Alkmene, Bildquelle: UK National Fruit Collection

Kurzbeschreibung
Reichtragender Cox-aromatischer Tafelapfel mit höchstens mittelgroßer, aber attraktiver Frucht. Früchte hängen fest, daher mehrmaliges Durchpflücken (nach Fruchtgröße) empehlenswert. Baum anfangs mittelstark, später schwach wachsend, früher Ertragsbeginn. Robust gegen Schorf, Obstbaumkrebs und Mehltau, etw. anfällig für Monilia.

Erntezeitpunkt
14.09.-05.10.

Verwendung ( ) = eingeschränkt
Tafelapfel

Anbaueignung ( ) = eingeschränkt
Garten, (Streuobstwiese)

Lagermöglichkeit
2 bis 2 1/2 Monate

Geschmack (1=sehr gut)
1-2

Wuchs:
Mittelstark, später nachlassend

Krone:
Aufrecht, relativ klein

Aeste:
Waagerechte Stellung der Seitenäste, kann schnell zu dicht werden. Hauptsächlich Kurztriebe, die Zahl der Langtriebe ist entsprechend niedrig. Die Langtriebe wachsen überwiegend aus endständigen, selten aus seitenständigen Knospen und können im Herbst 1-3 cm lange vorzeitige Kurztriebe entwickeln

Schnitt:
Zur Erhaltung der Holztriebbildung sind die Leitäste alljährlich zurückzuschneiden. Alle anderen Verzweigungen bleiben stehen. Zu dicht stehende Äste sind jedoch zu entfernen, um die Krone zu entlasten und den meist übergroßen Fruchtansatz zu vermindern. Im Abstand von einigen Jahren ist das Fruchtholz, erforderlichenfalls die gesamte Baumkrone zu verjüngen, um die Bildung von Jungtrieben anzuregen

Fruchtholz:
Hauptsächlich endständig fruchtende Kurztriebe

Windfest?
Ja

Ernte/Ertrag:
Früh einsetzend, regelmäßig. Aber: Häufig Blütenfall und Junifruchtfall, so dass die Erträge eher schwach bis mittelstark sind. Eine der Apfelsorten mit der längsten folgernden Reifezeit (erstreckt sich über bis zu 6 Wochen). Lange Haltbarkeit bei optimaler Lagerung.

Alkmene-Äpfel nach Überwinterung urz vor Ostern: nicht mehr knackig, aber noch wohlschmeckend. Bildquelle und ©: Rolf Meyer

Verkostungsergebnis (beste besondere Qualität = +++)
Eine der wenigen wirklich robusten Cox-Orange-Kreuzungen: Aroma nach Orangenblüten, Rosen- und Muskat. Geschmack süß mit wenig Säure. Besondere Qualität ++

Weitere Bemerkungen über die Apfelsorte Alkmene
Gut auslichten, nur gut besonnte Früchte haben die gewünschte geschmackliche Qualität. Wird vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen. Alkmene sollte in keinem Obstgarten fehlen.

Ausführliche Beschreibung

Ein großer Pluspunkt dieser Sorte ist zudem, dass der Baum seine Früchte auch bei Vollreife nicht gleich abwirft. Man kann (und sollte) also ab Anfang bis Mitte September alle 8-10 Tage jeweils nur die größten Früchte auspflücken. Dadurch, dass der Baum anschließend nur noch eine kleinere Zahl an Früchten zu versorgen hat, nehmen diese schneller an Gewicht und Größe zu.

Alkmene ist eine ideale Sorte für den Haus- und Kleingarten (Busch oder Halbstamm), wo eher kleinere Bäume erwünscht sind. Für den Hochstamm auf der Obstwiese ist die Sorte weniger geeignet bzw. sollte nur dort gepflanzt werden, wo ein regelmäßiger Schnitt gewährleistet ist. Wird jener unterlassen, trägt der Baum zwar überreich (z.T. viele kleine Äpfel), erschöpft sich jedoch frühzeitig und bleibt im Wachstum stehen. Die Früchte werden wie die der vorgenannten Sorten auch von Allergikern vertragen.

Ein kleiner ‚Makel’ dieser Sorte sollte nicht unerwähnt bleiben: Bei sehr warmem Wetter während der Apfelblüte hat sich Alkmene als anfällig für Monilia-Spitzendürre erwiesen, d.h. innerhalb weniger Tage trocknen junge Triebe des Baumes von der Spitze her ein und sterben ab. Solche Triebe sollten dann sofort bis 10-20 cm ins gesunde (grüne) Holz zurückgeschnitten werden. Da Monilia bei Apfelbäumen jedoch witterungsabhängig nur alle paar Jahre vorkommt, kann die Sorte dennoch empfohlen werden.

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Quellenangaben:

  • Kurzbeschreibung – Geschmack: Autor H.J. Bannier, © H.J. Bannier/Rolf Meyer
  • Wuchs – Weitere Bemerkungen: zusammengestellt aus eigenen praktischen Erfahrungen und (historischer) Fachliteratur: Autor und © Rolf Meyer
  • Ausführliche Beschreibung: Autor H.J. Bannier, © H.J. Bannier/Rolf Meyer
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