Liebe Mitglieder und Förderer des Bergischen Streuobstwiesenvereins.
Ich weise hiermit darauf hin, dass am Samstag, 8.5.2021, ab 11 Uhr die
Möglichkeit besteht, die Apfelbaumblüte auf der Herrschertal-Obstwiese
im Rahmen einer Begehung zu bewundern. Die Anschrift ist Krautweg, 51515
Kürten-Neuensaal. Die Obstwiese ist mit 3 Hektar groß genug, so dass wir
Abstand halten können. Mundschutz ist geboten. Ein Tisch als
Picknickstelle wird vorhanden sein. Und zwischendurch können wir auch
eine Obstbaumschnittvorführung durchführen.
Hoffen wir, dass das Wetter sich hält und die Baumblüte bis dahin
durchhält.
Mit herzlichen Grüßen,

Hartmut Brückner
1. Vorsitzender
Mobil 0175-2210 232

Interview der Rheinischen Post mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Bergischen Streuobstwiesenverein e.V.

Das Interview führte Wolfgang Weitzdörfer für die Rheinische Post mit Rolf Meyer und wurde am 4.1.2021 veröffentlicht

 

Herr Meyer, was sind die charakteristischen Merkmale einer Streuobstwiese?

Rolf Meyer: In erster Linie ist die extensive Nutzung charakteristisch, und es werden weder  mineralische Düngung noch biologisch schädliche Herbizide und Pestizide verwendet. Die Bäume sind meist hochstämmig und stehen in größerem Abstand zueinander. Dadurch können sich sehr viel Unterbewuchs und unterschiedliche Tiergemeinschaften entwickeln. Die Diversität auf einer Streuobstwiese ist sehr groß und hat eine hohe ökologische Wertigkeit.

Sie bewirtschaften mehrere solcher Streuobstwiesen in Wermelskirchen?

Meyer: Ja, ich bewirtschafte zwei Wiesen in Wermelskirchen – den Streuobstsortengarten in Sellscheid und die Wiese in Eipringhausen. Beide sind jeweils etwa einen Hektar groß. In Eipringhausen stehen  etwa 40 Bäume. Daran kann man sehen, dass ausreichender Platz ein wichtiger Faktor für die Anpflanzung auf einer Streuobstwiese ist, besonders, wenn man sich später eventuell einmal für eine Unternutzung entscheidet – etwa als Schafsweide.

Welche und wie viele Obstbäume sind dort angepflanzt?

Meyer: In Sellscheid habe ich verschiedene Sorten stehen, darunter auch seltene alte regionale – etwa 30 unterschiedliche stehen dort. Darüber hinaus wird dort hauptsächlich die Apfelsorte Prinz Albrecht von Preußen angebaut – sie eignet sich sehr gut für die Herstellung von Apfelsaft. Ich möchte auf diese Weise zum einen mit vielen unterschiedlichen Sorten die genetische Vielfalt erhalten, zum anderen aber auch eine gewisse Wirtschaftlichkeit im Streuobstanbau erreichen. Das geschieht eben durch die Auswahl einer für die Saftverarbeitung gut geeigneten Sorte. In Eipringhausen stehen nur Bäume der Sorte Gewürzluiken, die ergeben auch einen guten Apfelsaft.

Was braucht man, um eine Streuobstwiese anzulegen?

Meyer: Motivation und die Bereitschaft, Einiges an Zeit für dieses Hobby zu investieren. Dazu sollte man wissen, wie man die Bäume richtig pflegt und schneidet. Das kann man erlernen. Man sollte auch keine Scheu haben, bei jedem Wetter im Freien zu arbeiten, aber das hält ja auch fit.

Wo kann man das nötige Handwerk erlernen?

Meyer: Der Verein bietet beispielsweise solche Kurse an. Wann sie stattfinden, weisen wir auf unserer Internetseite darauf hin. Auch die Biologische Station Rhein-Berg veranstaltet Fortbildungen. Man kann das Handwerk aber auch in Form einer zwei- bis dreijährigen Ausbildung mit Wochenendseminaren und einer Abschlussprüfung erlernen.

Was ist der große ökologische Vorteil dieser Art des Obstanbaus?

Meyer: Zum einen ist es ein Anbau, der einen regionalen Markt bedient. Der weite Transport fällt also fast komplett weg. Durch den Verzicht auf Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmittel wird die Umwelt geschont. Insektenhotels im Umfeld der Wiesen fördern zusätzlich die Insektenpopulation. An den Bäumen hängen wir Vogelhäuschen auf, denn Vögel sind die besten natürlichen Schädlingsbekämpfer. Auf den Wiesen kommen Marder vor, die den Wühlmäusen nachstellen. Wühlmäuse sind auch Nahrung für die Greifvögel, für die wir Sitzstangen aufstellen. Und so setzt sich das fort. Es ist eine sehr differenzierte Tiergemeinschaft, die da entsteht.

Kann es mehr als nur eine „Liebhaberei“ sein – etwa in wirtschaftlicher Hinsicht?

Meyer: Ohne eine wirtschaftliche Denkweise funktioniert das auf Dauer nicht. Der Verein hat sich die Förderung der Streuobstwiesen zum Ziel gesetzt. Und das kann langfristig nur umgesetzt werden, wenn wir auch Landwirte davon überzeugen können, dass Streuobstwiesen einen wirtschaftlichen Nutzen erbringen. Nur dann kann sich eine gewisse Eigendynamik entwickeln.

Wie viele Streuobstwiesen gibt es in Wermelskirchen – und wer betreibt sie?

Meyer: Das sind einige. Sie sind allerdings noch nicht alle kartiert. Das NRW-Landwirtschaftsministerium wollte das für das ganze Land machen, aber das ist noch nicht abgeschlossen. Keiner weiß also genau, wie viele Wiesen, auch kleinere, es eigentlich in Wermelskirchen gibt. Das Hauptproblem ist aber, dass es nicht genug Menschen mit ausreichendem Fachwissen gibt, um die vorhandenen Wiesen auch zu pflegen. Denn, wie gesagt, es ist eine aufwändige Arbeit. Wenn mehr Leute die Pflege von Streuobstwiesen zu ihrem Hobby erklären würden, dann würde das sehr viel bringen.

Ist das auch ein Ziel Ihres Vereins?

Meyer: Ja, das ist ein Kernziel und das Nadelöhr. Die Ausbildung von Obstbaumwarten, die in der Lage sind, die Bäume fachgerecht zu pflegen und zu schneiden, liegt uns sehr am Herzen. Auch die Biologischen Stationen versuchen derzeit – wie schon erwähnt – , eine eigene Ausbildung im Bergischen Land dafür auf die Beine zu stellen.

Sind Streuobstwiesen Konkurrenz oder Ergänzung für den konventionellen Obstanbau?

Meyer: Also, eine Konkurrenz ist das nicht. Denn die wirtschaftlichen Möglichkeiten werden im Moment noch nicht so genutzt, wie es eigentlich möglich wäre. Das kann sich aber in der Zukunft ändern. Wenn man viele Bäume mit hochwertigen Apfelsorten auf Streuobstwiesen anpflanzt und daraus einen ebenso hochwertigen Saft herstellt, dann wird man ihn auch zu einem fairen Preis anbieten können. 

Wann kann man denn mit ersten Erträgen rechnen?

Meyer: Wenn man heute eine Wiese mit jungen, hochstämmigen Apfelbäumen anlegt, kann man damit rechnen, dass sie erst ab dem 15. Jahr nennenswerte Erträge liefern. Ab dem zehnten Standjahr gibt es in der Regel die ersten Äpfel zu ernten – damit man aber Saft herstellen kann, braucht man natürlich einen entsprechend großen Ertrag. Zeit und ein langer Atem sind wichtige Faktoren. Wenn man nun aber kleinere, mittelstark wachsende Bäume pflanzt, dann kann man auch nach sechs Jahren schon mit den ersten Erträgen rechnen.

Haben Sie selbst eine Lieblingsapfelsorte?

Meyer: Mein Lieblingsobst ist der Gravensteiner Apfel, eine Sorte aus dem 16. Jahrhundert. Der ist vom Geschmack her einzigartig. Wenn Sie den Gravensteiner sortenrein zu Saft pressen und dann recht frisch trinken, ist das ein sinnliches Erlebnis – ein Geruch nach frischgemähter Wiese und ein wunderbarer Geschmack. Allerdings ist er etwas schwierig zu halten – er braucht ein bestimmtes feuchtes Klima. In den vergangenen Jahren war das wegen der Trockenheit bei uns nicht so einfach. 

Wesentliche Erleichterung für die Streuobst-Ernte durch den Ernteschirm

Zur Erleichterung der alljährlichen Apfelernte für den Bergischen Streuobst-Apfelsaft haben Hartmut Brückner, Michael Müller und Karl Kritzler  vom Bergischen Streuobstwiesenverein e.V. den neuen Ernteschirm eingesetzt:

  • Dabei handelt er sich um einen selbstfahrenden, zusammenklappbaren Schirm mit 8m Durchmesser, vergleichbar mit einem riesengroßen umgekehrten Regenschirm.
  • Dieser neue Ernteschirm wird an den Obstbaum herangefahren und um den Stamm herum aufgeklappt.
  • Mit einem Traktor wird dann ein um den Baum geschlungenes Stahlseil gespannt. Mit Hilfe eines Exzentermechanismus am Traktor wird der ganze Baum ein paar Sekunden in Schwingungen versetzt.
  • Dadurch lösen sich die Äpfel vom Baum, fallen in den Schirm und werden durch eine Öffnung auf ein kleines Förderband geführt, das sie zum Auffangen in Behältnissen nach draußen schafft.

So funktioniert der neue Ernteschirm: Bilder und Videos vom Erntesystem der Firma Harter

Der zusammengeklappte Ernteschirm bei der Apfelernte 

Hier wird der Ernteschirm um den Apfelbaum auseinandergefaltet

So sieht der gänzlich aufgeklappte Ernteschirm am Ende aus

Video 1: Schütteln des Obstbaumes

Video 2: Die Äpfel rollen nach innen auf ein Förderband

Video 3: Die Äpfel werden per Förderband in die Obstkisten transportiert

Der Bergische Streuobstwiesenverein (BSOWV) veröffentlicht ab sofort pomologische Fachbeiträge von Hans Joachim Bannier.

H. J. Bannier ist der bekannteste deutsche Pomologe und einer der profundesten Kenner alter Apfelsorten. Er hat einen Sortengarten in Bielefeld mit mehr als 350 Obstsorten und verkauft in seinem Hofladen Tafeläpfel, Apfelsaft und weitere Obsterzeugnisse. Dort veröffentlicht er auch sehr interessante praktische Tipps zum Anbau  verschiedener Apfelsorten und zu weiteren pomologischen Themen.

Wir konnten uns das Internet-Copyright für diese Fachinformationen sichern. Nach redaktioneller Bearbeitung durch Rolf Meyer werden hieraus Fachbeiträge verfasst und zwar:

  • praktische Tipps zum Aufbau und Erhalt von Streuobstwiesen. Diese Artikel werden im BSOWV-Streuobstblog erscheinen,
  • außerdem Informationen zu einzelnen Apfelsorten, Diese Hinweise werden seine Kurzdarstellungen in der Rubrik “Banniers 200 Apfelsorten” weiter ergänzen.

Rolf Meyer

Der Bergische Streuobstwiesenverein hat in diesem Jahr wieder trotz mäßigen Behangs an den Bäumen eine umfangreiche Obstsortenausstellung zusammengestellt. Sie wird gezeigt

  • beim Leichlinger Obstmarkt in der Balker Aue in Leichlingen vom 3. bis 6.10.2019
  • wie auch bei den Herbsttagen bei der Manufaktum-Zentrale, Hiberniastr., Waltrup am 19. und 20.10.2019.

Verantwortlich dafür ist der Vereinsvorsitzende Hartmut Brückner.

Hier können Sie Liste der ausgestellten Sorten herunterladen, inclusive einiger nützlicher sortenspezifischer Tipps: Streuobstaustellung BSOWV 2019

Gesucht wird noch ein Standort im Raum Köln und angrenzendem Bergischen Land für eine Dauerausstellung dazwischen und danach.

Am Freitag, den 29.11.2019 beginnt der Obstbaumpflege-Kurs, des vom Vorsitzenden des Bergischen Streuobstwiesenverein e.V., Hartmut Brückner, geleitet wird.

29.11.2019 um 18 Uhr in der Volkshochschule Overath-Untereschbach, Schulstr.15, Raum 11 – Theorie mit Beamer-Vortrag.
30.11.2019 um 9 Uhr in meiner Baumschule gegenüber Haus 10, Straße Schmitzbüchel, Overath, später geht es auf die Obstwiese Löhe – Praxis der Obstbaumpflege.

Teilnahmegebühren: 25,10 Euro

Für Mitglieder des Bergischen Streuobstwiesenverein ist die Teilnahme kostenlos

Anmeldungen bei der VHS Overath

Der Bergische Streuobstwiesenverein organisierte für Schulkinder eine Mostapfelernte am Bensberger Kardinal-Schulte Haus. Ca. 100 Kinder der kath. Grundschule Bensberg nahmen am Di. 26.9.17 ab 9.30 Uhr auf dem Gelände des Kardinal Schulte Hauses an der Ernteaktion teil.

Der Kölner Stadtanzeiger berichtete darüber:

Die Vereinsmitgliedlieder Michael Müller und Hartmut Brückner mit den Kindern bei der Ernteaktion

Am 6. Oktober 2016 besuchte eine Grundschulklasse aus Herkenrath die Obstwiese des Bergischen Streuobstwiesenvereins in Bergisch Gladbach – Löhe. Die Kinder sammelten Äpfel ein, pressten sie in einer speziellen Saftpresse und verkosteten den frischen Apfelsaft vor Ort. Geleitet wurde die Aktion von den Vereinsmitgliedern Hartmut Brückner und Karl Kritzler.

Hier einige Bilder von der Ernte- und Saftpressaktion:

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Die geernteten Äpfel werden gewaschen.

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Die größeren Äpfel werden durchgeschnitten.

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Bald ist der Behälter voll.

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Es ist so weit. Wir können die Äpfel zerkleinern.

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Jetzt sind die Äpfel zerschreddert.

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Erst mit den Händen die Apfelstücke etwas herunter drücken.

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Dann wird kräftig mit dem Hebel gepresst, damit der Saft heraus fließt.

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Da fließt der frische Apfelsaft.

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Geschafft! Karl und Hartmut freuen sich darüber, dass der Saft den jungen Besuchern so gut schmeckt.

 

 

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Auf der Kreistagssitzung des Rheinisch-Bergischen Kreises am 24. September 2014 sind die beiden Mitglieder des Bergischen Streuobstwiesenvereins

  • Karin Stagge und
  • Hartmut Brückner

in den Landschaftsbeirat des Rheinisch-Bergischen Kreises gewählt worden.

Herzlichen Glückwunsch!