Birnensorte Sievenicher Mostbirne, Bildquelle Schaal

 

Beschreibung
Die Sievenischer Mostbirne zeichnet sich durch ihre außergewöhnliche Robustheit aus und ist unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen, weshalb sie auch in raueren Lagen gut gedeiht. Der Ertrag setzt früh ein und bleibt später hoch. Ein besonderes Merkmal dieser Sorte ist ihr plötzlicher Fruchtfall: Sobald die Früchte reif sind, fallen sie schlagartig innerhalb weniger Tage vom Baum. Da sie anschließend schnell teigig werden, müssen sie innerhalb von zehn Tagen verarbeitet werden, um ihre Qualität zu bewahren. Die Sorte ergibt einen hervorragenden Most und eignet sich gut für den Verschnitt mit Apfelsaft.

Anfälligkeit  (S=Schorf, Hf=Holzfrost, Bf=Blütenfrost, Fett=sehr anfällig, ()=weniger anfällig)
_ _ _

Wärmeansprüche  (keine besonderen, höher, sehr hoch)
keine besonderen

Ansprüche an die Höhenlage
Kann auch für den Anbau in Gebirgslagen (über 400 m) empfohlen werden

Baumreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M)

Genuss-, Verbrauchsreife (A=Anfang, M=Mitte, E=Ende)
September (M) – Oktober (A)

Lagerfähigkeit
10 Tage

Verwendung
Ergibt hervorragenden Most. Saft, auch sehr gut geeignet als Verschnitt mit Apfelsaft

Wuchsstärke/Anbaueignung
Starker Wuchs mit weite ausgebreiteter Krone / Streuobstwiese

Geschmack, Aroma
Sehr saftig, festes Fruchtfleisch, harmonisch süß-säuerlich mit sehr herber Note. Zuckergehalt etwas höher als bei der Schweizer Wasserbirne.

Quellen
Petzold, Kessler, Hartmann/Ruess, Koord

Resümee
Die Sievenicher Mostbirne ist eine wertvolle und robuste Wirtschaftsbirne mit geringen Standortansprüchen, erfordert jedoch eine schnelle Ernte und zügige Verarbeitung nach der Reife. Diese Sorte ist auch in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.