Die Wuchsstärke der Wurzelunterlage bestimmt die Wuchsstärke des Obstbaumes

Als Wurzelunterlage bzw. Unterlage bezeichnet man die Pflanze, auf die eine gewünschte Edelsorte aufveredelt wird. Die Wuchsstärke der Wurzelunterlage beeinflusst letztendlich die Größe des Baumes maßgeblich:

  • wachsen die Wurzeln der Unterlage sehr schwach, bleibt der Baum ebenfalls klein,
  • wachsen sie hingegen stark, so wird der Baum groß. Durch ein größeres und weiterreichendes Wurzelwerk kann der Baum mehr Wasser und Nährstoffe aufnehmen, so dass er die Krone besser mit Waser und Nährstoffen versorgen kann und größer wird.

Sämlings- und Typenunterlagen

  • Es gibt zwei grundsätzliche Unterscheidungen der Unterlagen: die sehr starkwüchsigen Sämlingsunterlagen und die grundsätzlich schwächer wüchsigen Typenunterlagen. Sämlinge entstehen generativ, d.h. durch die Aussaat von Kernen oder Fruchtsteinen. Typenunterlagen werden vegetativ durch Abrisse hergestellt.
  • Durch die starkwüchsigen Sämlingsunterlagen kommt der Baum spät in den Ertrag, die meisten Typenunterlagen liefern frühzeitiger Früchte. Auch kann die Fruchtgröße, das Aroma und die Farbintensität der Früchte durch die Unterlage beeinflusst werden.
  • Sämlinge können auf schlechten Böden verwendet werden, Typenunterlagen benötigen generell einen besseren Boden.

Das sind die wichtigsten Wurzelunterlagen für Apfelbäume

Die in roter Schrift dargestellten Unterlagenarten werden hauptsächlich für den intensiven Erwerbsobstbau genutzt. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass die einzelnen kleinen Bäume sehr nah nebeneinanderstehen (1-2 m Abstand). Sie eignen sich aber auch für den kleinen Hausgarten.

Die in brauner Schrift dargestellten werden nicht so häufig in Baumschulen angeboten.

Für Wiesenstandorte eignen sich die grün dargestellten Unterlagen, da sie sich gegen die Wuchskonkurrenz einer Grasnarbe behaupten können.

Nicht standfeste Unterlagen benötigen lebenslang einen Stützpfahl, der am besten windzugewandt angebracht werden sollte.

M27

  • Wuchs sehr schwach, ca. 20% des Wachstums einer stark wachsenden Sämlingsunterlage, nicht standfest,
  • geeignet für die Kronenformen “Spindel” und “Busch”,
  • ausgezeichnete frühe Fruchtbarkeit, spät veredeln, empfindliche gegen Trockenheit, Blutlaus, Feuerbrand, Kragenfäule.

Supporter 1

  • Sehr schwach, ca. 25 %, nicht standfest, für Spindel und Busch,
  • sehr fruchtbar, gleichmäßig hohe Erträge, unempfindlich gegen Blutlaus, Schorf, Mehltau, Kragenfäule, latente Viren.

M9

  • Schwach, ca. 30 %, nicht standfest, für Spindel und Busch,
  • sehr früher, hoher Ertrag, gute Früchte, verlangt gute Böden, universell einsetzbar, empfindlich für Blutlaus, Feuerbrand, Wühlmäuse, resistent gegen Kragenfäule, brüchige Wurzeln, empfindlich gegen Trockenheit und Winterfrost.

B9

  • Schwach, ca. 35 %, nicht standfest, für Büsche,
  • zwischen M 9 und m 26, sehr frosthart, rotgrüne Blatt- und Triebfärbung , Vorteil beim Veredeln, frosthärter als M 9, resistent gegen Kragenfäule, Wurzelausschläge und Luftwurzeln.

J9

  • Schwach, ca. 35 %, nicht standfest, für Büsche,
  • ähnlich M 9, sehr gute Fruchtbarkeit, Luftwurzeln.

M26

  • Schwach-mittel, ca. 35 %, nicht standfest, für Büsche,
  • auch für schlechtere Böden geeignet, Nachbau auf M 9, nicht zu trocken, Luftwurzeln, empfindlich für Blutlaus und Feuerbrand, sehr winterhart.

Supporter 4

  • Schwach-mittel, ca. 40 %, nicht standfest, für Büsche,
  • Stärke wie M 26, erhebliche Vorteile, gleichmäßige höhere Erträge, flache Astwinkel, feuerbrandempfindlich, kaum Ausläufer.

M4

  • Mittelstark, ca. 55 %, bedingt standfest, Busch, Halbstamm,
  • frühe gute Erträge, schließt früh ab, aufrechter, schwacher Wuchs, für gute Böden.

M7

  • Mittelstark, ca. 60 %, bedingt standfest, Busch, Halbstamm,
  • frühe, gute Erträge, unempfindlich gegen Nässe und Trockenheit, relativ unempfindlich gegen Wurzelkropf, Kragenfäule, Feuerbrand, geringere Winterhärte (55-65%)

MM106

  • Mittelstark, ca. 60 %, Busch (standfest), Halbstamm (nicht standfest),
  • Erträge früh und hoch, verträgt feuchte und trockene, mittlere und leichte Böden, blutlausresistent (60-75 %), etwas anfällig für Kragenfäule, Feuerbrand und Frost.

M25

  • Stark, ca. 80 %, standfest, Halbstamm, Hochstamm,
  • früher Ertrag, anfällig für Kragenfäule.

MM111

  • Mittelstark, ca. 80 %, standfest, Halbstamm, Hochstamm
  • Blutlausresistent, Ertrag sehr früh und hoch, gute Früchte, verträgt feucht und trocken (60-90 %).

A2

  • Stark bis sehr stark, ca. 95 %, standfest Halbstamm, Hochstamm,
  • Frühe und hohe Erträge, unempfindlich gegen Trockenheit und Frost (schließt früh ab), auch für schlechtere Böden, empfindlich gegen Mg-Mangel, anfällig für Blutlaus und Kragenfäule.

M11

  • Stark bis sehr stark, ca. 95 %, standfest Halbstamm, Hochstamm,
  • Ertrag spät einsetzend aber hoch, alternanzverstärkend, gute Frosthärte, auch für schlechtere Böden (schwere und leichte), leicht anfällig für Wurzelkropf.

Antonowka (Sämling)

  • Sehr stark, 100 %, standfest, Halbstamm, Hochstamm,
  • unempfindlich gegen Trockenheit und Frost, etwas uneinheitlich.

Bittenfelder Sämling

  • Sehr stark, 100 %, standfest, Halbstamm, Hochstamm,
  • unempfindlich gegen Trockenheit und Frost, etwas uneinheitlich, Ertrag spät, oft nur mittelgroße Früchte, gute Lagereigenschaften.

Grahams Jubiläumsapfel (Sämling)

  • Sehr stark, 100 %, standfest, Halbstamm, Hochstamm,
  • sehr einheitlich, Ertrag spät bis sehr spät, oft nur mittelgroße Früchte, gute Lagereigenschaften.

 

 

 

 

 

 

Apropos Naturschutz

Ein Areal der Streuobstwiese nur einmal im Jahr mähen, vielleicht ein paar Blumensamen ausstreuen – das Ergebnis ist ein Paradies für Insekten, wie man im Video erkennen kann.
Oder ein großes Insektenhotel selbst bauen, aufhängen, ein bis zwei Jahre warten und staunen.


Die folgende Aufstellung ist das Ergebnis einer durch ein Mitglied des BSOWV organisierten Verkostung im Jahre 2012. Die Übersicht wird nach und nach durch zusätzliche Sorten erweitert.

Hinweise zum Ablauf und zu den Kriterien der Verkostung finden Sie hier.

Adamsapfel
Aroma himbeerartig, feinwürzig; ausgewogenes Zucker-Säureverhältnis, ausgezeichneter Geschmack etwas bitter und mandelartig im Nachgang; saftig; besondere Qualität: +

Aderleber Kalvill
Geschmack süß, mit etwas Säure und sehr guter Würze, besondere Qualität: +

Altländer Pfannkuchenapfel
Geschmack: sauer-süß; knackig, saftig, harte Schale

Alkmene
Aroma nach Orangenblüten, Rosen- und Muskat. Süße mit geringer Säure, festes Fruchtfleisch. Besondere Qualität ++

Alte Luxemburger Renette
Geschmack sauer-süß, zusammenziehend; festes Fruchtfleisch (Hinweis: Voll ausgereift gelten Luxemburger Renetten geschmacklich eher als süßlich mild).

Ananasrenette
Aroma stark parfümiert: Ananas, Banane, Riesling; Geschmack säuerlich-süß, die Säure ist etwas spitz; frisch, besondere Qualität ++

Antonovka
Stark parfümiert, Aroma mit Süßholznote und Ananas; Geschmack feinwürzig weinig, etwas nach Lakritz; besondere Qualität: + (etwas ganz Besonderes aufgrund der starken Parfümierung). Hinweis: der Apfel war sehr reif zum Zeitpunkt der Verkostung.

Bäumches Apfel
Geschmack sauer-süß, wenig Aroma; saftig

Baumanns Renette
Aroma erinnert schwach an Muskat; Geschmack süß-sauer, erfrischend; fest, knackig, saftig; besondere Qualität: +

Berner Rosenapfel
Geschmack süß mit wenig Säure, aber mit starkem, sortentypischen Aroma, saftiges, festes Fleisch, besondere Qualität

Biesterfelder Renette
Aroma gewürzt: nach Muskatellerwein; Geschmack ausgewogen süß-sauer, fein gewürzt, saftig, hervorragende Qualität: +++

Börtlinger Weinapfel
Aroma weinig, muskatig, fein gewürzt; Geschmack süß-weinig, etwas Säure, edel; fest, saftig; besondere Qualität: ++

Borowinka
Aroma: bananenartig; Geschmack süß, ohne Säure

Brettacher
Geschmack: ausgewogen süß-sauer, guter, fruchtiger Geschmack, gute Säure; Konsistenz: knackig, sehr saftig; besondere Qualität: +

Champagnerrenette
Aroma schwach gewürzt; Geschmack eher säuerlich-spritzig; fest, knackig, saftig

Coulons Renette
Geschmack süß-säuerlich, birnenähnlich, mit gutem Zuckeranteil; fest, saftig, besondere Qualität +

Croncels
Aroma muskatartig; Geschmack weinartig, edel; besondere Qualität: ++

Danziger Kantapfel
Aroma schwach gewürzt; Geschmack süß-sauer, reiner, guter Apfelgeschmack ohne Beinote; saftig; besondere Qualität: +

Dülmener Rosenapfel
Blumiges Aroma; Geschmack: ausgewogen süß-sauer, sehr guter Geschmack: gewürzt, pfirsichartig, besondere Qualität: +

Ellisons Orangepepping
Starker Geruch: Erdbeer- Rosen- und Orangetöne; süß mit verhaltener Säure, hoher Zuckeranteil, ausgezeichneter, sehr edler Geschmack: rosenartig, vielschichtig; hervorragende Qualität +++

Engelsberger Renette
Geschmack birnenartig

Englischer Pieper
Geruch schwach weinig, Geschmack deliciusartig, süß mit etwas Säure, würzig und lecker; wird schnell mürbe; besondere Qualität ++

Fießers Erstling
Geschmack säurebetont, geeignet für Kompott und Apfelkuchen; fest, saftig

Galloway Pepping
Starkes süßes Muskatelleraroma, dabei Geschmack mit spitzer Säure, Geschmack steht im Gegensatz zum Aroma; trocken, wenig saftig

Gartenmeister Simon
Aroma vielschichtig, veilchenartig; Geschmack: Süße mit genügend Säureanteil, Geschmack hervorragend: weinig, leicht marzipanartig, vielschichtig, ohne zu sehr gewürzt zu sein; saftig; besondere Qualität +

Geheimrat Oldenburg
Aroma mandel- und marzipanartig; süß mit geringerer Säure, Geschmack etwas flach; besondere Qualität +

Gehrers Rambour
Geschmack fruchtig, weinig, eher säurebetont; knackig, fest, saftig

Gelber Bellefleur
Geschmack süß mit feiner Säure, etwas bananenartig, Konsistenz eher grobzellig, insgesamt sehr gut, besondere Qualität

Gelber Edelapfel
Aroma ananasartig; Geschmack: zitronige Säure ist sehr dominierend; saftig, knackig

Gewürzluiken
Leicht würziges Aroma; spritzig, fruchtig, erfrischend, saftig

Goldparmäne
Nussartiger Geschmack, sehr edel, Süße und leichter Säure, im Nachgang schwach bitter; knackig, saftig; hervorragende Qualität +++

Goldrenette von Blenheim
Ausgewogen süß-sauer, besondere Würze, sehr interessant; saftig, grobzellig; besondere Qualität +

Grahams Jubiläumsapfel
Geruch edel parfümiert, wein- und erdbeerartig; Mandelaroma; gutes Süß-Säureverhaltnis; insgesamt guter Geschmack, besondere Qualität ++

Graue Kanadarenette
Geruch sehr schwach gewürzt; Geschmack sauer-süß, zusammenziehend, gut für Kompott und Kuchen; fest

Graue französische Renette
Säurebetont, dabei aber noch guter Zuckergehalt, angenehmer Geschmack; fest, knackig

Gravensteiner
Intensiver Geruch, Geschmack sehr würzig und sortenspezifisch, ausgeglichen säuerlich-süß, sehr saftig, sehr erfrischend, hervorragende Qualität +++

Gravensteiner, Roter
Intensiver Geruch, Geschmack würzig und sortenspezifisch, allerdings weniger ausgeprägt, süß mit dezenter Säure, sehr saftig, erfrischend, hervorragende Qualität: +++

Grüner Winterstettiner
Pfirsichartiges Aroma; wenig Süße; knackig, saftig

Haux-Apfel
Etwas Zucker, hoher Säureanteil; knackig, saftig

Herrenhut (sehr reife Frucht)
Geruch bananenartig; Geschmack süß, mit spitzer, aber nicht unangenehmer Säure im Nachgeschmack; grobzellig

Hesslacher Luiken
Aroma schwach veilchenartig; Geschmack fruchtig, etwas bitterer Nachgang; wird etwas mürbe, bleibt aber lange saftig

Horneburger Pfannkuchenapfel
Geruch würzig und nach süßen Beeren; gutes Säure-Zuckerverhältnis, Geschmack samtig und himbeerartig; besondere Qualität +

Jakob Fischer
Geschmack: leichte weinige Note; ausgewogen süß-säuerlich, besondere Qualität: +

Jakob Lebel
Aroma beerenartig, leicht veilchenartig; Geschmack: gutes Säure-Süßeverhältnis, guter Geschmack; besondere Qualität +

Kaiser Alexander
Leichtes Rosenaroma; ausgezeichneter Geschmack, rosenartig, gute Süße, wenig Säure, trotzdem vielschichtig; besondere Qualität: +

Kaiser Wilhelm
Leichtes Rosenaroma; Geschmack fruchtig, gutes Zucker-Säure-Verhältnis; Konsistenz: knackig, saftig

Kandil Sinab
Aroma etwas rieslingartig; milder Geschmack; Konsistenz: sehr saftig, fast etwas wässrig

Kardinal Bea
Aroma leicht rosenartig; Geschmack mit leichter Lakritznote, süßlich mit wenig Säure; knackig, fest

Kassler Renette
Geschmack weinig, edel, gute Süße, allerdings wenig Geschmack im Abgang, daher etwas flach; knackig, saftig

Königlicher Kurzstiel
Mildes Aroma, leicht bananenartig; Geschmack würzig, weinig, sehr gutes Säure-Zuckerverhältnis, leicht sauer im Abgang; fest; besondere Qualität: +

Krügers Dickstiel
Leichtes Himbeeraroma; Geschmack etwas beerenartig, spitze Säure im Nachgang, eher unbefriedigend

Landsberger Renette
Geschmack fruchtig, etwas weinig, aber eher flach, gutes Säure-Zuckerverhältnis; Konsistenz: etwas grobzellig

Laxtons Superb
Aroma leicht veilchenartig; Geschmack weinig, Töne von süßen Beeren und Bananen, kaum Säure, dadurch etwas flach; Konsistenz: fest, aber nicht sehr saftig; besondere Qualität: +

Linenhofener Renette
Geschmack säuerlich, frisch; Konsistenz: fest und saftig

Lohrer Rambour
Guter Geschmack, leicht weinig, ansonsten neutral, süß mit angenehmer Säure; Konsistenz: fest, knackig, saftig

London Pepping
Gechmack mit Tönen von Ananas, säurebetont, aber mit viel Süße, insgesamt guter Geschmack; Konsistenz: fest, knackig, saftig, besondere Qualität +

Luxembourger Triumpf, Doppelte Luxembourger Renette
Hervorragender, reiner Apfelgeschmack ohne Parfüm, süß mit sehr geringer Säure; Konsistenz: knackig, fest, saftig; besondere Qualität: +

Maunzenapfel
Geschmack säurebetont, leicht herb, ohne Würze

Nathusius (Taubenapfel)
Rosenartiges Aroma; ausgezeichneter Geschmack, erdbeerartig, sehr süß, etwas Säure, edel; Konsistenz: knackig, saftig; besondere Qualität: ++

Oberlausitzer Muskatrenette
Aroma weinig; Geschmack: wenig Säure, lecker süß, aber etwas eindimensional

Öhringer Blutstreifling
Geschmack: spitze Säure im Nachgang, ansonsten relativ geschmacklos; Konsistenz: fest, wenig saftig

Ontario
Geschmack: säurebetont, doch mit Zucker, zusammenziehend, etwas bitter im Nachgang; Konsistenz: knackig, fest, saftig

Paafenapfel
Geschmack säurebetont, zusammenziehend; Konsistenz: saftig

Peasgoods Goldrenette
Edler Geruch, parfümiert, veilchen- und beerenartig; hervorragender, milder Geschmack, eher süß; besondere Qualität: ++

Pfirsichroter Sommerapfel
Aroma rosenartig; Geschmack etwas süß mit ansprechender Säure; erfrischend

Pohorka
Aroma süßlich; Geschmack weinig, edel, gutes Süße-Säureverhältnis, etwas bitter im Nachgang; besondere Qualität: ++

Prinz Abrecht von Preussen
Aroma leicht rosenartig; sehr guter Geschmack, fruchtig-süß; Konsistenz: knackig, saftig

Prinzenapfel
Guter, himbeerartiger Geschmack, edel, gutes Zucker-Säureverhältnis; besondere Qualität: +

Purpurroter Cusinot
Wohlschmeckend, süß-säuerlich mit leicht bitterem Anteil, durch die Bitterstoffe wahrscheinlich gut geeignet für Apfelsaftmischungen, Konsistenz: knackig, fest

Purpurroter Zwiebelapfel
Geschmack angenehm, lecker, gutes Säure-Süße-Verhältnis, etwas zusammenziehend; Konsistenz: knackig, fest

Rheinischer Bohnapfel
Aroma leicht beerenartig; Geschmack: Süße mit wenig Säure, wenig Geschmack, etwas weinig; Konsistenz sehr fest

Rheinischer Krummstiel
Geschmack süß und saftig; Konsistenz: knackig und sehr saftig; besondere Qualität: +

Rheinischer Winterrambour
Gutes Süße-Säureverhältnis, guter Geschmack, etwas zusammenziehend; Konsistenz: fest, knackig

Rheinisches Seidenhemdchen
Geschmack nach süßen Erdbeeren; besondere Qualität +

Rheinsche Schafsnase
Aroma leicht bananenartig; Geschmack: lecker, etwas spitze Säure; Konsistenz: knackig, fest, saftig; besondere Qualität: +

Ribston Pepping
Weiniges Musaktelleraroma; edler, weiniger, süßer Geschmack, wenig Säure, dadurch etwas flach; Konsistenz: besondere Qualität: +

Riesenboiken
Geschmack: gutes Säure-Süßeverhältnis, guter Geschmack; Konsistenz: knackig, saftig;

Rote Sternrenette
Aroma rosenartig und parfümiert; Geschmack säuerlich-süß, weinig, gewürzt; besondere Qualität +

Roter Augustiner
Geschmack süß, hoher Zuckergehalt; Konsistenz: saftig, aber grobzellig; besondere Qualität: +

Roter Bellefleur
Aroma leicht weinig; hervorragender, leicht weiniger Geschmack mit Tiefe, hoher Zuckergehalt mit genügend Säure; Konsistenz: knackig, saftig, fest; besondere Qualität:

Roter Berlepsch (Goldrenette Freiherr von Berlepsch)
Geschmack etwas säuerlich, erfrischen, lecker; Konsistenz: knackig, saftig; besondere Qualität: +

Roter Eiserapfel
Geschmack etwas weinig, süß, wenig Säure; Konsistenz: knackig, sehr fest

Roter Hauptmann
Geschmack sauer, zusammenziehend

Roter Herbstkalvill
Geschmack säuerlich, etwas zusammenziehend, aber auch mitetwas  Süße, beerenartig; Konsistenz: knackig, saftig; besondere Qualität: +

Roter Winterkalvill
Geruch und Geschmack erinnern an Himbeeren, aber nur schwach aromatisch, gutes Süße-Säureverhältnis, festes Fruchtfleisch

Schafsnase (Hasenkopf)
Sehr guter Geschmack, lecker, gutes Säure-Süße-Verhältnis; Konsistenz: sehr knackig und saftig;
besondere Qualität: +

Schieblers Taubenapfel
Geschmack weinig, würzig, sehr süß, edel; Konsistenz: saftig; besondere Qualität: ++

Schöner aus Boskoop
Aroma weinig; Süße mit hervorstechender Säure, saftig, besondere Qualität: +

Schöner aus Nordhausen
Geschmack: gutes Säure-Süße-Verhältnis, erfrischend; Konsistenz: saftig

Schöner aus Schönlind
Aroma leicht ananasartig; edler, würzig-weiniger Geschmack, süß-säuerlich; Konsistenz: saftig; besondere Qualität: ++

Schöner aus Wiedenbrück
Weiniges Aroma; Konsistenz: wird sehr schnell mürbe

Seestermühler Zitronenapfel
Geschmack: wenig Säure, neutraler Geschmack, weich schmelzig, etwas flach

Signe Tillisch
Aroma leicht würzig; guter Geschmack, ähnlich Delicious, zusätzlich leicht bananenatig, nicht sehr tiefschichtig, gutes Süße-Säureverhältnis

Sommermarchanska
Aroma marzipanartig; Geschmack süß, marzipanartig, besondere Qualität: +

Spätblühender Tafelapfel
Veilchenaroma; Geschmack: Säure etwas zusammenziehend und dominierend bei vorhandener Süß; Konsistenz: eher mürbe, aber saftig

Stina Lohmann (Korbiniansapfel)
Lieblicher Geschmack, etwas flach; Konsistenz: fest, eher trocken

Thurgauer Weinapfel
Aroma leicht erdbeerartig; ausgeprägter Muskatgeschmack, lecker, Süße mit etwas spitzer Säure; Konsistenz: knackig, fest, saftig; besondere Qualität: +

Tulpenapfel
Geschmack: sauer-süß, zusammenziehend, aber nicht unangenehm; Konsistenz: knackig, fest

Weißer Rosmarinapfel
Konsistenz etwas grobzellig, Geschmack nach süßer Melone mit wenig Säure, besondere Qualität

Weißer Winterglockenapfel
Geschmack: säurebetont, etwas zusammenziehend und zitronenartig, aber auch mit süßem Anteil; Konsistenz: knackig, fest, saftig

Weißer Winterkalvill
Süßes Aroma nach Erdbeeren mit feiner Säure, hervorragender Geschmack, besondere Qualität ++

Weißer Wintertaffetapfel
Geschmack beerenartig, säuerlich-süß, gut; Konsistenz: knackig, saftig; besondere Qualität: +

Welschiner
Geschmack säuerlich mit etwas Süße, guter Geschmack; Konsistenz: knackig, sehr saftig;
besondere Qualität: +

Westerwälder Grünapfel
Gutes Süße-Säureverhältnis, etwas zusammenziehend; Konsistenz: knackig, fest, saftig

Westfälischer Gülderling
Hervorragender Geschmack ohne Parfüm, sehr gutes Süße-Säureverhältnis, ausgezeichnet; Konsistenz: fest, saftig; besondere Qualität: +

Westfälische Tiefblüte
Geschmack: zusammenziehende Säure, etwas Zucker; Konsistenz: knackig, fest, saftig

Wildshire Weisse Wachsrenette
Geschmack süß-säuerlich, gut; Konsistenz: fest, saftig; +

Winterbananenapfel
Geschmack süß, bananenartig, aber auch mit Säure, sehr gut; Konsistenz: knackig, fest, saftig;
besondere Qualität: +

Wüber Rambour
Aroma beerenartig; Geschmack: edle Würze, hohe Süße mit leichter Säure, hervorragend; Konsistenz: knackig, saftig; besondere Qualität: ++

Zabergäurenette
Starkes Muskataroma, Geschmack: Säuerlich-süß, wohlschmeckend; Konsistenz: fest; besondere Qualität: +

Zitronenapfel
Geschmack sehr sauer, spitze Säure, macht dem Namen alle Ehre; Konsistenz: weich, wird schnell mürbe

Zuccalmagliorenette
Geruch leicht weinig, Geschmack erfrischend, sortenspezifisch würzig mit an Zitrone und Ananas erinnernder Säure, leichte bis mittlere Süße, Konsistenz: fest, saftig; besondere Qualität: ++

Im Sortengarten in Remscheid Reinshagen stehen – neben 100 verschiedenen Apfelsorten – auch 90 Bäume der Sorte “Gravensteiner”, sozusagen als Hauptsorte. 

  • 5 Sämlingshochstämme, die 18 Jahre alt sind und sich schon in der Ertragsphase befinden
  • und 85 zwei- bis vierjährige Halbstämme auf MM 106 – Unterlage veredelt, von denen der eine oder andere Baum schon einige Früchte tragen könnte.

Der Grund, so viele Bäume von einer Sorte anzupflanzen? Bei Obstbäumen einer Sorte können einmal mindestens 2 Tonnen Äpfel geerntet werden. Genug, um eine mobile Mosterei zur Wiese kommen zu lassen – und nicht umgekehrt. Das würde eine Menge an Aufwand einsparen und man hätte “auf einen Schlag” 1600 Liter reinsortigem Apfelsaft.

Leider blühte kein einziger der zahlreichen Bäume,  und entsprechend  gab es auch keine Früchte! Wie konnte es zu diesem flächendeckenden, auf eine Sorte bezogenen Ernteausfall kommen? Die Ernte bei den anderen Apfelsorten ist in diesem Jahr durchaus zufriedenstellend (sieht man einmal von einigen Sorten ab, die alternanzbedingt in diesem Jahr keine Früchte tragen).

Die Apfelsorte Gravensteiner leidet besonders unter dem Klimawandel

Schon 2019, ein Jahr zuvor, hatten die Gravensteiner Sämlingshochstämme nur wenig Ertrag, so dass Alternanz als Grund für den totalen Ernteausfall wegfällt. Am ehesten könnte ich mir vorstellen, dass es an der Sorte liegt: der Gravensteiner mag feuchtes Klima. Deshalb hatte ich ihn ja auch gerade in Remscheid angebaut.

Der Klimawandel scheint mir nun einen Strich durch meine Rechnung zu machen. Im Sommer, am Ende der jährlichen Wachstumsphase, bilden sich die Blütenknospen für das nächste Jahr. Der Sommer 2019 war extrem trocken und heiß. Bei einer solch empfindlichen und feuchtigkeitsliebenden Apfelsorte wird das Klima wohl der Hauptgrund dafür gewesen sein, dass sich keine Gravensteiner-Blütenknospen bilden konnten.

von Rolf Meyer:

Etwas plakativ ausgedrückt ist das Ziel vieler Verwaltungen und Verbände beim Thema “Streuobstwiesen” nicht die Förderung ökologischen Obstanbaus, sondern die Beschneidung der privaten Eigentümer in ihren Eigentumsrechten.

Stellt man (land)wirtschaftlich genutzte Flächen unter Naturschutz, kommt das einer Quasi-Enteignung gleich: die Entscheidung, ob überhaupt und in welcher Form genutzt wird, geht vom Eigentümer in fremde Hände über. 

Erklärt man den Vertretern von Naturschutzverbänden wie NABU und BUND oder den Mitarbeitern von Landschaftsbehörden, dass man den Streuobstanbau auf eine wirtschaftliche Basis stellen will, also damit Geld verdienen möchte, erntet man eher Unverständnis. Die Anlage neuer und die Pflege schon bestehender Streuobstwiesen werden dort unter dem Aspekt “Naturschutz” betrachtet, und man verbringt seine Zeit mit Arbeitskreisen und Diskussionsrunden. Privatpersonen mit wirtschaftlichem Interesse an Streuobstwiesen stören dort eigentlich nur.  

Die jüngsten Bestrebungen, Streuobstwiesen in NRW zu kartieren, mit dem Ziel, alle Flächen, die weiter als 50 m von einer Behausung entfernt liegen, unter Naturschutz zu stellen, sprechen  ebenfalls eine deutliche Sprache. So überzeugt man jedenfalls keine Landwirte und interessierte Privatpersonen, neue Streuobstwiesen anzulegen!

Eine wirkliche nachhaltige Förderung lässt sich am besten mit wirtschaftlich tragfähigen Nutzungskonzepten erreichen. Und die wirtschaftliche Nutzung gehört in private Hände!

PS: In Bayern sind die Landwirte aufmüpfig geworden. Die Bayrische Landesregierung hatte vor einiger Zeit angekündigt, alle Streuobstflächen per se unter Naturschutz stellen zu wollen. Die Folge war, dass die betroffenen Landwirte anfingen, mit Motorsägen Fakten zu schaffen: lieber keine Streuobstbäume als solche, über die sie nicht mehr frei verfügen können….Daraufhin widerrief die Landesregierung ihre Pläne. 

 

Dies ist wohl kein Geschehen auf einer Streuobstwiese, ich liebe aber die Hummeln und wollte Ihnen die Bilder nicht vorenthalten.

Apropos Naturschutz:
Wenn Sie selbst eine Obstwiese besitzen: einfach nur eine Ecke “ungepflegt” lassen.  Nur einmal im Spätherbst mähen und vielleicht noch einige Samen von Blütenpflanzen aussäen. Das Ergebnis sehen Sie im Video unten:

Reiches Insektentreiben in der Streuobstwiesen-Brachlandzone

 

 

Der Imkerverein in Bechen veranstaltete ein Seminar, bei dem es um die Herstellung eines Wildbienenhotels ging. Ein voller Erfolg, wie das Video zeigt.

Hornissen stehen unter Naturschutz. Für sie ist die Streuobstwiese eine der letzten Refugien, in denen sie noch häufiger vorkommen. Sie fangen Wespen und andere Insekten, verschmähen aber auch süße Äpfel nicht,

Im Allgemeinen sind sie nicht so aggressiv wie Wespen, auch ist ihr Stich wohl nicht so gefährlich.

Nur wenn sie betrunken sind, dann sollte man etwas vorsichtiger sein: hin und wieder “genehmigen sie sich einen”, von gärendem, alkoholhaltigem Fallobst. Dann bitte etwas mehr Abstand halten..

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wespen gross

 

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Wann sind die Apfelsorten reif?

Die Apfelsorten sind in dieser Aufstellung nach Pflückreife geordnet. Am Anfang stehen die am spätesten reifenden Sorten (Ontario usw.). Je nach beeinflussenden Faktoren (Klima, Standort, Baumunterlage) - kann sich der Pflückreife-Zeitpunkt um mehr als zwei Wochen verändern.

 

 

Über das zufällig aufgefundene Hummelnest im Vogelkasten habe ich mich richtig gefreut. Allerdings habe ich nicht damit gerechnet, dass die Hummeln auch angreifen können, wenn sie sich gestört fühlen. Ihre Attacke habe ich im Film festgehalten, aufgrund meiner leicht panischen Reaktion sieht man allerdings nicht viel vom Angriff 😀

Das raueste Klima im Bergischen ist nicht etwa auf den Höhenzügen zu finden, sondern in den engen und feuchten Tälern, in denen sich bei klarem Wetter durch Verdunstung schnell Frost bildet und nicht entweichen kann. Im Herbst gefährlich für die späten Sorten wie Bohnapfel und Boskoop, im Frühjahr der größte Feind der Apfelblüte.

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Kalter Frühherbst im Eschbachtal zwischen Remscheid und Wermelskirchen

Der Bienenzuchtverein Bechen hatte zu einem Seminar über Wildbienen am Lehrbienenstand in Kürten eingeladen, und Michael Müller, Hartmut Brückner und Rolf Meyer vom Bergischen Streuobstwiesenverein gingen hin. Werkzeug sollte mitgebracht werden, da jeder Teilnehmer unter fachkundiger Anleitung ein Wildbienenhotel selbst bauen sollte. Gesagt, getan: Bohrmaschine, einen Satz Holzbohrer, Schrauben und eine Gartenschere eingepackt und los ging es.

Die Dozentin, Angelika Leistikow vom NABU-Arbeitskreis “Hornissenschutz” hatte Interessantes über die Wildinsekten zu berichten. Wildbienen schwärmen auch bei kälterem Frühlingswetter aus und sind eine gute Befruchtungsunterstützung. Bewährt haben sie sich auch an Standorten, die sich für Imker nicht lohnen. Die so genannten “Wildbienenhotels”, die sich auch leicht selbst herstellen lassen, sind eine gute Möglichkeit, ihre Population zu fördern.

Keine Zwischenräume wegen der Raubwespen

Nach diesem “Briefing” ging es ans Heimwerken – und nun bin ich stolzer Besitzer eines selbst gebauten Wildbienenhotels. Es ist allerdings noch nicht ganz fertig: die kleinen Schilfröhrchen eignen sich meiner Meinung nach nicht so gut, da sie nicht gerade in den Rahmen eingepasst werden können. Zwischenräume sollte zwischen den Rörchen nicht übrig bleiben; diese wären der ideale Besiedlungsort für Raubwespen. Denn auf deren Speiseplan stehen Wildbienenlarven. Jede Lücke zwischen den Holzblöcken und den Röhrchen muss mit Gras zugestopft werden, eine ziemliche Frickelei.

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Im Internet gibt es so genannte “Nachfüllröhrchen” für Wildbienen zu kaufen. Diese sind aus beständiger Pappe, glatter als das Schilfmaterial und lassen sich entsprechend leichter ohne Zwischenräume platzieren.

Die Seminare finden mehrmals im Jahr an verschiedenen Orten im Bergischen Land statt. Weitere Informationen und Anmeldung: bei Angelika Leistikow, Tel.02267-880 107, E-mail: angelika@bernhelm.de