Anregung des Holzwachstums

Ein zu frühes Blütestadium ist eines der Hauptprobleme bei der Jungbaumerziehung. Es gilt: je mehr die Bäume blühen, desto weniger wachsen sie. Durch die Blüte erfolgt eine hormonelle, wachstumshemmende Umstellung.

Einige Sorten gelten per se als „Jungbaumblüher“. Bei ihnen ist es ziemlich aufwändig, die Blüte in jedem ihrer ersten Lebensjahre zu unterdrücken. Andere hingen, wie z.B. der Gravensteiner, haben damit weniger Probleme. Das Problem des zu frühen Blütestadiums tritt aber nicht nur sortenbedingt auf, sondern auch als Folge von Stress und mangelndem Wachstum. Bäume, die schlecht versorgt werden und nicht wachsen, wollen sich durch eine Notblüte reproduzieren.

Es gilt also, zu frühes Blühen junger Bäume durch Entfernung der Blüten zu unterbinden. Stattdessen soll die Bildung von Blattmasse gefördert und damit das Holzwachstum angeregt werden.

Bild oben: Apfelsorte Prinz Albrecht, soll als MM-106 Halbstamm mit einer Stammhöhe von 1,20 m gezogen werden. Er wurde wegen mangelnden Wachstums stark ins alte Holz zurückgeschnitten und bildet leider schon Blüten aus. Alle Blüten müssen sorgfältig entfernt werden, die Blatttriebe an den Blüten verbleiben. Bei guter Versorgung wird es zu einem Wachstumsschub der wenigen verbliebenen Triebe kommen.

 

Nach dem Entfernen der Blüten erfolgte ein kräftiger Austrieb.

Das Vorgehen im nächsten Winter:

  • Der Mitteltrieb wird bei einer Höhe von 1,50 m gekappt, damit, um einen Kronenaufbau ab 1,20 m zu gewährleisten.
  • Die untersten Zweige vorerst noch nicht ganz weggeschnitten, um die Blattmasse nicht zu stark verringern und den Baum abermals im Wachstum zu stoppen. 

Bild oben: junger Alkmene-Hochstamm: wächst nicht, blüht nur

Entfernung aller Blüten

Danach kräftiger Austrieb