von Hans Joachim Bannier:

Die Kopulation ist die einfachste Veredelungsmethode

Reiser müssen so gelagert werden, dass sie einerseits nicht vertrocknen, andererseits nicht vorzeitig austreiben. Dies kann man erreichen, z.B. indem man sie in einer dicht verschlossenen Plastiktüte im Kühlschrank lagert, oder auf der Nordseite eines Hauses senkrecht in den Boden steckt (ggf. oberirdisch gegen Fraß schützen, unterirdisch gegen Wühlmäuse), d.h. die Fußenden müssen Bodenkontakt haben. Auch komplett eingraben ist möglich (in einer Plastiktüte eingehüllt und mit Wühlmausschutzdraht umwickelt).

Lagerung von Reisern vor dem Veredeln

Ein paar Stunden vor dem Veredeln Reiser am Fuß anschneiden und in Wasser stellen, damit sie sich noch einmal vollsaugen. [Die Veredlungseignung zu trocken gewordener Reiser kann man testen, indem man sie anschneidet, mehrere Tage in Wasser stellt und abwartet, ob die Knospen sich noch einmal „bewegen“, d.h. zu wachsen beginnen. Falls ja, dann sofort veredeln!]
Auch die Veredlungsunterlagen sollten 2-3 Tage vor dem Veredeln kräftig gegossen werden oder – falls sie noch gar nicht gepflanzt sind – in Wasser gestellt werden).

Behandlung der Pflanzen nach dem Veredeln

Alle offenen Wund- und Schnittstellen der Veredlung mit Lacbalsam o.ä. einschmieren, um sie vor dem Austrocknen zu schützen. Die Veredlungsgummis sollten dabei nicht vollständig zugeschmiert werden, damit sie unter Sonnenlichteinfluss porös werden können und rechtzeitig lösen, statt die wachsende Veredlung einzuschnüren. Bei länger anhaltender Trockenheit nach dem Veredeln ggf. die Edelreiser mit nassem Lehm einschmieren (oder für die ersten 3-4 Tage eine Plastiktüte drüberstülpen), außerdem die Pflanzen regelmäßig gießen!