Birnensorte Gräfin von Paris, Bildquelle: wikipedia (Helger Klaus Rieder)

 

Beschreibung
Die Sorte Gräfin von Paris bevorzugt sehr warme Standorte mit einem nährstoffreichen, ausreichend feuchten Boden. Bei entsprechend warmen Klima kann sie auch in mittleren Höhenlagen überraschend gute Fruchtqualitäten hervorbringen. Sie gilt als nur gering schorfanfällig und zeichnet sich durch einen früh einsetzenden, hohen und regelmäßigen Ertrag aus. Bei starkem Fruchtbehang empfiehlt sich eine gezielte Ausdünnung, um die Qualität der Früchte zu verbessern. Allerdings kann die Fruchtqualität von Jahr zu Jahr stark variieren. Die Früchte bleiben bis zur späten Ernte windfest, weshalb sie möglichst spät gepflückt werden sollten, um ihr volles Aroma zu entfalten.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
Bf, Hf

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
sehr hoch

Ansprüche an die Höhenlage
Anbau bis in Mittelgebirgslagen

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Oktober (E) – November (A)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
Dezember – Februar

Lagerfähigkeit
2- 3 Monate im Naturlager, 6– 7 Monate im Kühllager bei +1 bis -1 Grad C.

Verwendung
Tafelbirne, aber nur in guten Jahren

Wuchsstärke/Anbaueignung
Schwach bis mittelstark wachsend / Garten

Geschmack, Aroma
schmelzend oder halbschmelzend, saftig süß mit geringer Säure, typisch gewürzt. In Jahren mit schlechter Witterung nur rübiger Geschmack.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Gräfin von Paris ist eine späte Tafelbirnensorte mit einem interessanten Geschmack, wenngleich die wechselnde Fruchtqualität als Nachteil gilt. Sie stellt hohe Ansprüche an den Standort und ist auch in der offiziellen Vorschlagsliste für alte Streuobstsorten in Nordrhein-Westfalen enthalten.