Allington Pepping, Bildquelle: UK National Fruit Collection

Beschreibung der Apfelsorte Allington Pepping

Cox-ähnlicher Tafelapfel, Frucht säurereicher als Cox, individuelles Aroma. Baum schwach wachsend, relativ gesund, Früchte robust gegen Schorf, aber stark anfällig für Fruchtmonilia und Stippe. Liebhabersorte.

Erntezeitpunkt
27.09.-10.10.

Verwendung ( ) = eingeschränkt
Tafelapfel

Anbaueignung ( ) = eingeschränkt
(Garten)

Lagermöglichkeit
2 1/2 Monate

Geschmack (1=sehr gut)
2

Allington Pepping ist geschmacklich empfehlenswert, etwas säuerlicher als Cox Orange. Schön ausgereifte Früchte schmecken, als vereinten sie Apfel, Orange, Banane, Zitrone und Rosine in einer Frucht – der perfekte Apfel für den Obstsalat.
Aber die Sorte ist auch nicht ganz frei von „Macken“: die Früchte bekommen hin und wieder etwas „Stippe“ (kleine verkorkte braune Stellen unter der Schale, die man ggf. wegschneiden muss). Der Baum wächst – im Vergleich zu den vorgenannten Sorten – eher schwach, und die Bäume kommen vergleichsweise früh in den Ertrag. Da die Früchte oft sehr dicht hängen und einzelne aufgrund von Fruchtrissen schon mal am Baum faulen können, hat man oft auch einige faule Früchte im Baum; der eigenwillige Geschmack der anderen entschädigt aber für das kleine Ärgernis. Für den Anbau im Hausgarten ist die Sorte wegen ihrer Stippeneigung nur begrenzt zu empfehlen, bzw. wie bei anderen „Liebhabersorten“ sollte man – wenn man für diesen Geschmack schwärmt – zumindest auch ihre Nachteile kennen.

————–  Hinzufügungen:

Charakteristische Leitmerkmale

  • Weißlichgelbe reife Grundfarbe mit streifiger braunroter Deckfarbe.
  • Weite Kelcheinsenkung mit aufstehenden, wollig behaarten Kelchblättern.
  • Festes, feinzelliges, saftiges Fleisch mit ausgeprägter Säure. Bannier beschreibt die Sorte als Cox-ähnlich, aber säurereicher; gut ausgereifte Früchte können ein ungewöhnlich komplexes Aroma entwickeln.

Weiteres Merkmal

  • Geschlossene Kernkammern.

Apfelsorte Allington Pepping: weite Kelchgrube, streifige  braunrote Deckfarbe – Bildquelle UK National Fruit Collection (Teilansicht)

Verwechslersorten

Ähnlichkeiten bestehen mit:

  • Cox Orange ist aufgrund Aussehen, Aroma und verwandtschaftlicher Nähe die naheliegende Vergleichssorte. Allington ist nach Bannier deutlich säurereicher und zeigt die charakteristische weißlichgelbe Grundfarbe mit braunroter Streifung. 
  • Goldparmäne: Ähnliche gelbe Grundfarbe mit orange- bis rotgestreifter Deckfarbe. Goldparmäne ist gewöhnlich kleiner und besitzt ein ausgeprägtes, süß-würziges, teilweise nussiges Aroma. Allington Pepping wirkt häufig säurebetonter.
  • Alkmene: Ähnliche Cox-Verwandtschaft mit aromatischem Fruchtfleisch und rot gestreifter Deckfarbe. Alkmene reift früher, meist bereits im September, und ist weniger lange lagerfähig.
  • Der Pomologen-Verein nennt außerdem als Verwechsler den Schönen aus Elmpt. Schöner aus Elmpt besitzt auffälligere mittelgroße bis große Schalenpunkte, ein kleines stielnahes Kernhaus mit ohr- bis bohnenförmigen Wänden und nur schwache Würzung; das sind gute Merkmale für den Gegenvergleich.

Wuchs, Pflege, Ernte

  • Krone: Aufrechter, später breit werdender Kronenaufbau. Gut verzweigte Krone; für Buschbaumformen besonders geeignet.
  • Äste: Schräg aufrecht wachsende, gut verzweigte Leitäste.
  • Fruchtholz: Vorwiegend Kurztriebträger mit Fruchtbildung an Fruchtspießen.
  • Schnitt: Erhaltungsschnitt vorzugsweise im Spätwinter. Fruchtspieße erhalten und zu dichte Fruchtholzpartien auslichten. Bei starkem Behang frühzeitig Früchte ausdünnen, um die Alternanz zu begrenzen.
  • Windfest: Ja (verhältnismäßig)
  • Ernte/Ertrag: Meist mittelhoch, bei günstigen Bedingungen reichlich, jedoch mit Alternanzneigung. Mehrmaliges Durchpflücken ratsam.

Quellenangaben: Autor H.J. Bannier, © H.J. Bannier/Rolf Meyer
Informationen zu Sortenmerkmalen, Verwechslersorten sowie zu Pflege- und Erntehinweisen: zusammengestellt aus (historischer) pomologischer Fachliteratur, pomologischen Veröffentlichungen im Internet und zum geringen Teil aus eigenen Erfahrungen. Autor und © Rolf Meyer. Die Recherchequellen werden hier aufgeführt.