignet sich auch für Anbau in rauen Gebirgslagen und auf weniger hochwertigen Böden. Sie ist sehr frosthart und sehr widerstandsfähig gegen Schorf und andere Krankheiten sowie gegen Schädlingsbefall. Der Ertrag ist sehr hoch und regelmäßig. Die Metzer Bratbirne sollte vor der Verarbeitung noch einige Wochen gelagert werden. Im Jahre 2023 bestätigten pomologische Untersuchungen, dass die Sorte identisch mit der Grünen Jagdbirne ist.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Gering, sie kann von den wärmsten Standorten im Weinbauklima bis zu rauen Höhenlagen (in Süddeutschland bis 700 m) angebaut werden.

Schüttelreife (Baumreife) (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (M – E)

Verwertungsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Nach etwa dreiwöchiger Lagerung zum Nachreifen von November (M) bis Januar

Verwendung
Mostbirne, auch geeignet für Beimischung zum Apfelsaft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs mittelstark / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, sehr herb.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Die Metzer Bratbirne ist eine wertvolle, robuste Mostbirnen, spät reifend, reich tragend und mit hohem Gerbstoffgehalt. Die Anforderungen an Standort und Bodenqualität sind gering. Sie zählt zu den anspruchslosesten Birnensorten.

Birnensorte Napoleons Butterbirne, Bildquelle Nach der Arbeit

Birnensorte Napoleons Butterbirne, Bildquelle Lauche 1883

 

Beschreibung
Diese Sorte bevorzugt wärmere, lufttrockene Standorte, da sie stark schorfanfällig ist. Sie gedeiht besonders gut auf nährstoffreichen, warmen und ausreichend feuchten Böden. Der Ertrag setzt früh ein und bleibt später hoch und regelmäßig. Bei starkem Fruchtbehang wird eine gezielte Fruchtausdünnung empfohlen, um die Qualität der Früchte zu verbessern. Die Birnen hängen bis zur Baumreife windfest am Baum, sodass die Ernte während der Baumreife erfolgen kann.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau besser nicht in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (A-M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
November – Dezember (M)

Lagerfähigkeit
6 Wochen, Freilager wirkt reifeverzögernd

Verwendung
Tafelbirne, Kompott

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs erst mitttelstark, dann schwach / Garten, eignet sich sehr gut für den Spalieranbau mit Regenschutz

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, eine “Trinkbirne”, harmonische süß-weinsäuerlich, feinaromatisch.

Quellen
Petzold

Resümee
Napoleons Butterbirne ist eine der geschmacklich besten, allerdings stark schorfgefährdeten November-Tafelbirnen mit höheren Ansprüchen an den Standort.

Birnensorte Marianne (Prinzessin Marianne), Bildquelle Petzold 1980

 

Beschreibung
Breit anbaufähig bis zu den Grenzlagen des Birnenanbaus an rauen Standorten. Für alle Böden geeignet. Nur geringe Schorfanfälligkeit. Ertrag früh einsetzend, später wechseln Vollernten mit mittelhohen ab.Ernte kurz vor der Baumreife, bis dahin windfest.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau auch in Gebirgslagen (über 350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September

Genuss-, Verbrauchsreife  (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September – Oktober (M)

Lagerfähigkeit
Je nach Standort 14 Tage, in Gebirgslagen 3 – 4 Wochen. Unbedingt frei lagern, nicht einkellern

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einkochen, hartreif zur Saftverarbeitung

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs anfangs stark, später mittelstark / Garten, Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Saftig, halbschmelzend, süßsäuerlich, schwach bis zart aromatisch

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Prinzessin Marianne ist eine ertragreiche, robuste und Tafelbirnensorte mit befriedigender Geschmackqualität, deren Anbau sich besonders in Hochlagen bewährt hat. Ist in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.

Birnensorte Martinsbirne, Bildquelle wikipedia (Angulosum)

 

Beschreibung
Bei der Martinsbirne handelt es sich um eine späte und robuste Sorte zur wirtschaftlichen Verarbeitung. Kaum krankheitsanfällig und breit anbaufähig, auch für raue Lagen geeignet. Regelmäßige hohe Erträge. Aufgrund ihrer trockenen Konsistenz ist diese Sorte sehr geeignet als Bratbirne. In Frankreich genießt die Martinsbirne eine hohe Wertschätzung in der Spezialitätenküche.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau auch in Gebirgslagen (über 350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober – November (A)

Genuss-, Verbrauchsreife  (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)

Lagerfähigkeit
5 Monate

Verwendung
Kompott, Einkochen, sehr gut als Bratbirne. Roh nahezu ungenießbar.

Wuchsstärke/Anbaueignung
Kräftiger Wuchs / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Sehr fest, hart, süßlich mit geringem Aroma

Quellen
Offizielle NRW-Vorschlagsliste

Resümee
Die Martinsbirne ist eine robuste, auch für raue Lagen geeignete Wirtschaftsbirne. Die Sorte ist in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.

Birnensorte Madame Verte´, Bildquelle: Nach der Arbeit

Birnensorte Madame Verte, Bildquelle Lauche 1883

 

Beschreibung
Bevorzugt für wärmere Anbaugebiete bis in mittlere Höhenlagen, verträgt keinen Anbau auf kalten, trockenen Böden. Nur mäßig anfällig für Schorf. Ertragsbeginn mittelfrüh, ab dem 5. – 7. Standjahr, später dann mittelhoch bis sehr hoch. An manchen Orten ohne erklärbare Ursache nur geringe Erträge. Ernte erst zur Baumreife, bis dahin windfest. Bei zu früher Ernte neigen die Früchte zum Welken und zur Fäulnis.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
(S), Hf, (Bf)

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (M – E)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
November (E) – Januar (M)

Lagerfähigkeit
Birnen aus warmen Lagen: 1 Monat, sonst 2 – 3 Monate. Im Naturlager laufende Kontrolle notwendig: Früchte können außen noch fest, innen aber schon teigig sein. Im Kühllager bei 0 Grad C. 5 – 6 Monate.

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einkochen (Birne wird dabei süß und erhält eine rötliche Farbe).

Wuchsstärke/Anbaueignung
Der Baum wächst nur schwach bis mittelstark / Garten, Spalier

Geschmack, Aroma
Halbschmelzend bis schmelzend, saftig, saftig, süß und fein weinsäuerlich, zart bis kräftig aromatisch.

Quellen
Petzold, Hartmann/Ruess

Resümee
Madame Verte’ ist eine haltbare, wohlschmeckende, würzige Winterbirne für Gärten und Streuobstwiesen mit höheren Standortansprüchen. Ist In der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.

Birnensorte Margarete Marillat, Bildquelle: Nach der Arbeit

 

Beschreibung
Benötigt windgeschützte Standorte. Früchte bei Anbau in kühleren Lagen geschmacklich nicht befriedigend. Nur für nährstoffreiche, genügend feuchte Böden. Wächst auch auf leichten Böden, dann aber mit regelmäßiger Zufuhr von Nährstoffen und Wasser. Kaum schorfanfällig, aber aufgrund der Fruchtgröße windanfällig. Ertrag früh einsetzend, später mittelhoch und regelmäßig. Die Fruchtgüte ist vom genauen Erntezeitpunkt abhängig: vor der Baumreife, nicht zu früh (wenn sich die Grundfarbe der Schale aufhellt). Früchte sind in Größe und Form uneinheitlich und im reifen Zustand sehr druckempfindlich.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
August (E) – September (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September

Lagerfähigkeit
1-2 Wochen

Verwendung
Großfrüchtige Tafelbirne, Kompott

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs mittelstark und stärker. Häufig schneiden, um Vergreisung zu vermeiden, ansonsten kleine Krüppelfrüchte / Garten, Spalier

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, schmelzend, süß mit feiner Säure, bei Früchten von besten Standorten entwickelt sich ein zartes Muskataroma.

Quellen
Petzold, Hartmann/Ruess

Resümee
Die Sorte “Madame Marillat” ist eine Herbstbirnensorte, die nur an warmen Standorten eine gute geschmackliche Qualität erreicht und für Hochstämme und windige Lagen nicht geeignet ist. Am ehesten erwägenswert ist noch ein Anbau am geschützten Wandspalier.

Birnensorte Madame Bonnefond, Bildquelle Lijsten, Befting

 

Beschreibung
Diese Sorte ist auf allen klassischen „Birnenstandorten“ anbaubar, also in warmen Lagen mit nährstoffreichen und ausreichend feuchten Böden, und eignet sich bis in Höhenlagen von 300 Metern. Sie zeigt eine gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Frost und ist nur mäßig anfällig für Schorf. Der Ertrag setzt früh ein und steigt später auf ein sehr hohes, regelmäßiges Niveau. Aufgrund des starken Fruchtansatzes wird eine Ausdünnung empfohlen, um die Qualität der Früchte zu verbessern. Die Früchte sind nicht windfest, daher sollte die Ernte kurz vor der Baumreife erfolgen, um Verluste durch vorzeitigen Fruchtfall zu vermeiden.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
(S), Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (300 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (A – M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
November (E) – Januar

Lagerfähigkeit
Bis Frosteinbruch im Naturlager, danach bei 1-2 Grad C. bis Januar

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mittelstarker Wuchs / Streuobstwiese, Garten, Spalier

Geschmack, Aroma
Halbschmelzend oder schmelzend, saftig, mäßig süß mit geringer Säure, wenig aromatisch, doch von geeignetem Standort eine wohlschmeckende Winterbirne.

Quellen
Petzold

Resümee
Bei Madame Bonnefond handelt es sich um eine wohlschmeckende Tafelbirne mit erhöhten Standortansprüchen, die gut lagerfähig ist und sich auch für den Streuobstanbau eignet. Wohlschmeckende Winterbirne mit erhöhten Standortansprüchen

Birnensorte Madame Favre, Bildquelle: Müller-Diemitz 1905

 

Beschreibung
Ist für alle klassischen „Birnenstandorte“ geeignet, also in warmen Lagen mit nährstoffreichen und ausreichend feuchten Böden, bis in Höhenlagen von 300 Metern. Madame Favre zeigt eine gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Frost und ist nur mäßig anfällig für Schorf. Ertrag früh einsetzend, später dann hoch und regelmäßig. Nicht windfest, deshalb Ernte vor der Baumreife. Bei zu später Ernte auch Geschmacksverluste.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
(Hf), Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September – Oktober (A)

Lagerfähigkeit
2-3 Wochen

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mittelstarker bis starker Wuchs / Garten, Streuobstwiese, in höheren Lagen als Spalier

Geschmack, Aroma
Feinzellig, vollschmelzend, sehr saftig, süß mit feiner, teils auch herber Säure, reichlich und angenehm gewürzt. An ungeeigneten Standorten ist der Geschmack nicht so harmonisch.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Madame Favre ist eine wenig schorfempfindliche Herbsttafelbirne mit höheren Standortansprüchen und guten bis befriedigendem Geschmack. Sie ist auch für den Anbau auf der Streuobstwiese geeignet.

Birnensorte Lucius, Bildquelle: Äpfel und Birnen in Deutschland und Holland

 

Beschreibung
Anbaufähig bis in Lagen von 300 m, darüber als Spalier möglich. Verträgt keine kalte, nasse Böden. Kaum schorfanfällig. Ertrag früh einsetzend, später hoch bis sehr hoch, gilt als Massenträger. Ernte der Früchte kurz vor der Baumreife, danach bald fallend. Reife Früchte werden schnell teigig.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (300 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (A – M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September – Oktober (M)

Lagerfähigkeit
1 Monat

Verwendung
Tafelbirne, Einkochen, Saft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Starker Wuchs / Streuobstwiese, Garten, Spalier

Geschmack, Aroma
Saftig, halbschmelzend, nur mäßig süß, vorwiegend frisch säuerlich bis herb, schwach aromatisch.

Quellen
Petzold

Resümee
Lucius ist eine im Herbst reifende Streuobstwiesensorte für warme Böden. Als Tafelbirne ist ihr Geschmack nicht gut genug.

Birnensorte Luxemburger Mostbirne, Bildquelle: Löschnig

 

Beschreibung
Für alle Lagen. Beste Fruchtqualität auf nährstoffreichen Böden. Robust gegenüber Schorf und anderern Krankheiten. Kommt sehr früh in den Ertrag, später reichtragend, gilt als Massenträger, trotzdem große Früchte.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
(höher)

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau auch in Gebirgslagen (über 350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E) – Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober

Lagerfähigkeit
Zum Sofortverbrauch

Verwendung
Saft (auch für Beimischungen zum Apfelsaft), Birnenbrand, Dörrobst

Wuchsstärke/Anbaueignung
Starker Wuchs / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, dabei fest. Geschmack süß und herb, gering säuerlich.

Quellen
Petzold

Resümee
Die Luxemburger Mostbirne zählt wegen ihres speziellen Geschmacks, der Fruchtgröße, der Robustheit und Anspruchslosigkeit sowie ihrer hohen Fruchtbarkeit zu den allerbesten Streuobstsorten.

Birnensorte Le Lectier, Bildquelle: Müller-Diemitz 1920

 

Beschreibung
Diese Sorte stellt hohe Anforderungen an ihren Standort und gedeiht am besten auf warmen, tiefgründigen, nährstoffreichen sowie ausreichend feuchten Böden. Sie bevorzugt windgeschützte Lagen und ist nur schwach anfällig für Schorf. Der Ertrag setzt vergleichsweise spät ein, bleibt dann jedoch regelmäßig. Die Früchte neigen dazu, bereits vor der Baumreife abzufallen, trotzdem wird eine möglichst späte Ernte empfohlen. Die reifen Früchte sind äußerst druckempfindlich und neigen dazu, rasch teigig zu werden, weshalb sie mit besonderer Sorgfalt geerntet und gelagert werden sollten.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
sehr hoch

Ansprüche an die Höhenlage
verträgt keine Höhenlagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (A – M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
November – Dezember (M)

Lagerfähigkeit
1 Monat

Verwendung
Tafelbirne, Kompott

Wuchsstärke/Anbaueignung
Anfangs starker Wuchs, bei Vollertrag schwächer / am besten als Niederstamm im Garten und als Spalier

Geschmack, Aroma
Vollsaftig, zart schmelzend, süß, edel weinsäuerlich, leichtes zimtartiges Aroma. In ungünstiger Lage kann sich ein höherer Gerbstoffgehalt entwickeln.

Quellen
Petzold, Kessler

Resümee
Le Lectier ist eine gut schmeckende Wintertafelbirnensorte für warme und windgeschützte Lagen im Hausgarten und am Wandspalier.

Birnensorte Liegels Winterbutterbirne, Bildquelle: Lauche 1883

 

Beschreibung
Anbaufähig für warme Lagen bis 300 Meter Höhenlage. Verlangt nährstoffreichen, tiefgründigen Boden. Geschmacklich einzigartige Tafelbirne mit langer Genussreife. Starke Schorfanfälligkeit, deshalb Anbau nur an lufttrockenen und freien Standorten. Früh einsetzender Ertrag, ab dem 5. – 6. Standjahr, später alljährlich und hoch. Stark fallend zur Baumreife, Ernte deshalb auf den Tag genau abpassend. Geerntete Früchte sind in hartreifem Zustand schon wohlschmecken, aber druckempfindlich.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M) – Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (E) – Januar (E)

Lagerfähigkeit
3 – 4 Monate

Verwendung
Tafelbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs mittelstark bis stark / Garten, Spalier. Wichtig wegen der Schorfanfälligkeit ist dabei ein regengeschützter Standort mit guter Durchlüftung.

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, kräftig delikat süß, ohne merkliche Säure. Köstlicher Geschmack mit typischem, unverwechselbaren Gewürz. Auch hartreif schon wohlschmeckend.

Quellen
Petzold

Resümee
Liegels Butterbirne ist eine der wohlschmeckendsten Tafelbirnensorten für den Winter mit einer sortentypischen Würze. Aufgrund der starken Schorfanfäligkeit und Windempfindlichkeit scheint nur ein Anbau am geschützten Wandspalier empfehlenswert.

Birnensorte Kuhfuß, Bildquelle: Lauche 1883

 

Beschreibung
Alte Wirtschaftssorte aus NRW. Sehr robust. Bevorzugt warme und feuchte Böden. Ertrag spät einsetzend, später hoch und regelmäßig. Früchte mittelgroß bis groß.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September

Lagerfähigkeit
Zum Sofortverbrauch

Verwendung
Sehr gute Dörrbirne, Saft, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuch sehr stark / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Saftig, fest, süß mit sehr geringer Säure, zimtartig gewürzt. Getrocknet entwickelt sich ein leichtes Vanillearoma.

Quellen
Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Kuhfuß ist eine robuste Wirtschaftsbirne für die Streuostwiese mit wärmeren Böden. Die Früchte der im Alter riesigen Bäume werden als Dörrfrucht und zum Einkochen geschätzt. Die Sorte ist auch in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.

Birnensorte Lebruns Butterbirne, Bildquelle: Zschoccke

 

Beschreibung
Breit anbaufähig bis in mittlere Höhenlagen. Empfohlen wird ein geschützter Standort mit guten, nicht zu trockenen oder zu schweren Böden. Sehr robust, nicht schorfanfällig. Kommt früh in den Ertrag, später hoch und regelmäßg. Die Früchte sind nicht windfest, da sie sehr groß und schwer werden.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E)

Genuss-, Verbrauchsreife  (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E) – Oktober (E)

Lagerfähigkeit
3 Wochen

Verwendung
Tafelbirne, Saft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs stark, später mittelstark / Garten, Spalier

Geschmack, Aroma
Saftig, schmelzend, süßlich, herbsäuerlich, angenehm gewürzt.

Quellen
Kessler

Resümee
Lebruns Butterbirne gilt wegen der schönen, großen und sehr schmackhaften, allerdings windanfälligen Früchte als Liebhabersorte für windgeschützte Wandspaliere.

Beschreibung
Breit anbaufähig auf wärmeren, windgeschützten Birnenstandorten. Auf warmen Standorten bessere Fruchtgüte. Gedeiht auch noch in mittleren Höhenlagen bei nährstoffreichen, feuchten Böden. Nur gering anfällig gegen Schorf. Ertrag früh einsetzend, später mittelhoch und annähernd regelmäßig. Früchte sind nicht windfest. Ernte unbedingt 5 – 8 Tage vor der Baumreife, sobald die ersten gesunden Früchte fallen.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
ab September (A)

Genuss-, Verbrauchsreife  (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M) – Oktober (A)

Lagerfähigkeit
1 – 2 Wochen, wird schnell mehlig

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs mittelstark / Garten, Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Saftig, halbschmelzend, süß, kaum säuerlich, ohne ausgeprägtes Aroma

Quellen
Petzold

Resümee
Die Kongeressbirne ist eine Tafel- und Streuobstbirne für wärmere Standorte. Für den Spalieranbau wegen mangelnder geschmacklicher Qualität nicht zu empfehlen.

Beschreibung
Stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, allerdings für raue Anbaulagen nicht geeignet. Kommt früh in den Ertrag, später hohe und regelmäßige Ernten.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
verträgt keine Höhenlagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife  (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober – November

Lagerfähigkeit
3 Wochen

Verwendung
Saft und Most, soll vor der Verarbeitung einige Zeit gelagert werden

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs mittelstark bis stark / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Saftig, süßsauer, herbwürzig.

Quellen
Petzold, Kessler

Resümee
Die Knollbirne ist eine empfehlenswerte, sortentypisch schmeckende Wirtschaftssorte für Streuobstwiesen mit geringen Ansprüchen an die Bodenbeschaffenheit, aber höheren Ansprüchen an das Klima.

Birnensorte Köstliche von Charneu, Bildquelle Lauche 1883

Birnensorte Köstliche von Charneu, Bildquelle: wikipedia (Genet)

Beschreibung
Breit anbaufähig bis in mittlere Höhenlagen. Bevorzugt wärmere, nährstoffreiche, genügend feuchte Böden in freien Lagen, kommt eber auch noch bei kühleren Böden zurecht. Verträgt aber keine Frostlagen (Senken) und Schorflagen (feuchte Luft, enge Bäume). Mittelspät bis spät einsetzender Ertrag, nicht vor dem 8. Standjahr, später dann hoch und regelmäßig. Früchte normalerweise windfest bis zur Baumreife, jahrweise auch davor. Eine der wenigen Herbstbirnen, die genussreif nicht schnell teigig werden.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
(höher)

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M) – Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife  (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober – November (E)

Lagerfähigkeit
4 – 5 Wochen, im Kühllager 2-3 Monate

Verwendung
Tafelbirne, Saft, Dörrobst, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs stark / Streuobstwiese, Garten

Geschmack, Aroma
Weich, buttrig, schmelzend, saftig, kräftig süß, schwach säuerlich, feinwürzig. Wohlschmeckend von wärmeren Orten, von kalten nur halbschmelzend.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Die Köstliche von Charneu ist eine relativ anspruchslose Herbst-Tafelbirne mit geringerer Wärmebedürftigkeit und guter Lagerfähigkeit. Sie ist auch in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.

Birnensorte Josephine von Mecheln, Bildquelle Lauche 1883

Birnensorte Josephine von Mecheln, Bildquelle: Hedrick 1912

 

Beschreibung
Diese Sorte benötigt nährstoffreiche, genügend warme und feuchte Böden. Örtlich anfällig für Fruchtschorf, stärker für Blattschorf. Ertrag mittelspät einsetzend, später wechseln sich hohe mit weniger hohen Ernteerträgen ab. Wenn die Früchte am Baum reifer werden, sollten sie wegen Vogelfraß besser mit Netzen abgedeckt werden. Früchte hängen noch bis Ende Oktober fest am Baum. Die Ernte sollte spät erfolgen, weil die Früchte bei zu früher Ernte im Lager schnell welken.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (E) – November (A)

Genuss-, Verbrauchsreife  (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Januar – März

Lagerfähigkeit
2 – 3 Monate

Verwendung
Tafelbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs schwach / Spalier, Garten

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, vollschmelzend, butterhaft, süß, kaum säuerlich, feinaromatisch zuckermelonenartig, dabei leicht herb.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Josephine von Mecheln ist eine sehr späte, hochfeine Wintertafelbirne mit relativ hohen Standortansprüchen. Sie sollte nur auf schwach wachsenden Unterlagen bzw. an Wandspalieren gezogen werden, um b. B. ein Einnetzen zu vereinfachen.

Birnensorte Jules Guyot, Bildquelle: Lauche 1883

Birnensorte Jules Guyot, Bildquelle: wikipedia (joergens.mi)

 

Beschreibung
Breit anbaufähig bis in mittlere Höhenlagen. Robust hinsichtlich Krankheiten und Klimaansprüchen. Ertrag früh einsetzend, später hoch und regelmäßig. Die hohen Erträge erfordern allerdings auf leichten Böden eine reiche Nährstoffversorgung und genügend Feuchtigkeit auf leichteren Böden. Fruchtfall mit der Baumreife, Ernte allerdings frühzeitig vorher. Bei zu später Ernte werden die Früchte mehlig.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
August (E)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
August (E) – September (A)

Lagerfähigkeit
2 Wochen

Verwendung
Tafelbirne, hartfreif für Saftverarbeitung, Dörrobst, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs schwach / Garten, nicht für Grasland

Geschmack, Aroma
Vollsaftig, halbschmelzend, mäßig süß, schwach säuerlich.

Quellen
Petzold

Resümee
Jules Guyot ist eine robuste Sommer-Tafelbirne mit geringen Standortansprüchen und befriedigendem Geschmack.

Beschreibung
Die Sorte Jeanne d’Arc bevorzugt warme und geschützte Standorte, kann aber unter diesen Bedingungen auch noch bis in Höhenlagen von 400 Metern erfolgreich angebaut werden. Für nasse oder kalte Standorte ist sie hingegen nicht geeignet. Nur mäßig anfällig für Schorf. Der Ertrag setzt früh ein, bereits ab dem 4. Standjahr und bleibt anschließend mittelhoch und regelmäßig. Die Früchte hängen windfest am Baum. Geerntet werden sollte so spät wie möglich, jedoch noch vor den ersten Nachtfrösten. Reife Früchte sind besonders druckempfindlich.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen (bis 400 m)

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (E) – November (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
November (E) – Januuar

Lagerfähigkeit
2 Monate

Verwendung
Tafelbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs mittelstark / Garten, Südwandspalier, Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, vollschmelzend, süß, mildsäuerlich, edelaromatisch, sehr wohlschmeckend.

Quellen
Petzold, Hartmann/Ruess

Resümee
Jeanne d’Arc zählt zu den erstklassigen, sehr spät reifenden Tafel- und Streuobstbirnen, allerdings mit hohen Standortansprüchen. Je wärmer die Anbaulage, desto besser entwickelt sich die Fruchtqualität.

Birnensorte Hofrathsbirne, Bildquelle: Lauche 1883

Birnensorte Hofratsbirne, Bildquelle: unbekannt (gemeinfrei)

Beschreibung
Die relativ anspruchslose Sorte eignet sich für den Anbau bis in mittlere Höhenlagen auf allen standortgerechten Böden mit ausreichend Nährstoffen und Feuchtigkeit. Aufgrund ihrer Schorfanfälligkeit bevorzugt sie lufttrockene und freistehende Standorte, um das Krankheitsrisiko zu minimieren. Der Ertrag setzt früh ein, bereits ab dem 4. bis 5. Standjahr und bleibt später hoch und regelmäßig. Die Früchte hängen bis zur Baumreife sehr windfest, sollten jedoch bereits im hartreifen Zustand geerntet werden. Dies trägt maßgeblich zur Verbesserung der Fruchtqualität und Saftigkeit bei.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E)

Genuss-, Verbrauchsreife  (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (M) – November (M)

Lagerfähigkeit
1-2 Monate

Verwendung
Gute Dörrfrucht, hartreif für Saft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs mittelstark / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Saftig, schwach süß, dabei säuerlich-herb ohne besonderes Aroma.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Die Hofratsbirne ist eine Wirtschaftssorte für die Streuobstwiese mit einem speziellen süßsäuerlich-herben Geschmack, hohen Erträgen und relativ geringen Standortansprüchen.

Beschreibung
Sehr seltene, kleinfrüchtige und robuste Lokalsorte im Rheinland (Raum Bonn). Die Hufenbirne wächst zu riesigen, landschaftsprägenden Bäumen heran und gilt als Massenträger. Laut einer alten Ausgabe der Rheinischen Monatszeitschrift konnte ein Baum in manchen Jahren einen Ertrag von 15 bis 20 Zentnern abwerfen.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (A)

Genuss-, Verbrauchsreife  (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (A-E)

Lagerfähigkeit
2 Wochen

Verwendung
In früherer Zeit wurde die Hufenbirne ausschließlich zur Herstellung von Birnenkraut verwendet.

Wuchsstärke/Anbaueignung
Sehr stark wachsender Landschaftsbaum /große Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Mäßig saftig, fest, mild süßsäuerlich.

Quellen
Bannier, Koord

Resümee
Die Hufenbirne ist eine seltene, reichtragende und robuste Wirtschaftssorte für die Streuobstwiese. Sie stellt nur geringe Ansprüche an Boden und Klima und ist in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.

Birnensorte Hardenponts Butterbirne, Bildquelle: Lauche 1883

 

Beschreibung
Nur für sehr warme Standorte mit (z.B. in südlichen Ländern oder in Weinbaulagen) mit nährstoffreichen, genügend feuchten Böden. Ertrag normalerweise früh einsetzend, aber oft verzögert, da nach reichem Blütenansatz Jungfrüchte plötzlich abgestoßen werden. Später mittelhohe und regelmäßige Erträge. Ernte spätmöglichst, Früchte bleiben windfest.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S (in Jugendstadium), Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
sehr hoch

Ansprüche an die Höhenlage
verträgt keine Höhenlagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (E) – November (A)

Genuss-, Verbrauchsreife  (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
November (E) – Januar

Lagerfähigkeit
Bei + 4 Grad C. 3 Monate, im Kühllager bei -1 Grad C. 5-6 Monate

Verwendung
Tafelbirne, Kompottzubereitung, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs mittelstark / Garten, Spalier an südlich ausgerichteter Hauswand mit Regenschutz (sonst schorfanfällig)

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, erfrischend süßsäuerlich, zart aromatisch, sehr wohlschmeckend, an ungeeigneten Standtorten grob, rübig.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Hardenponts Butterbirne ist eine der edelsten Wintertafelbirnen, benötigt allerdings einen sehr warmen und geschützten Standort.

Birnensorte Hochfeine Butterbirne, Bildquelle: Lauche 1883

 

Beschreibung
Die Hochfeine Butterbirne eignet sich für den Anbau auf wärmeren Standorten bis zu einer Höhenlage von 250 Metern. Sie stellt insgesamt hohe Ansprüche an Boden und Standort, gedeiht jedoch unter optimalen Bedingungen mit nur geringer Schorfanfälligkeit. Der Ertrag setzt mittelspät bis spät ein, bleibt dann jedoch hoch und regelmäßig. An weniger geeigneten Standorten hingegen bleiben die Erträge gering. Geerntet wird am besten kurz vor der Baumreife, bis dahin gilt die Sorte als windfest. In reifem Zustand sind die Früchte sehr druckempfindlich.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E) – Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife  (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (M – November (M)

Lagerfähigkeit
2-3 Wochen

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs mittelstark / Garten, Spalier, Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, feinzellig schmelzend, vorherrschend fein weinsäuerlich, genügend süß, harmonisch edelaromatisch, delikater Geschmack.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Die Hochfeine Butterbirne ist eine im Herbst reifende Tafel- und Streuobstbirne mit einem delikaten Geschmack, stellt aber hohe Standortanforderungen. Besonders gut eignet sie sich für den Anbau an einem Wandspalier, wo sie ihr volles Aroma optimal entfalten kann.

Birnensorte Gute Graue, Bildquelle: Lauche 1883

 

Beschreibung
Die Sorte Gute Graue ist vielseitig anbaubar und gedeiht auf nahezu allen Standorten, solange sie nicht zu trocken sind. Selbst in höheren Lagen hat sich ihr Anbau bewährt. Sie gilt als robust und zeigt nur eine geringe Anfälligkeit für Schorf. Der Ertrag setzt spät ein, nicht vor dem 10. Standjahr, erreicht dann aber ein so hohes Niveau, dass die Sorte als Massenträger gilt. Allerdings kann sie sich bei zu starkem Behang schnell erschöpfen, was zu einer Ertragsschwankung (Alternanz) in den Folgejahren führt. Geerntet werden sollte kurz vor der Baumreife, bis dahin bleiben die Früchte windfest.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
(S, im Jugendstadium), Hf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau auch in Gebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (A – M)

Lagerfähigkeit
Zum Sofortverbrauch

Verwendung
Tafelbirne, Konserve, Einkochen, Dörrobst, hartreif zur Saftverarbeitung

Wuchsstärke/Anbaueignung
Sehr starker Wuchs, wird sehr alt / größere Gärten (besonders in höheren Lagen), Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Saftig, schmelzend, kräftig harmonisch süßsäuerlich, edelaromatisch, köstlicher Wohlgeschmack.

Quellen
Petzold, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Als edle und wertvolle Sommertafelbirne überzeugt die Gute Graue mit einem hervorragenden Geschmack und stellt gleichzeitig nur geringe Anforderungen an den Standort. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften ist sie auch in der offiziellen Vorschlagsliste für alte Streuobstsorten in Nordrhein-Westfalen enthalten.

Birnensorte Gute Luise, Bildquelle Lauche 1883

Birnensorte Gute Luise, Bildquelle: wikipedia (Rasbak)

 

Beschreibung
Die Sorte “Gute Luise” eignet sich für Standorte bis in mittlere Höhenlagen. Sie bevorzugt nährstoffreiche, ausreichend feuchte und wärmere Böden, ist jedoch für stark kalkhaltige ungeeignet. Aufgrund ihrer hohen Schorfanfälligkeit empfiehlt sich ein lufttrockener, freistehender Standort. Der Ertrag setzt früh ein, bereits ab dem 4. bis 5. Standjahr, und wechselt später zwischen sehr hohen und mittelhohen Erträgen. Die Ernte sollte hartreif kurz vor der Baumreife erfolgen, da die Früchte bis zu diesem Zeitpunkt windfest sind.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (A) – Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E) – Oktober €

Lagerfähigkeit
6-7 Monate im Kühllager bei -1Grad C.

Verwendung
Tafelbirne, vorzügliches Dörrobst, hartreif für Saft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs anfänglich mittelstark bis stark, mit Beginn hoher Erträge nur noch schwach. / Garten, Spalier, Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, vollschmelzend, hatmonisch süßsäuerlich, sortentypisch hocharomatisch.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Die Gute Luise ist eine hocharomatische Herbsttafelbirne mit ausgezeichneter Fruchtqualität, stellt jedoch höhere Anforderungen an den Standort und erfordert sorgfältige Pflege aufgrund ihrer hohen Anfälligkeit für Schorf.

Birnensorte Grumkow, Bildquelle: Lauche 1883

Birnensorte Grumkow, Bildquelle: Langethal

 

Beschreibung
Die Sorte Grumkow benötigt warme, windstille Lagen sowie nährstoffreiche und ausreichend feuchte Böden. Aufgrund ihrer Anfälligkeit für Schorf sind lufttrockene, aber nicht zu windige Einzellagen besonders geeignet. Charakteristisch für diese großfrüchtige Tafelbirne ist ihre außergewöhnliche Form: Die Früchte weisen Beulen auf und wirken dadurch eckig und kantig. Der Ertrag setzt mittelfrüh bis mittelspät ein, erreicht später jedoch ein hohes und regelmäßiges Niveau. Bis zur Baumreife bleiben die Früchte windfest, die Ernte sollte möglichst spät erfolgen.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober – November

Lagerfähigkeit
3 – 4 Wochen, in genussreifem Zustand ist sie sehr druckempfindlich und wird schnell teigig.

Verwendung
Tafelbirne, Kompott, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs mittelstark, in der Jugend Neigung zum krummen Wuchs und zum Hängen der Äste / Garten, für Spalieranbau weniger geeignet

Geschmack, Aroma
Saftig, halbschmelzend bis schmelzend, unverwechselbar erfrischend weinsäuerlich, wenig süß, feimwürzig.

Quellen
Petzold

Resümee
Grumkow ist eineanspruchsvolle Herbst-Tafelbirne mit einem sortypisch würzigen Geschmack, die für den Spalieranbau nicht geeignet ist.

Birnensorte Gräfin von Paris, Bildquelle: wikipedia (Helger Klaus Rieder)

 

Beschreibung
Die Sorte Gräfin von Paris bevorzugt sehr warme Standorte mit einem nährstoffreichen, ausreichend feuchten Boden. Bei entsprechend warmen Klima kann sie auch in mittleren Höhenlagen überraschend gute Fruchtqualitäten hervorbringen. Sie gilt als nur gering schorfanfällig und zeichnet sich durch einen früh einsetzenden, hohen und regelmäßigen Ertrag aus. Bei starkem Fruchtbehang empfiehlt sich eine gezielte Ausdünnung, um die Qualität der Früchte zu verbessern. Allerdings kann die Fruchtqualität von Jahr zu Jahr stark variieren. Die Früchte bleiben bis zur späten Ernte windfest, weshalb sie möglichst spät gepflückt werden sollten, um ihr volles Aroma zu entfalten.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
Bf, Hf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
sehr hoch

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (E) – November (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Dezember – Februar

Lagerfähigkeit
2- 3 Monate im Naturlager, 6– 7 Monate im Kühllager bei +1 bis -1 Grad C.

Verwendung
Tafelbirne, aber nur in guten Jahren

Wuchsstärke/Anbaueignung
Schwach bis mittelstark wachsend / Garten

Geschmack, Aroma
schmelzend oder halbschmelzend, saftig süß mit geringer Säure, typisch gewürzt. In Jahren mit schlechter Witterung nur rübiger Geschmack.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Gräfin von Paris ist eine späte Tafelbirnensorte mit einem interessanten Geschmack, wenngleich die wechselnde Fruchtqualität als Nachteil gilt. Sie stellt hohe Ansprüche an den Standort und ist auch in der offiziellen Vorschlagsliste für alte Streuobstsorten in Nordrhein-Westfalen enthalten.

Beschreibung
Gräling ist eine alte Regionalsorte aus dem Bergischen Land, die sich durch ihre Genügsamkeit und Widerstandsfähigkeit auszeichnet. Sie zeigt kaum Anfälligkeit für Schorf sowie Holz- und Blütenfrost. Nach der Erziehungsphase benötigt der Baum nur wenig Schnitt und liefert dennoch einen hohen Ertrag. Als vielseitige Streuobst- und Wirtschaftssorte kann die Gräling-Birne in guten Jahren sogar als Tafelbirne genutzt werden.   

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau auch in Gebirgslagen möglich

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
August (M) – September (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
August (M) – September (A)

Lagerfähigkeit
Zum Sofortverbrauch

Verwendung
Dörrobst, Birnenkraut, eingeschränkt auch als Tafelbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung
Sehr starker Wuchs, landschaftsprägend / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
würzig süß, nicht schmelzend, schnell teigig und fad werdend.

Quellen
Bannier, Koord

Resümee
Besonders vorteilhaft der Birnensorte “Grä(h)ling” ist ihre Anspruchslosigkeit gegenüber Boden- und Klimaverhältnissen. Diese Sorte ist in der offiziellen Vorschlagsliste für alte Streuobstsorten in Nordrhein-Westfalen enthalten.

Birnensorte Giffards Butterbirne, Bildquelle: Lauche 1883

Birnensorte Giffards Butterbirne, Bildquelle: Hendrick 1921

Beschreibung
Giffards Butterbirne stellt hohe Ansprüche an ihren Standort und gedeiht am besten auf nährstoffreichen, ausreichend feuchten und warmen Böden. Der Ertrag setzt mittelspät ein, etwa nach 7 bis 8 Standjahren, erreicht dann im Vollertragsstadium ein hohes und regelmäßiges Niveau. Die Ernte sollte kurz vor der Baumreife erfolgen, bis dahin sind die Früchte windfest. Eine zu späte Ernte führt auch dazu, dass die Birnen trocken und mehlig werden.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
sehr hoch

Ansprüche an die Höhenlage
verträgt keine Höhenlagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Juli (E) – August (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
August (A – M)

Lagerfähigkeit
2 Wochen, wird rasch teigig.

Verwendung
Tafelbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mittelstarker Wuchs / Garten, Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
butterhaft schmelzend, sehr saftig, süß, mildsäuerlich, zartaromatisch.

Quellen
Petzold, Kessler

Resümee
Giffards Butterbirne als die beste frühe Tafelbirnen- und Streuobstsorte: sie stellt allerdings hohe Ansprüche an den Standort.

Birnensorte Gelbmöstler, Bildquelle: wikipedia (Joris Egger)

Beschreibung
Gelbmöstler ist eine kleine, aber äußerst robuste Birnensorte, die sich für nahezu alle Standorte eignet. Ihr Ertrag setzt mittelfrüh ein und bleibt anschließend sehr hoch, sie gilt als Massenträger. Die Ernte sollte so spät wie möglich erfolgen, da eine zu frühe Ernte zu einem hohen Gerbstoffgehalt im Saft oder Most führt.

Anfälligkeit
Weder gegen Krankheiten noch gegen Frost

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau auch in Gebirgslagen möglich

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E) – Oktober (A)

Lagerfähigkeit
2 Wochen

Verwendung
Wein, Obstbrand, als Verschnitt mit süßem Birnensaft und mit süßem Apfelsaft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Starker Wuchs / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Fest, saftig, ausgereift hoher Zuckergehalt, ziemlich würzig, ziemlich sauer und herb.

Quellen
Petzold, Kessler

Resümee
Gelbmöstler eine obuste und empfehlenswerte Streuobst-Wirtschaftssorte, die sich besonders gut für die Herstellung von Cuvées eignet.

Birnensorte Gellerts Butterbirne, Bildquelle: Lauche 1883

Birnensorte Gellerts Butterbirne, Bildquelle: wikipedia (Glysiak)

Beschreibung
Gellerts Butterbirne ist eine äußerst robuste und vielseitige Birnensorte, die für nahezu alle Standorte geeignet ist. Sie zeigt nur eine geringe Anfälligkeit für Schorf, kann jedoch auf schweren Böden zu Krebs neigen. Aufgrund ihrer Neigung zum Vorerntefruchtfall empfiehlt es sich, sie an windgeschützten Standorten zu pflanzen. Ein großer Vorteil dieser Sorte ist ihre gleichbleibend gute Fruchtqualität, selbst in Jahren mit ungünstiger Witterung. Allerdings kommt Gellerts Butterbirne sehr spät in den Ertrag – erst ab dem 10. bis 12. Standjahr – trägt dann aber zuverlässig. Die Ernte sollte kurz vor der Baumreife erfolgen, da sonst vermehrt Früchte vorzeitig abfallen. Gleichzeitig darf sie nicht zu früh geerntet werden, da dies zu geschmacklich faden Früchten mit Tendenz zur Welkebildung führen kann.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
(S)

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M) – Oktober

Lagerfähigkeit
2-4 Wochen, bevorzugt im Freiluftlager

Verwendung
Tafelbirne, Dörrobst, Saft, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Starker Wuchs / Streuobstwiese, Garten, nicht für Wandspaliere (zu starker Wuchs)

Geschmack, Aroma
Mittelfest, schmelzend, sehr saftig, harmonisch süßsäuerlich, charakteristisch gewürzt.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Aufgrund ihres ausgezeichneten Geschmacks, ihrer Robustheit und ihrer geringen Standortansprüche zählt Gellerts Butterbirne zu den empfehlenswertesten frühen Tafelbirnen. Sie ist zudem in der offiziellen Vorschlagsliste für alte Streuobstsorten in Nordrhein-Westfalen enthalten.

Birnensorte Forellenbirne, Bildquelle: Lauche 1883

Beschreibung
Die Forellenbirne gedeiht am besten auf warmen, nährstoffreichen und ausreichend feuchten Böden mit guter Durchlüftung. Allerdings ist sie stark schorfgefährdet, was bei der Pflege und Standortwahl berücksichtigt werden sollte. Der Ertrag setzt vergleichsweise spät ein – erst im 7. oder 8. Standjahr –, bleibt dann jedoch hoch und regelmäßig. Ihre Früchte sind bis zur Baumreife windfest.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September E – Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (E) – November (E)

Lagerfähigkeit
Freilager bis Frosteinbruch

Verwendung
Tafelbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs mittelstark / Garten, Spalier

Geschmack, Aroma
Halbschmelzend, saftig, erfrischend, süß-weinsäuerilich, feinaromatisches Gewürz nach Alant und Melone.

Quellen
Petzold, Kessler

Resümee
Die Forellenbirne ist eine anspruchsvolle Herbst-Tafelbirne, zeichnet sich durch ihr sortentypisches Aroma aus, stellt höhere Anforderungen an den Standort und ist nicht zu verwechseln mit der Sorte “Nordhäuser Winterforelle”.

Birnensorte Frühe von Trevoux, Bildquelle: National Fruit Collection

Beschreibung
Die Sorte Frühe von Trévoux ist wenig anspruchsvoll und vielseitig anbaubar, selbst in Höhenlagen über 400 Metern. Sie wächst besonders gut auf lehmigen Böden und zeichnet sich durch ihre hohe Robustheit aus. Der Ertrag setzt ab dem 5. Standjahr ein und bleibt anschließend hoch und regelmäßig. Die Ernte sollte kurz vor der Baumreife erfolgen, da die Früchte bis zu diesem Zeitpunkt windfest sind.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
August (M) – September (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
August (M) – September (A)

Lagerfähigkeit
1-2 Wochen, wird schnell mehlig

Verwendung
Tafelbirne, Kuchen, Saft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mittelstarker Wuchs, bildet relativ kleine Kronen / Streuobstwiese, Garten

Geschmack, Aroma
Nicht immer schmelzend, erfrischender Geschmack, fein süßsäuerlich, gut gewürzt.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Als empfehlenswerte und widerstandsfähige Tafelbirne kombiniert die Frühe von Trevoux eine frühe Reife mit geringen Standortansprüchen und einer ausgeprägten Frosthärte. Aufgrund ihrer positiven Eigenschaften ist sie auch in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.

Beschreibung
Esperens Bergamotte stellt hohe Ansprüche an ihren Standort und gedeiht am besten auf warmen, nährstoffreichen und ausreichend feuchten Böden in geschützten Lagen bis etwa 200 Meter Höhe. Sie ist anfällig für Schorf und neigt zur Bildung kleiner Früchte. Der Ertrag setzt früh bis mittelfrüh ein und bleibt anschließend regelmäßig. Um eine optimale Fruchtqualität zu gewährleisten, empfiehlt sich eine Ausdünnung Anfang Juli, da nur größere Früchte ihr volles Aroma entfalten.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
sehr hoch

Ansprüche an die Höhenlage
verträgt keine Höhenlagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (M) – Oktober (E)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Dez 03

Lagerfähigkeit
4-5 Monate

Verwendung
Tafelbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs mittelstark, später schwach / Garten, Spalier an Südwand

Geschmack, Aroma
Schmelzend, mittelfest, süß, gering säuerlich, feinaromatisch.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Esperens Bergamotte ist eine anspruchsvolle, aber gut lagerfähige Winter-Tafelbirne, die an geeigneten Standorten (auch am Spalier) schmackhafte Früchte hervorbringt.

Birnensorte Esperens Herrenbirne, Bildquelle: Lauche 1883

Beschreibung
Esperens Herrenbirne ist vielseitig anbaubar und eignet sich auch für mittlere Höhenlagen sowie windige und kühlere Standorte. Voraussetzung dafür sind jedoch nährstoffreiche und ausreichend feuchte Böden. Sie zeigt örtlich eine gewisse Anfälligkeit für Schorf. Der Ertrag setzt mittelfrüh ein und bleibt anschließend hoch und regelmäßig. Aufgrund der süßen Früchte kann eine Einnetzung sinnvoll sein, da Vögel sie gerne anpicken. Die Ernte sollte kurz vor oder mit der Baumreife erfolgen, jedoch nicht zu früh, um den vollen Geschmack zu gewährleisten. Eine folgernde Ernte ist möglich, da ein Teil der Früchte selbst im baumreifen Zustand noch windfest bleibt.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
(höher)

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E) – Oktober (A): folgernde Fruchtreife

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September – Oktober

Lagerfähigkeit
2 Wochen

Verwendung
Tafelbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs mittelstark / Garten, Spalier, Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Mittelfest, schmelzend, saftig, kräftig edelsüß, süßweinig, köstlich aromatisch.

Quellen
Petzold

Resümee
Insgesamt zählt die – auch für windigere und kühlere Standorte geeignete – Esperens Herrenbirne zu den geschmacklich herausragenden Spitzensorten unter den Frühherbst-Tafelbirnen und ist auch für die Streuobstwiese geeignet.

Birnensorte Elsa, Bildquelle: LOGL BW

Beschreibung
Diese Sorte gedeiht besonders gut auf warmen Böden und bevorzugt sonnige Südlagen, kann jedoch auch in Höhenlagen angebaut werden. Sie zeigt eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Frost und Schorf. Der Ertrag setzt früh bis mittelfrüh ein und bleibt anschließend hoch und regelmäßig. Die Früchte sollen etwa fünf Tage vor der Baumreife geerntet werden, da sie bis zu diesem Zeitpunkt windfest sind.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
(höher)

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M) – Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September M – Oktober M

Lagerfähigkeit
2 Wochen, Freilagerung empfohlen

Verwendung
Tafelbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung
Wuchs schwach bis mittelstark / Garten

Geschmack, Aroma
Halbschmelzend, saftig, süß, feinsäuerlich, kräftiges, sortentypisches Aroma.

Quellen
Petzold

Resümee
Die Sorte Elsa gilt als eine robuste und empfehlenswerte Herbst-Tafelbirne für den Hausgarten mit gutem, sortentypischen Geschmack. Sie hat allerding etwas höhere Wärmeanpsüche an den Standort.

Birnensorte Edelcrassane, Bildquelle: National Fruit Collection

Beschreibung
Diese Sorte stellt hohe Ansprüche an Boden und Klima und gedeiht am besten in sonnigen Lagen mit Weinbauklima. Sie ist empfindlich gegenüber Frost, zeigt jedoch eine geringe Anfälligkeit für Schorf. Der Ertrag setzt früh bis mittelfrüh ein und bleibt dann meist mäßig bis mittelhoch. An geeigneten Standorten trägt sie regelmäßig, kann jedoch bei ungünstiger Blühwitterung Ertragsausfälle zeigen. Besonders gut eignet sie sich für den Anbau als Spalierobst.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
sehr hoch

Ansprüche an die Höhenlage
verträgt keine Höhenlagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (E) – November (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
01. Mrz

Lagerfähigkeit
4-5 Monate

Verwendung
Tafelbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mittelstarker Wuchs Garten, Spalier

Geschmack, Aroma
Schmelzend, saftig, angenehm süßsäuerlich-herb, feinwürzig.

Quellen
Petzold, Kessler

Resümee
Die Edelcrassane gilt als eine wertvolle späte Wintertafelbirne, jedoch ausschließlich für Standorte mit passenden Bodenverhältnissen und klimatischen Bedingungen.

Birnensorte Elsa, Bildquelle: LOGL BW

Beschreibung
Sehr geringe Standortansprüche. Geringe Schorfanfälligkeit in feuchten Lagen, ansonsten sehr robust. In der Jugendphase etwas anfällig für strenge Fröste. Früher Ertragsbeginn, später hoch und regelmäßig. Muss nach der Ernte zügig verarbeitet werden, da die Früchte schnell weich und teigig werden.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
(S)

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau auch in Gebirgslagen über 350 m empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M) – Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September(M) – Oktober (A)

Lagerfähigkeit
Zum Sofortverbrauch

Verwendung
Dörrobst, Birnenbrand, gute Beimischung für Apfelsaft und Birnencidre-Cuvees.

Wuchsstärke/Anbaueignung
Stark wachsend / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Saftig, herbsüß-würziger Geschmack.

Quellen
Hartmann/Ruess

Resümee
Aufgrund ihrer Robustheit und ihres herbwürzigen Geschmacks ist sie eine empfehlenswerte Wirtschaftssorte für den Streuobstanbau, deren Früchte ach der Ernte allerdings schnell verarbeitet werden müssen.

Birnensorte Doppelte Philippsbirne, Bildquelle: wikipedia (Sven Teschke)

Beschreibung
Diese Sorte ist vielseitig anbaubar und eignet sich auch für Höhenlagen über 400 Meter. Sie zeichnet sich durch eine hohe Robustheit gegenüber Frost und Schorf aus, zeigt jedoch eine gewisse Anfälligkeit für Feuerbrand. Der Ertrag ist in der Regel hoch bis sehr hoch, weshalb bei Gartenbäumen und Spalieren eine gezielte Ausdünnung empfohlen wird, um die Fruchtqualität zu optimieren. Der Fruchtbehang ist äußerst windfest. Für das beste Aroma sollte die Ernte nicht zu früh erfolgen.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau auch in Gebirgslagen über 400 m empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September – Oktober (A)

Lagerfähigkeit
Zum Sofortverbrauch

Verwendung
Tafelbirne, Saft, Dörrobst, Kompott

Wuchsstärke/Anbaueignung
Starker Wuchs, bildet große und langlebige Kronen. Lässt sich aber auch gut auf mittelstark wachsender Unterlage veredeln, wächst dann buschig und bis 4,5 m hoch. / Spalier, Garten, Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Süße mit deutlicher Säure, muskatartig gewürzt.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Die Doppelte Philippsbirne ist eine empfehlenswerte Sorte für den Hausgarten und überzeugt sie mit einem zufriedenstellenden Geschmack und einer großen Robustheit hinsichtlich Klima, Boden und Krankheiten. Zudem wird sie in der offiziellen Vorschlagsliste für alte Streuobstsorten in Nordrhein-Westfalen geführt.

Birnensorte Dycker Schmalzbirne, Bildquelle: wikipedia (Bahnmoeller)

Beschreibung
Regionalsorte aus dem Rheinland. Benötigt warme Standorte unterhalb 400 m. Hauptsächlich Wirtschaftsbirne mit würziger Frucht. Robust gegenüber Schorf, auf schweren Böden krebsanfällig. Früh einsetzender Ertrag, später hoch und regelmäßig. Die Früchte sollten schnellstmöglichst nach der Ernte verarbeitet werden, da die Fruchtreife nur sehr kurz ist. Zur Zeit der kurzen Fruchtreife ist sie geschmacklich aber durchaus auch als Tafelbirne anzusehen.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
Bf, Hf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M) – Oktober (A)

Lagerfähigkeit
Zum Sofortgebrauch

Verwendung
Saft, Dörrobst, Einkochen

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mittelstark wachsend / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, schmelzend, sortenspezifisch würzig

Quellen
Bannier, Koord

Resümee
Die Dycker Schmalzbirne ist eine wohlschmeckende Wirtschaftbirne mit erhöhten Standortansprüchen. Sie ist in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.

Birnensorte Diels Butterbirne, Bildquelle: Lauche 1883

Birnensorte Diels Butterbirne, Bildquelle: Aehrenthal

Beschreibung
Benötigt warme, geschützte Standorte. Schorf- und feuerbrandanfällig. Boden sollte laufend mit Nährstoffen versehen werden. Schwierige Sorte. Ertrag früh bis mittelfrüh einsetzend, mittelhch und regelmäßig. Ernte kurz vor der Baumreife, später sind die Früchte windanfällig. Im genussreifen Zustand sind die Früchte sehr druckempfindlich.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
sehr hoch

Ansprüche an die Höhenlage
verträgt keine Höhenlagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober – Dezember

Lagerfähigkeit
2 Monate

Verwendung
Tafelbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung
Starker Wuchs, aber für Hochstämme nicht zu empfehlen, da die Früchte bei Wind zu Boden geschlagen werden. Nur geeignet für schwächer wachsende Unterlagen / Spalier, (Garten)

Geschmack, Aroma
Halbschmelzend, körnig, saftig, süß, weinsäuerlich bis herb, sortentypisch gewürzt.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Diels Butterbirne ist eine gut und sortenspezifisch schmeckend, spät reifende Tafelbirne mit sehr hohen Standortansprüchen. Wenig verständlich ist, dass diese empfindliche Sorte in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten ist. Eigentlich kann sie nur für den Wandspalieranbau empfohlen werden.

Birnensorte Deutsche Nationalbergamotte, Bildquelle: wikipedia (JörgHSK)

Beschreibung
Breit anbaubar, auch bei rauerem Klima. Auch hinsichtlich der Bodenqualität anpsuchslos. Gedeiht bis in Höhenlagen von 1000 m. Robust gegenüber Krankheiten. Erbringt regelmäßige und hohe Erträge.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau auch in Gebirgslagen bis 1000 m möglich

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober

Lagerfähigkeit
Zum Sofortverbrauch

Verwendung
Tafelbirne, Saft, gute Kompottbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung
Schwacher Wuchs, kleinkronig / Garten, (Streuobstwiese)

Geschmack, Aroma
Schmelzend, saftig, süß mit wenig Säure, schwach gewürzt.

Quellen
Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Die Deutsche Nationalbergamotte ist eine große und schöne Tafel- und Streuobstbirne, die geschmacklich nicht herausragt, aber als eine der am wenigsten anspruchsvollen Sorten gilt.

Birnensorte Conference (Konferenz), Bildquelle: National Fruit Collection

Beschreibung
Conference ist an günstigen Standorten bis zu einer Höhe von 500 Metern anbaubar. Gegenüber Schorf ist sie kaum anfällig, auf kalkreichen Böden neigt der Baum allerdings zur Chlorose. Kommt früh in den Ertrag, der dann regelmäßig und sehr hoch ausfällt. Ausdünnen wird empfohlen, um die Fruchtqualität zu erhöhen. Windfest bis zur Baumreife.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau an günstigen Standorten bis in Mittelgebirgslagen (350 m) empfohlen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M) – Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober – November

Lagerfähigkeit
1-2 Monate

Verwendung
Tafelbirne, nur hartreif für Saft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Schwacher bis mittelstarker Wuchs / Garten, Spaliere, Hecken, Erwerbsobstbau

Geschmack, Aroma
Vollschmelzend, zuckermelonenartig, sehr saftig und süß, geringe Säure, angenehm gewürzt. Sie überzeugt bereits im hartreifen Zustand mit ihrem ausgezeichneten Geschmack.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Conference gilt als eine der wertvollsten Tafelbirnensorten für den Spätherbst. Sie stellt höhere Wärmeanforderungen an ihren Standort und wird auch in der offiziellen Vorschlagsliste für alte Streuobstsorten in NRW geführt.

Birnensorte Clapps Liebling, Bildquelle: National Fruit Collection

Beschreibung
Clapps Liebling, eine große, farbige Birnensorte, ist breit anbaufähig bis in mittlere Höhenlagen. Sie benötigt wärmere und feuchtere Böden und ist auch bei leichten Böden anbaufähig. Nur gering anfällig für Schorf. Ertrag früh bis mittelfrüh einsetzend, dann hoch und regelmäßig. Ernte 5 – 8 Tage vor der Baumreife (bis dahin windfest).

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
August A (folgernde Reife)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
August – September (A)

Lagerfähigkeit
2 Wochen

Verwendung
Frühe Tafelbirne, Saft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Starker Wuchs / Garten, Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Fast schmelzend, etwas saftig, geringer Zuckeranteil, angenehm gewürzt.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Clapps Liebling ist eine frühe, wohlschmeckende und robuste, frühe Tafelbirne Gärten und Streuobstwiesen, die höhere Wärmeansprüche hat, aber auch auf leichten Böden wachsen kann.

Birnensorte Clairgeaus Buttebirne, Bildquelle: National Fruit Collection

Beschreibung
Clairgeau benötigt warme, geschützte Lagen, kann dann aber auch bis in mittlere Höhenlagen erfolgreich angebaut werden. Eine gewisse Anfälligkeit für die Bildung von Steinzellen rund um das Kernhaus ist vorhanden, dafür zeigt sie sich kaum anfällig für Schorf. In guten Anbaulagen erweist sie sich als eine robuste und widerstandsfähige Sorte. Sie kommt sehr früh in den Ertrag, der dann hoch und regelmäßig ausfällt. Ernte am besten kurz vor der Baumreife, wenn der Fruchtfall einsetzt.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
Hf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
ab September (M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (E) – Dezember (A)

Lagerfähigkeit
2-3 Monate

Verwendung
Tafelbirne zweiter Güte, als Dörrobst sehr geschätzt, Saft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mittelstarker bis starker Wuchs / Garten, Spalier

Geschmack, Aroma
Halbschmelzend, körnig, saftig, süßsäuerlich, schwach gewürzt, leicht herb.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Clairgeau ist eine robuste, für alle Baumformen geeignete Tafelbirne mit einem speziellen, leicht herben Geschmack und höheren Standortansprüchen.

Birnensorte Bunte Julibirne, Bildquelle: Arche Noah

Beschreibung:
Die Bunte Julibirne kann bis in mittlere Höhenlagen angebaut werden, bevorzugt aber einen etwas wärmeren Standort, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Sie gilt als robust und zeigt eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Schorf. Ertrag schon ab dem 3. Standjahr, dann mittelhoch und regelmäßig. Windfest bis kurz vor der Baumreife, deshalb frühere Ernte (bei zu später Ernte werden hartreife die hartreifen Früchte später auch mehlig und nicht saftig).

Anfälligkeit (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
Hf

Wärmeansprüche (keine besonderen, höher, sehr hoch)
(höher)

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife  (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Juli (M) – August (A)

Genuss-, Verbrauchsreife   (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Juli (M) – August (A)

Lagerfähigkeit
Zum Sofortverbrauch

Verwendung
Tafelbirne, Saft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mittelstarker bis starker Wuchs, eher für Hochstämme geeignet / Garten, Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Weich, halbschmelzend, saftig, schwach süßsäuerlich, ohne ausgeprägtes Aroma.

Quellen:
Kessler, Petzold

Resümee
Die Bunte Julibirne gilt als eine der frühesten schmackhaften Tafelbirnen. Sie ist auch für den Streuobstanbau geeignet und zeichnet sich aus durch eine größere wärmeklimatische Anbaubreite, eine geringe Schorfanfälligkeit und geringe Bodenansprüche.

Beschreibung:
Die Champagner Bratbirne ist die bekannteste Mostbirnensorte, aus der in Deustchland der erste Sekt hergestellt wurde, 50 Jahre früher als aus Trauben. Die Sorte gedeiht am besten in warmen Lagen und bevorzugt einen feuchten, nährstoffreichen Boden. Sie ist nicht empfindlich für Schorferkrankungen, allerdings anfällig für Feuerbrand und Birnenverfall. Der Ertrag setzt früh ein. Nach der Ernte werden die Früchte zügig verarbeitet werden, da sie schnell teigig werden.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
Hf, Bf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage
verträgt keine Höhenlagen

Baumreife   (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife   (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (E)

Lagerfähigkeit
2 Wochen, aber am besten sofortige Verarbeitung

Verwendung
Mostbirne, Cidrebirne, Sektherstellung, Birnenbrand

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mittelstarker bis starker, aber langsamer Wuchs / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Sehr süß, Feinherb, weinig, würzig, mittelhoher Gerbstoffgehalt.

Quellen
Petzold, Hartmann/Ruess

Resümee
Die Champager Bratbirne zählt zu den beliebtesten Mostbirnensorten für den Streuobstanbau, wird geschätzt für ihre guten Eigenschaften in der Saft- und Mostherstellung und stellt hinsichtlich Klima und Boden höhere Ansprüche an den Standort.

Birnensorte Boscs Flaschenbirne, Bildquelle: Lauche 1883

Birnensorte Boscs Flaschenbirne, Bildquelle wikipedia (Genet)

Beschreibung
Diese Sorte ist bis in mittlere Höhenlagen anbaufähig und gedeiht am besten auf warmen, nährstoffreichen und mäßig trockenen Böden. An luftfeuchten Standorten anfällig für Schorf. Später Ertragsbeginn, dann regelmäßig mit mittleren Ernten und gleichbleibender Fruchtqualität. Die großgewachsenen Früchte sind bei Baumreife stark fallend, deshalb Ernte kurz vor der Baumreife.

Anfälligkeit   (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf

Wärmeansprüche   (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage   
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife   (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M) – Oktober (M)

Genuss-, Verbrauchsreife   (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober M – November M

Lagerfähigkeit
1 Monat

Verwendung
Tafelbirne, Dörrobst

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mittelstarker Wuchs / Garten

Geschmack, Aroma
Halb- bis vollschmelzend, feinkörnig, saftig, süß, mild gewürzt, sehr wohlschmeckend.

Quellen:
Kessler, Petzold

Resümee
Boscs Flaschenbirne, eine im Spätherbst reifende Tafelbirne, zählt zu den Spitzensorten und überzeugt selbst im hartreifen Zustand mit einem ausgeprägten Aroma und einem angenehmen Geschmack. Sie stellt allerdings höhere Ansprüche an Klima und Boden.

Birnensorte Blumenbachs Butterbirne, Bildquelle :Lauche 1883

Beschreibung
Kann bis in mittlere Höhenlagen angebaut werden, zeigt jedoch eine gewisse Empfindlichkeit gegenüber Frost. In kühleren Regionen verzögert sich die Reife, was den Erntezeitpunkt nach hinten verschieben kann. Grundsätzlich gilt die Sorte als robust, allerdings kann sie in höheren und feuchteren Lagen anfälliger für Schorf, Steinzellen und Fruchtrisse sein. Mittelhohe und regelmäßige Erträge. Fruchtfall zu Beginn der Baumreife, deshalb Ernte genau mit Beginn der Baumreife.

Anfälligkeit   (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S, Hf

Wärmeansprüche   (keine besonderen, höher, sehr hoch)
höher

Ansprüche an die Höhenlage 
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife   (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E) – Oktober (M)

Genuss-, Verbrauchsreife   (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
November – Dezember M

Lagerfähigkeit
1 – 2 Monate

Verwendung:
Tafelbirne, Dörrobst

Wuchsstärke/Anbaueignung
Mäßiger Wuchs / Garten

Geschmack, Aroma
Halbschmelzend, saftig, süß, angenehm weinsäuerlich und melonenartig gewürzt.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Blumenbachs Butterbirne ist eine gut und sortenspezifisch schmeckende Herbsttafelbirne mit lang andauernder Genussreife und höheren Standortansprüchen.

Birnensorte Amanlis Butterbirne, Bildquelle: National Fruit Collection

Beschreibung
Amanlis Butterbirne eignet sich für nahezu alle Standorte und gedeiht auch gut für Gebirgslagen. Allerdings erreicht sie ihre beste Fruchtqualität nur in milderen Anbauregionen. Sie zeigt nur eine geringe Anfälligkeit für Schorf und Krebs. Die Sorte ist ein Massenträger, beim Anbau im Garten und am Spalier ist Ausdünnen ratsam. Die Früchte sind windfest bis zur Baumreife.

Anfälligkeit   (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
S

Wärmeansprüche   (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau auch in Gebirgslagen über 350 m

Baumreife   (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (A)

Genuss-, Verbrauchsreife   (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September

Lagerfähigkeit
8 – 10 Tage

Verwendung
Tafelbirne, Dörrobst, hartreif für Saft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Sehr starker Wuchs / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Schmelzend, saftig, süß-herbsäuerlich, schwacharomatisch.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee
Amanlis Butterbirne ist eine im September reifende empfehlenswerte Tafelbirne mit geringeren Standortansprüchen, die sich auch in raueren Mittelgebirgslagen für den Streuobstanbau zur Saftherstellung eignet.

Birnensorte Alexander Lucas, Bildquelle National Fruit Collection

Beschreibung
Die Sorte “Alexander Luca” wurde 1870 als Zufallssämling in einem Wald in Frankreich gefunden. Sie ist sehr robust, kann bis in mittlere Höhenlagen angebaut werden. Sandiger Lehm- oder lehmiger Sandboden sagen dieser Sorte mehr zu als schwere, tonige Böden. Hinsichtlich des Klimas ist sie auch nicht anspruchsvoll und gedeiht auch in rauen Lagen, die allerdings windgeschützt sein sollten. Der Ertrag ist früh einsetzend, regelmäßig und hoch. Da die breiten und großen Früchte frühzeitig zum Fruchtfall neigen, ist es ratsam, sie kurz vor der eigentlichen Pflückreife zu ernten, um Ertragsverluste zu vermeiden. Eine zu frühe Ernte wirkt sich allerdings auf die spätere Fruchtqualität aus: sie wird dann nach der Lagerung nicht schmelzend.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
(S, auf feuchtkalten Böden), auf kalkhaltigen Böden kann Chlorose auftreten

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
(keine besonderen)

Ansprüche an die Höhenlage:
Anbau bis in windgeschützte, Mittelgebirgslagen

Baumreife  (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (E) – Oktober (A)

Genuss-, Verbrauchsreife  (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober – Januar (A)

Lagerfähigkeit:
3 Monate, im Kühllager bis zu 6 Monate

Verwendung:
Tafelbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung:
Mittelstarker Wuchs / Garten, Streuobstwiese

Geschmack, Aroma:
Saftig, halbschmelzend, mildsüß, schwachsäuerlich, schwacharomatisch.

Quellen:
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess

Resümee:
Alexander Lucas ist eine wohlschmeckende Winterbirne, die wegen ihres Geschmacks, der problemlosen Lagerfähigkeit und den relativ geringen Standortansprüchen zum Anbau empfohlen werden kann.

Birnensorte Abate-Fetel, Bildquelle National Fruit Collection

Beschreibung
Abate Fetel entstammt einem Zufallssämling, der 1866 in Frankreich entdeckt wurde. Für eine erstklassige Fruchtqualität benötigt diese edle, großfrüchtige Sorte eine warme und windgeschützte Anbaulage, sie verträgt auch einen mageren, sandigen Boden. Die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten ist gering. Der Ertrag ist früh einsetzend, reich und regelmäßig. Die Sorte ist windanfällig, aus diesem Grund empfiehlt sich ein windgeschützter Standort. Trotz der Neigung zum Fruchtfall sollten die später gut lagerfähigen Früchte nicht zu früh geerntet werden. Aufgrund ihrer Eigenschaften die zweitwichtigste Sorte im gewerblichen Anbau, direkt nach der beliebten Sorte “Conference”.

Anfälligkeit   (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
(S), Bf, Hf, etwas chloroseempfindlich

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
Sehr hoch

Ansprüche an die Höhenlage
Verträgt keine Höhenlagen

Baumreife   (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M)

Genuss-, Verbrauchsreife    (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
November (M)

Lagerfähigkeit
4 Monate

Verwendung
Tafelbirne

Wuchsstärke/Anbaueignung
Eignet sich nur für kleine Baumformen (Busch, Spalier usw.). Baum wird nicht höher und breiter als 5 m. / Garten

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, süß, edelaromatisch, feinwürzig , säurearm.

Quellen
Internet, wikipedia, Arche Noah

Resümee
Abbate Fetel ist eine hervorragend schmeckende Herbst-Tafelbirne mit langer Lagerfähigkeit, die allerdings hohe Ansprüche an den Standort stellt.