Was gilt es, bei der Erziehung und beim Schnitt von Birnbäumen zu beachten?
Im Allgemeinen werden Birnbäume nach den gleichen Prinzipien geschnitten wie Apfelbäume, und sie fruchten am zweijährigen Holz und treiben auch wieder aus, wenn man sie ins alte Holz zurückschneidet. Es gibt aber zwei Besonderheiten, die es beim Birnbaumschnitt und der Erziehung von Birnbaumkronen zu bedenken gilt. Viele Birnbaumsorten haben
- eine ausgeprägte Neigung zur Dominanz des Mitteltriebes
- und einen Hang zum Schleuderwuchs.
Dominanz des Mitteltriebes (der Stammverlängerung)
Viele Birnensorten neigen dazu sehr steil zu wachsen, bzw. sind sehr mittendominant. Verschiedene Birnensorten wie z.B. Köstliche von Charneu oder Gellertbirne weisen eine besonders starke Entwicklung der Stammverlängerung auf. Sie bilden deshalb auch sehr hohe Baumkronen. Bei der Köstlichen von Charneu wird dabei gleichzeitig die Entwicklung der Leitäste vernachlässigt.
Es gibt einige Möglichkeiten, dieser Mitteltriebdominanz entgegenzuwirken:
- In die Breite ziehen der Leitäste: durch einen speziellen “Auge-Umkehr-Schnitt” (Palmer) oder durch ein Flacherbinden lassen sich auch solche Kronen in die Breite ziehen.
- Einkürzen des Mitteltriebes: die Mitteldominaz lässt sich auch reduzieren, indem man die Krone schon in jüngeren Jahren in der Höhe einkürzt.
- Mögliche Entfernung des Mitteltriebes: Eine weitere Möglichkeit besteht in der kompletten Entfernung der Stammverlängerung. Der Mitteltrieb wird dann direkt beim Pflanzschnitt entfernt. Drei bis vier Leitäste werden belassen und hohlkronenförmig angeordnet.
Hang zum Schleuderwuchs
Eine weitere Eigenart von einzelnen Birnensorten ist der Hang zum Schleuderwuchs: speziell Langtriebe kippen gerne ab.
Einem Hang zum Schleuderwuchs kann man in der jugendlichen Kronenerziehung nur durch Stäben (Geradebiegen von Leitästen durch Fixierung an Stäben) entgegenwirken.