Gehrers Rambur

Apfelsorte Gehrers Rambur, Bildquelle: wikipedia (Markus Hagenlocher)
Beschreibung der Apfelsorte Gehrers Rambur
Reichtragender Wirtschafts- bzw. Mostapfel mit säuerlich-herber Frucht, als Tafelapfel kaum infrage kommend. Baum starkwüchsig, robust gegenüber Schorf u. Mehltau, auf schweren Böden etwas anfällig für Obstbaumkrebs. Früchte stark anfällig für Stippe, müssen schnell verarbeitet werden.
Erntezeitpunkt
03.10.-17.10.
Verwendung ( ) = eingeschränkt
Wirtschaftsapfel
Anbaueignung ( ) = eingeschränkt
Streuobstwiese
Lagermöglichkeit
1 Monat
Geschmack (1=sehr gut)
4
———– Hinzufügungen:
Charakteristische Leitmerkmale
- Weißliche, teilweise große und zahlreiche Lentizellen auf lange grün bleibender Schale. Die Schalenpunkte erscheinen weißlich verwaschen.
- Weißliches Farbenspiel um die Stielgrube. Die Kombination dieser beiden Schalenmerkmale wird vom Pomologen-Verein ausdrücklich als besonders kennzeichnend hervorgehoben.
- Kurzer, meist fleischiger, knopfiger Stiel.
- Kugelige bis hochkugelige, überwiegend regelmäßige Fruchtform mit sehr schwachen Wülsten. Im Unterschied zu vielen anderen Rambursorten ist Gehrers Rambur nicht ausgeprägt breitgedrückt oder stark gerippt. Die Fruchtoberfläche ist überwiegend eben, allenfalls mit schwachen breiten Kanten.
Weitere Merkmale
- Fruchtgröße: Mittelgroß bis groß, häufig um 150 g.
- Grundfarbe: Grün bis grünlich gelb, lange grün bleibend.
- Deckfarbe: Trüb braunrot, flächig verwaschen, unterschiedlich stark ausgebildet.
- Schale: Glatt, zäh, teils leicht wachsig.
- Kelchblätter: Lang, schmal, mit teilweise zurückgebogenen Spitzen.
- Fruchtfleisch: Grünlich weiß, fest, sehr saftig und bei Verletzung schnell bräunend. Besonderheit: Neigt zur Glasigkeit.
- Geschmack: Ausgesprochen säurebetont, wenig aromatisch.

Apfelsorte Gehrers Rambur: weiliche Lentizellen. Bildquelle: Helge Klaus Rieder, wikipedia, Bildausschnitt

Apfelsorte Gehrers Rambur: zarte weißliche Bereiche um die Stielgrube, kurzer, fleischiger und knopfiger Stiel. Bildquelle: Jörgens.mi, wikipedia, Bildausschnitt
Verwechslersorten
Ähnlich sind:
- Rheinischer Bohnapfel: Meist höher gebaute, fassförmige Frucht. Kelchblätter kürzer und breiter, teilweise hornartig, am Grund scharf voneinander getrennt. Kernkammerwände schmaler und länglicher. Geschmack weniger säuerlich.
- Hauxapfel: Frucht flacher kegelförmig. Kelchgrubenrand mit deutlicheren Rippen oder kleinen Wülsten. Stielgrube weiter und tiefer als bei Gehrers Rambur.
Wuchs, Pflege, Ernte/Ertrag
- Krone: Mittelstarker Wuchs, trotz Triploidie. Typisch hochpyramidale Krone mit deutlicher Mittelachse.
- Äste: Gut verzweigte Krone mit günstiger natürlicher Astordnung.
- Schnitt: Wegen des guten natürlichen Kronenaufbaus vergleichsweise gut formbar.
- Windfest: Nach Streuobst in Bayern windfest bis zur Baumreife.
- Ernte/Ertrag: Sehr früh einsetzender, hoher und überwiegend regelmäßiger Ertrag; geringe Alternanzneigung.
Quellenangaben: Autor H.J. Bannier, © H.J. Bannier/Rolf Meyer
Informationen zu Sortenmerkmalen, Verwechslersorten sowie zu Pflege- und Erntehinweisen: zusammengestellt aus (historischer) pomologischer Fachliteratur, pomologischen Veröffentlichungen im Internet und zum geringen Teil aus eigenen Erfahrungen. Autor und © Rolf Meyer. Die Recherchequellen werden hier aufgeführt.
