von Hans Joachim Bannier

Bei der Apfellagerung gilt grundsätzlich: kühl und nicht zu trocken

Damit Äpfel möglichst lange halten, sollten sie kühl und nicht zu trocken gelagert werden. Als optimal gilt eine Temperatur von 3-4° C und eine Luftfeuchtigkeit von 80-90%. Früher hatte jeder Bauernhof einen Kellerraum mit offenem Lehmfußboden, optimal zur Lagerung von Obst und Gemüse. In heutigen Häusern ist meist auch die Heizung im Keller untergebracht und die Fußböden sind betoniert, die Kellerräume somit meist zu warm und zu trocken. Viele lagern deshalb ihre Äpfel in Gartenhaus oder Garage, solange keine scharfen Fröste kommen. Schutzvorkehrungen gegen Mäusefraß sind hier unerlässlich.

Die Erdmiete/Das Erdlager

Eine sehr effiziente (und für jeden Gartenbesitzer realisierbare) Alternative kann die Erdmiete sein. Dazu gräbt man ein mindestens 80 cm tiefes rechteckiges Loch, dessen Seiten (gegen Mäusefraß) mit Blechen ausgekleidet werden. Die obersten 30-40 cm der Seitenbleche müssen zusätzlich mit einem Isoliermaterial (gegen Bodenfrost) versehen werden, genau wie auch der Deckel der Erdmiete, der ebenfalls aus einem festen Blech (mit einem Griff oberseits) bestehen kann. Der nach unten offene Boden sorgt für die richtige Feuchte.

Lagerung von Äpfeln in Papier- oder Plastiktüten

Verbessert wird die Haltbarkeit der Äpfel auch durch eine Lagerung in Papiertüten. Das senkt einerseits den Luftaustausch (und das Welken der Früchte). Andererseits nimmt Papier – anders als Plastikbeutel – auch Feuchtigkeit auf und gibt sie nach außen ab, weshalb es in der Papiertüte zu weniger Fäulnis kommt als bei Plastikbeuteln.

Apfellagerung in Kellerräumen mit einer Lehmschicht

Bis Anfang der 1960er Jahre gab es in Deutschland noch kaum Supermärkte. Eingekauft wurde im ‘Tante-Emma-Laden’ nebenan, auf dem Wochenmarkt (oder größere Mengen zum Einkochen auch direkt beim Bauern). Und es war keineswegs selbstverständlich, dass es im Laden das ganze Jahr über Äpfel gab. Die Selbstversorgung aus dem eigenen Garten hatte bis in die 1960er Jahre hinein noch einen hohen Stellenwert und Apfelbäume standen selbstverständlich in jedem Hausgarten.

Geheizt wurden die Häuser meist noch mit Ofenheizung in den Wohnräumen (und nicht mit der Zentralheizung im Keller), somit waren die Keller im Winter kalt und der beste Aufbewahrungsort für das Lagerobst. Alte Bauernhäuser hatten oft auch noch Kellerräume, deren Boden nicht zementiert war, sondern aus einer offenen Lehmschicht bestand. Solche Keller waren für die Obstlagerung optimal, sie waren nicht nur kühl, sondern auch relativ luftfeucht (heutige Keller sind oft nicht nur zu warm, sondern auch zu trocken).

Lagerung von Äpfeln im Kühlschrank

Äpfel offen im Kühlschrank zu lagern, ist nicht optimal – die Früchte trocknen hier viel zu schnell aus. Als Alternative wird in manchen Publikationen die Lagerung in Plastikbeuteln empfohlen. Das allerdings geht nur, wenn die Plastikbeutel genügend Luftlöcher für den Luftaustausch haben (in geschlossenen Plastikbeuteln ‘schwitzen’ die Äpfel und faulen schnell). Die bessere Alternative ist dann, die Äpfel in Papiertüten im Kühlschrank aufzubewahren. Darin faulen sie nicht so schnell, trocknen aber auch nicht so aus wie bei einer offenen Lagerung im Kühlschrank.

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